Aktuelles
  •  

EU-Projekt CitCom zwischen Straßburg und Stuttgart: "Näher als man denkt"

Im Rahmen des EU-Projekts CitCom (Citizens and Communities - Living together in Solidarity) treffen Stuttgarter auf Bürger aus der Partnerstadt Straßburg. Das Programm der zweieinhalb Begegungstage zum Zusammenleben in der Stadtgesellschaft startete am Donnerstag im Rathaus.

EU-Projekt CitCom zwischen Straßburg und Stuttgart: 'Näher als man denkt'Im Rathaus-Paternoster lernen sich jeweils ein schwäbisch-französisches Teilnehmer-Paar auf der Fahrt zwischen Erdgeschoss und viertem Stock kennen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Mit dem Bus sind es 150 Kilometer zwischen den Rathäusern der beiden Städte. Nichtsdestotrotz sagt Anaïs Schaaf beim Empfang der Straßburger Delegation im Rathaus: "Stuttgart und Straßburg liegen viel näher aneinander als man denkt." Die Französin arbeitet seit Kurzem beim Europarat in Straßburg und auch die anderen französischen und deutschen Teilnehmer haben familiäre oder andere persönliche Verbindungen zur Partnerstadt.

Die Idee der Europäischen Bürgerschaft ist eines der Themen, die beim gemeinsamen Brezel- und Hefegebäckfrühstück schnell ganz real greifbar werden: Ein bunter Mix aus verstaubten Französisch-Kenntnissen und Deutsch mit französischem Akzent tönt von den Tischen, Teilnehmer bezeichnen sich scherzend mit Hinblick auf ihren Familienhintergrund als "das Ergebnis der deutsch-französischen Freundschaft".

"Woher kommt eigentlich die Maultasche?"

Nach einem herzlichen Kennenlernen stellen Nadia vom Scheidt und Frederic Stephan von der städtischen Abteilung Außenbeziehungen das Programm vor: Die Teilnehmer erwarten Workshops, Vorträge und Besichtigungen zu Themen wie Bürgerbeteiligung, Migration und Integration sowie Umweltfragen im städtischen Zusammenleben.

Die Stadt Stuttgart hat das Programm im Vorfeld mit der ifa Akademie und dem Informationszentrum Europe Direct Stuttgart erarbeitet. Das EU-Projekt soll europäische Gemeinschaft und Partizipation abseits von Bürokratie und Fremdheitsgefühlen fördern.

Anschließend beginnt die erste, für die meisten Straßburger und auch Stuttgarter völlig ungewohnte Erfahrung einer Fahrt mit dem Rathaus-Paternoster. Bei einer Art "Speed-Dating" lernen sich jeweils ein schwäbisch-französisches Teilnehmerpaar zwischen Erdgeschoss und viertem Stock "in Bewegung" kennen. Die Straßburgerin Nicole Valdelievre erklärt: "Das war ziemlich witzig. Nur ist man echt voneinander abhängig, da rechtzeitig wieder aus dem Aufzug auszusteigen."

Bei schöner Aussicht am Panoramafenster werden die lebendigen Gespräche anschließend fortgesetzt: "Woher kommt eigentlich die Maultasche?", diskutiert die bunte Teilnehmergruppe - und "sind das große Ravioli?".

Stadtfoto-Marathon des Jugendinformationszentrums Tips'n'Trips

Nach der Stärkung geht es für die deutsch-französischen Teilnehmerteams auf einen Stadtfoto-Marathon des Jugendinformationszentrums Tips'n'Trips. Es gilt, allerlei kreative Fotoaufgaben zu lösen - etwa städtische Statuen in der Innenstadt mit Teilnehmern der Gruppe nachzustellen oder Bauwerke abzuzeichnen.

Es hat den Anschein, als seien die Straßburger Teilnehmer dabei deutlich überlegen - was die Stuttgarter durch das einfachere Beantworten der Wissensfragen beispielsweise zur Einwohnerzahl Stuttgarts aber wieder ausgleichen können. Nach dem Ende des Stadtrundgangs geht es für die Teilnehmer zunächst zur kurzen Erholung ins Hotel, bevor es dann mit dem Abendprogramm weitergeht.