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Fürs Leonhardsviertel wird ein Bebauungsplan aufgestellt

Das Leonhardsviertel soll in seinem Charakter als historisches Altstadtviertel gestärkt und seine Kleinteiligkeit erhalten werden. Es wird angestrebt, den ursprünglichen Charakter des Viertels wiederherzustellen und eine ausgewogene Mischung der Nutzungen zu erreichen, wobei das Wohnen gestärkt und Vergnügungsstätten neu geregelt werden sollen. Dafür hat der Ausschuss für Umwelt und Technik am 16. Mai beschlossen, den Bebauungsplan Leonhardsviertel aufzustellen.
Luftbild LeonhardsviertelRund 35 Gebäude im Leonhardsviertel sind als geschützte Kulturdenkmale eingeordnet. Foto: Storck
Das Stuttgarter Konzept zur Verbesserung der Situation der Prostituierten in Stuttgart vom 25. April 2016 regt an, die "Rotlichtnutzung" im Leonhardsviertel deutlich zu reduzieren und schlägt vor, das Nebeneinander von Wohnen, Gaststätten, Gewerbe, Läden und Prostitution zu verbessern und ins Gleichgewicht zu bringen. Künftig soll das Gebiet als Mischgebiet oder als "Urbanes Gebiet" gelten - bei dieser Einordnung wären Bordelle und bordellartige Betriebe nicht zulässig. Betriebe dieser Art, die bereits vor 1985 und seither ununterbrochen existierten, sollen Bestandsschutz erhalten, Vergnügungsstätten und Wettbüros sollen ausgeschlossen werden. Außerdem werden Bauvorschriften zur Gestaltung der Fassaden und der Werbeanlagen erlassen, die bereits im Rahmen der vorgesehenen Gestaltungssatzung für das Leonhardsviertel erarbeitet wurden.

Das Plangebiet umfasst rund 1,8 Hektar zwischen dem Leonhardsplatz und der Lazarettstraße im Norden, der Hauptstätter Straße im Westen, dem Wilhelmsplatz im Süden und der Katharinenstraße im Osten. Das Gebiet umfasst Flächen mit einer kleinteiligen, gemischten Nutzung aus Wohnen, Dienstleistung und Kleingewerbe. Das Viertel ist außerdem stark geprägt von Rotlicht- und Vergnügungseinrichtungen. An der überwiegend historischen Bausubstanz, der Gebäudestellung, dem Straßenverlauf und den Raumprofilen ist der Charakter eines ursprünglich vorwiegend von Handwerkern, ­später auch vom Kleinbürgertum bewohnten Viertels mit seiner kleinteiligen Bebauung und hohen Dichte auch heute noch deutlich ablesbar. Rund 35 Gebäude sind als geschützte Kulturdenkmale eingeordnet.
Donnerstag, 18.05.2017