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Geothermieanlage im B10-Rosensteintunnel versorgt künftig Wilhelma mit Wärme - Stadt bekommt Förderung durch Bundesumweltministerium

Die Landeshauptstadt Stuttgart erhält im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms knapp 270.000 Euro für eine Geothermieanlage im neuen B10-Rosensteintunnel.

Die Anlage beliefert die Wilhelma mit Wärme, um damit zum Beispiel das neue Elefantenhaus oder die Asienanlage zu beheizen. Gleichzeitig wird die Tunnelbetriebstechnik mit dem System gekühlt. Die Gesamtkosten der Tunnel-Geothermieanlage betragen rund 685.000 Euro. Das Amt für Umweltschutz geht davon aus, dass sich die Anlage in zwölf Jahren amortisiert.

Geothermieanlage im B10-Rosensteintunnel: Stadt bekommt Förderung durch BundesumweltministeriumRita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, und der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids. Foto: Kraufmann/Thomas Hörner
Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, hat den Zuwendungsbescheid am Freitag, 7. Juli, an den Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, überreicht.

CO2-Einsparung, Tunnelbau und Verkehrslenkung

Bürgermeister Peter Pätzold: "Mit der Tunnel-Geothermieanlage wird eine zusätzliche Möglichkeit zur Nutzung von regenerativer Energie aufgezeigt. Damit leistet dieses Projekt einen weiteren wichtigen Beitrag für das Energiekonzept der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Förderung freut uns umso mehr, weil sie für ein nachhaltiges Produkt ist."

Rita Schwarzelühr-Sutter sieht in dem Projekt eine gute Verbindung des Einsparens von CO2, Tunnelbau und Verkehrslenkung. "Mit der Anlage wird über die Hälfte der CO2-Emission vermieden. Die 270.000 Euro sind gut angelegtes Geld", sagte die Staatssekretärin, auch vor dem größeren Hintergrund des Pariser Klimaabkommens. Mit dem Geld werde nicht nur die CO2-Einsparung gefördert, sondern auch innovative Umwelttechnik.

Im Moment befindet sich der B10 Rosensteintunnel, mit dem der Rosensteinpark und die Wilhelma auf einer Länge von rund 1300 Metern unterquert wird, im Bau. Die erforderliche Betriebstechnik für den Tunnel produziert Abwärme, die abgeführt werden muss. Wärme im Tunnel, die durch den Fahrzeugverkehr entsteht, kann in Teilen in den Wintermonaten ebenfalls energetisch genutzt werden.

Über 200 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger pro Jahr

Geplant ist, die Abwärme im Erdreich zu speichern und für die Wilhelma nutzbar zu machen. Dafür werden Wärmetauscherleitungen in der Tunnelinnenschale verlegt, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung. Im Winter wird die im Erdkörper gespeicherte Wärme und Abwärme der Fahrzeuge an das Wasser in den Wärmetauscherleitungen übertragen und mit einer Wärmepumpe auf ein nutzbares Temperaturniveau gehoben. Im Sommer wird überschüssige Energie im Erdkörper gespeichert.

Die zu erwartende Minderung von Treibhausgas durch die Anlage beträgt jährlich 201 Tonnen CO2. Darüber hinaus werden weitere Luftschadstoffe vermieden, wie Staub, Kohlenmonoxid und flüchtige organische Kohlenwasserstoffe (VOC).

Das Umweltinnovationsprogramm ist ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums. Unterstützt werden Anlagen mit Demonstrationscharakter, die einem fortschrittlichen Stand der Technik entsprechen und mit möglichst wenig Umweltbelastung und geringem Ressourcen- und Energieeinsatz auskommen.

Das Projekt baut auf den Erkenntnissen aus der Tunnel-Geothermieanlage im Fasanenhof-Tunnel der Stadtbahnlinie U6 auf. Dort wurde gemeinsam mit dem Institut für Geotechnik der Universität Stuttgart eine Forschungsanlage erstellt. Das Institut ist auch beim Rosensteintunnel zur wissenschaftlichen Begleitung eingebunden.

Freitag, 07.07.2017