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Von Beratung bis Vollversorgung

In Stuttgart sind rund 4000 Menschen von Wohnungsnot betroffen und werden mit Unterkünften und Einrichtungen versorgt. Davon leben rund 1100 in Fürsorgeunterkünften, 95 in Notübernachtungen und 600 in Sozialpensionen. Diese Unterkünfte sind für Menschen da, die beispielsweise zuvor gezwungen waren, ihre Wohnungen zu verlassen.

Außerdem nutzen 1600 Personen Wohnangebote der freien Wohlfahrtspflege. Das sind hauptsächlich Menschen, die im "betreuten Wohnen" leben. 160 Menschen (Stichtag September 2015) besuchen die Tagesstätten. Das sind Angebote wie die Wärmestube in Mitte oder das Café 72 in Stuttgart-Ost.

Im Neeffhaus werden wohnungslose Frauen aufgenommen. Die Einrichtung in der Gerberstraße gehört zum städtischen Eigenbetrieb Leben und Wohnen.VergrößernIm Neeffhaus werden wohnungslose Frauen aufgenommen. Die Einrichtung in der Gerberstraße gehört zum städtischen Eigenbetrieb Leben und Wohnen. Foto: Stadt StuttgartIm Neeffhaus werden wohnungslose Frauen aufgenommen. Die Einrichtung in der Gerberstraße gehört zum städtischen Eigenbetrieb Leben und Wohnen. Foto: Stadt Stuttgart

Prävention gegen Obdachlosigkeit

In Stuttgart leben schätzungsweise 150 Personen auf der Straße. Unter ihnen sind zirka 30 bis 50 Jugendliche unter 21 Jahren. Um Obdachlosigkeit zu verhindern, leistet die Stadt Prävention: Die Fachstelle zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit im Sozialamt hat im Jahr 2015 über 1400 Menschen beraten - zum Beispiel bei Mietschulden.

570 Menschen wurden bei Räumungsklagen begleitet, darunter fielen 321 tatsächliche Räumungstermine, die nicht abgewendet werden konnten. Insgesamt haben alle Fach­beratungsstellen der Wohnungsnothilfe im vergangenen Jahr 4289 Fälle von Wohnungsnot betreut.

Städtische Angebote für möglichst alle Bedürfnisse

Der Leiter des Sozialamts, Stefan Spatz, erklärt: "Alle Stellen der Wohnungsnothilfe arbeiten eng zusammen, um Lösungen anbieten zu können, die auf die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen angepasst sind. Frauen in Wohnungsnot haben andere Bedürfnisse als Männer, ­ältere benötigen eventuell mehr Betreuung als jüngere Menschen."

Deswegen bietet die Stadt unterschiedlich intensive Hilfen an - von der Beratung, Vermittlung in Interimswohnen bis hin zur stationären Vollversorgung. Die Stadt gibt für alle Angebote der Wohnungsnothilfe einen zweistelligen Millionenbetrag jährlich aus.

Vielfältige Aufgaben des Sozialamts

Im Wesentlichen ist das ­Sozialamt in vielfältiger Weise verantwortlich: Die Fachstelle zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit leistet aktiv im Vorfeld Prävention. Die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnothilfe kümmert sich um die Verteilung und Steuerung von Unterbringungsplätzen.

Die Sonderdienststelle Soziale Leistungen für Menschen in Wohnungsnot nimmt zugleich Aufgaben des Jobcenters und des Sozialamtes wahr, zum Beispiel die Leistungsgewährung für Wohnungslose. Das Sachgebiet Fürsorgeunterkünfte ist für die Unterbringung und das Fallmanagement für in Stuttgart zwangsgeräumte Haushalte zuständig.

Donnerstag, 01.12.2016