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Das Schönste ist, jemandem helfen zu können

Im dritten Teil der Azubi-Serie geht es zum Amt für öffentliche Ordnung. Dort absolviert Lara Völkert einen Teil ihrer Ausbildung zur Verwaltungswirtin.
Bestattungsrecht. Ausstellen von Leichenpässen. Normalerweise kein Thema, mit dem sich junge Menschen intensiv beschäftigen. "Ich hab mich auch erstmal etwas gegruselt", erzählt Lara Völkert. Aber schnell fand die 22-Jährige ihre Aufgaben im Amt für öffentliche Ordnung spannend. Etwa wenn es darum geht, Angehörige von Verstorbenen zu ermitteln. "Das ist wie Detektivarbeit."

Lara Völkert an ihrem Schreibtisch im Amt für öffentliche Ordnung. Die Büroarbeit macht ihr Freude.VergrößernLara Völkert an ihrem Schreibtisch im Amt für öffentliche Ordnung. Die Büroarbeit macht ihr Freude. Foto: Susanne KernLara Völkert an ihrem Schreibtisch im Amt für öffentliche Ordnung. Die Büroarbeit macht ihr Freude. Foto: Susanne Kern
"Das Organisatorische liegt mir"

Seit September 2016 macht Lara Völkert eine Ausbildung zur Verwaltungswirtin im mittleren Dienst bei der Landeshauptstadt Stuttgart. Nach Realschulabschluss und Abitur hatte die Leonbergerin ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Evangelischen Jugendwerk absolviert. Sie arbeitete im Büro, half Zeltlager und Mitarbeitertage zu veranstalten. Und merkte: "Das Organisatorische liegt mir." Lara bewarb sich bei der Stadt. Es reizte sie, in einer großen Verwaltung zu arbeiten.

Außerdem kannte sie die Stadt als Arbeitgeberin bereits. Laras Mutter Andrea Völkert arbeitet ebenfalls im Amt für öffentliche Ordnung, aber in ganz anderen Bereichen. Sie kümmert sich etwa beim Tiernotdienst um herrenlose Haustiere und verletzte Wildtiere. Dass ihre Mutter auch bei der Stadt arbeitet, empfindet Lara weder als Vorteil noch als Nachteil. Es könne aber manchmal den Einstieg erleichtern. "Wenn jemand sagt: 'Ich kenne deine Mama', dann ist man schon im Gespräch", erzählt sie.

Neues entdecken, auch im Büro


Ihren Arbeitsalltag verbringt Lara vor allem im Büro. Langweilig findet sie das nicht. "Bei der Stadt kann man, auch wenn man im Büro arbeitet, viele unterschiedliche Sachen machen." Und Neues entdecken. "Ich habe hier gelernt, wie man ein Faxgerät bedient, das hatte ich noch nie in meinem Leben gemacht", erzählt sie lachend.

Die Ausbildung zum Verwaltungswirt dauert zwei Jahre. Auszubildende sind von Beginn an Beamte auf Widerruf. Sie durchlaufen vier verschiedene Ämter, lernen dort unter anderem Behördenorganisation, Haushalts- und Finanzrecht sowie öffentliches Dienstrecht. Zwischendrin gibt es vierwöchige Berufsschul-Blocks. Das letzte halbe Jahr ihrer Ausbildung geht es für die angehenden Verwaltungswirte nach Esslingen auf die Verwaltungsschule.

Etwas für Menschen tun


Für Lara Völkert ist das Amt für öffentliche Ordnung die zweite Station nach der Personalverwaltung des Gesundheitsamts, wo sie unter anderem Formulare zu Aufstockungen, Eingruppierungen und Arbeitszeitverkürzungen ausgestellt hat. Im Verlauf der Ausbildung wird sie auch noch in einem Bezirksamt arbeiten. Nach der Ausbildung möchte Lara gerne "voll einsteigen". Und hat viele Optionen, denn sie kann dann auf jedem Amt arbeiten, wo Verwaltungswirte gebraucht werden.

Am meisten mag Lara ihren Beruf in Situationen, in denen sie "jemandem helfen kann". Etwa, wenn ein Mitarbeiter seine Urlaubskarte verloren hat oder bei Anliegen von Bürgern. Lara möchte etwas für andere Menschen tun - und sieht sich mit ihrer Berufswahl auf dem richtigen Weg. "Es ist eine sinnvolle Aufgabe und ich finde es schön, zu einer funktionierenden Stadtverwaltung beizutragen."
Donnerstag, 30.03.2017