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Perspektiven im Nahverkehr

VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger hat am 22. November im Ausschuss für Umwelt und Technik über die künftigen Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart berichtet. Anlass war der Antrag der CDU-Fraktion zum Thema "Vision Stuttgart 2030 - Mobilitäts-Infrastruktur"
Der ÖPNV in Stuttgart steht vor besonderen Herausforderungen in den nächsten Jahren", so Hachenberger. Dazu gehören neben der Siedlungsentwicklung und der wachsenden Einwohnerzahl die Veränderungen im Schienennetz durch das Bahnprojekt Stuttgart 21 und die steigende ÖPNV-Nutzung. Bereits jetzt verzeichnet der VVS etwa zehn Millionen zusätzliche Fahrten jedes Jahr, sagte der VVS-Geschäftsführer.

Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr wird unter anderem die Einwohnerentwicklung haben.VergrößernAuswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr wird unter anderem die Einwohnerentwicklung haben. Foto: Max KovalenkoAuswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr wird unter anderem die Einwohnerentwicklung haben. Foto: Max Kovalenko
Studie in Auftrag gegeben

Durch verschiedene Luftreinhalte-Maßnahmen, einem umfangreichen Netzausbau und weiteren Angebotsverbesserungen sei mit weiterem Wachstum zu rechnen.

Um für den Nahverkehrsentwicklungsplan künftige Engpässe im ÖPNV-Netz und sinnvolle Ausbaumaßnahmen besser identifizieren und abwägen zu können, haben die SSB und der VVS beim Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart (VWI) die Studie "Perspektiven des ÖPNV in Stuttgart" in Auftrag gegeben.

Erste Ergebnisse der Studie, die voraussichtlich im Dezember abgeschlossen werden soll, zeigen, dass bei einer Verkehrsreduktion von 20 Prozent der öffentliche Nahverkehr alleine im Talkessel im Jahr 2025 rund zehn Prozent mehr Verkehr aufnehmen müsste. In den Stadtbahnen könnte es beispielsweise zwischen den Haltestellen Dobelstraße und Olgaeck zu einem Anstieg der Personenfahrten auf 15 700 (2014: 9150) kommen.

Einfluss durch Einwohnerentwicklung und S21

Die Studie sieht jedoch die Auswirkungen der Einwohner-/Siedlungsentwicklung und des Projekts Stuttgart 21 auf den ÖPNV bedeutender als die Folgen möglicher Verkehrsbeschränkungen im Individualverkehr. S21 werde demnach erheblich größere Auswirkungen auf den Regionalzugverkehr und die S-Bahn haben. "Es könnten beispielsweise durch schnellere Re­gionalzüge und neue Direktverbindungen, etwa zum ­Filderraum, Kapazitäten bei der S-Bahn frei werden", so Hachenberger.

Die Studie hat zudem ­kurzfristige, mittelfristige und langfristige Einzelmaßnahmen untersucht. Dazu ­gehören beispielsweise eine Verdichtung der Bus- und Stadtbahnfahrpläne auf ausgewählten Linien, die Ver­längerung der U19 zwischen Neckarpark und Mercedes-Benz oder die Verlängerung der U16 zwischen Giebel - Hausen - Weilimdorf Bahnhof. Auch "visionäre" Maßnahmen, wie eine Seilbahn vom Eiermann Campus bis zum Möhringer Freibad oder ein Regionalzughalt Stuttgart-Feuerbach wurden geprüft.


Donnerstag, 24.11.2016