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Stadt sucht neue Azubis - Meneka Gadkari lässt sich zur Gärtnerin ausbilden

In einer neuen Serie stellt das Stuttgarter Amtsblatt Ausbildungsberufe bei der Stadt vor. Im ersten Teil geht es um den berühmten grünen Daumen: die Ausbildung als Gärtner oder Gärtnerin.

Mit Setzer und Fäustel bearbeitet Meneka Gadkari den Stein für eine Quadermauer. Sind die Kanten gerade und im Winkel geschlagen, kann der Stein, wie in der Mauer rechts im Bild, eingesMit Setzer und Fäustel bearbeitet Meneka Gadkari den Stein für eine Quadermauer. Sind die Kanten gerade und im Winkel geschlagen, kann der Stein, wie in der Mauer rechts im Bild, eingesetzt werden. Foto: Hellstern/Stadt Stuttgart
Mit einem Klirren prallt der Hammer auf den Setzer. Steinsplitter spritzen auf. Konzentriert beobachtet Meneka Gadkari durch ihre Schutzbrille, wie der Stein dank ihrer gezielten Schläge Formen annimmt. Die 28-Jährige macht beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt eine Ausbildung zur Gärtnerin mit der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau.

Zuvor hatte sie bis 2015 Archäologie auf Master in Kiel studiert. Ihr Schwerpunkt war Archäobotanik. "Dabei werden pflanzliche Reste von Nahrung analysiert", erklärt sie. "Man untersucht beispielsweise Nahrungsreste, die bei Ausgrabungen gefunden werden." Wenn Getreidereste an bestimmten Orten freigelegt werden, könnte in unmittelbarer Umgebung die Küche gewesen sein. Schon während des Studiums war Meneka Gadkari klar geworden, dass sie keine Archäologin werden will. "Ich hatte keine Lust, das ganze Jahr über im Büro zu sitzen. Deshalb habe ich mich nach meinem Abschluss als Gärtnerin bei der Stadt Stuttgart beworben."

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Kann man ein Abitur vorweisen oder eine andere abgeschlossene Berufsausbildung, so lässt sich die Dauer auf zwei Jahre verkürzen. Meneka Gadkari kann dabei Kenntnisse aus dem Studium anwenden: "So kenne ich zum Beispiel bereits die Gesteinsarten oder auch viele Pflanzenarten." Aber auch ohne große Vorkenntnisse ist ein Einstieg möglich.

Alle vier bis fünf Wochen steht die Berufsschule an: "Nachdem ich schon studiert habe, fällt mir die Berufsschule nicht schwer." Ihr Arbeitsalltag gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Die meisten Ausbildungsinhalte lernt sie bei den beiden Bautrupps des Betriebs, in der Ausbildungsgärtnerei sowie bei den Pflegetrupps des Amts. Auf den Baustellen erledigen sie zum Beispiel Erdarbeiten, legen Pflaster auf Wegen und Plätzen oder bauen Mauern und Treppen. Zudem werden Spielgeräte eingebaut sowie Rasen- und Pflanzflächen angelegt oder Stauden und Gehölze ­gepflanzt.

Doch was sollten Bewerber für die Stelle mitbringen? Wichtig wäre auf jeden Fall ein generelles Interesse am Gärtnern und an Pflanzen, Natur und Umwelt sowie handwerkliches Geschick. Manchmal ist die Arbeit ­körperlich anstrengend, aber "so bleibt man fit", sagt Gadkari. Man sollte mindestens einen Hauptschulabschluss haben und teamfähig sein, da meist ­zusammen mit Kollegen ge­arbeitet wird.
Interessierte können sich immer auf einen Ausbildungsplatz bewerben. "Ein Vorteil der Anstellung bei der Stadt ist, dass es geregelte Arbeitszeiten gibt, und man einen sehr abwechslungsreichen Berufsalltag hat", sagt Meneka Gadkari. "Ich komme während meiner Arbeit viel in Stuttgart herum und erlebe jeden Tag etwas Neues." In der Stadtgärtnerei, die ebenfalls zum Amt gehört, kann man sich auch in der Fachrichtung Zierpflanzenbau ausbilden lassen. Kritisch betrachtet Meneka Gadkari den bearbeiteten Stein vor sich. Die Quaderkanten sind dank Setzer und Fäustel gerade und im rechten Winkel geschlagen. Nun ist der Quader bereit, um in eine Natursteinmauer eingesetzt zu werden.

Noch bis zum 31. August bewerben

Ausbildungsinteressierte können sich bis zum 31. Au­gust bewerben. Bewerbungsunterlagen mit Lebenslauf und Kopien der letzten zwei Versetzungszeugnisse müssen an folgende Adresse geschickt werden: Landeshauptstadt Stuttgart, Garten-, Friedhofs- und Forstamt, Maybachstraße 3, 70192 Stuttgart.

Weitere Informationen

www.stuttgart.de/ausbildung

Donnerstag, 16.03.2017