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1000 zusätzliche Bäume für Stuttgart - Programm "Neues Grün in der Stadt" ist erfolgreich angelaufen

Sie sorgen für frische Luft, spenden Schatten, kühlen den Talkessel - ohne Bäume wäre das Leben in Stuttgart weniger angenehm. Neben 5000 Hektar Wald sind dafür vor ­allem die rund 180 000 Stadtbäume unverzichtbar. Ihre Zahl wird bis Ende 2017 um weitere 1000 steigen - so sieht es das Programm "Neues Grün in der Stadt" vor, das von Oberbürgermeister Fritz Kuhn angestoßen wurde.

Montage 'Bäume in Stuttgart'In Grünanlagen wie dem Veielbrunnenpark (links oben) und dem Schlosspark (rechts oben) steigern Bäume den Wohlfühl- und Erholungsfaktor. Aber auch Neupflanzungen wie auf der Königstraße oder an der Ecke Herzog-/Weimarstraße im Westen (links unten) sowie die bereits etablierten Bäume auf dem Hospitalplatz (rechts unten) wirken sich günstig auf Klima und Luftschadstoffe aus. Fotos: Susanne Kern / Stuttgart Marketing GmbH / Stadt Stuttgart / Baldauf Architekten

Um das erfolgeich angelaufene Programm fortführen zu können, ist es wichtig, dass es Ende des Jahres vom Gemeinderat im Doppelhaushalt 2018/2019 fortgeschrieben und erneut Geld dafür bereitgestellt wird. Was die Stadtverwaltung weiterhin plant, hat der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, Volker Schirner, im Ausschuss für Umwelt und Technik Anfang Juli vorgestellt.

Planen und organisieren

Dass das Programm auf einem guten Weg ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Bis April dieses Jahres wurden bereits 729 Bäume gepflanzt, bis ­Ende des Jahres werden es 1000 sein. Bisher waren Ersatzpflanzungen Schwerpunkt, jetzt sind es neue Pflanzungen.
Weitere Pflanzungen im Stadtgebiet schlägt die Verwaltung auch für den Doppelhaushalt 2018/2019 vor. So könnten im Bezirk Mitte in den Straßenzügen Olgastraße, Gymnasiumstraße, Hirschstraße, Stiftstraße und Bolzstraße und im Bezirk Süd ebenfalls in der Olgastraße und Neuen Weinsteige neue Bäume gepflanzt werden. Weitere Standorte sieht das Garten-, Friedhofs- und Forstamt im Bezirk West in der Breitscheidstraße und im Bezirk Ost in der Ameisenbergstraße und Wunnensteinstraße.

Hinzu kommen freie Baumstandorte, die neu bepflanzt werden sollen. Dort standen bereits zuvor Bäume, die zum Beispiel auf Grund von Schäden eine Gefahr für Fußgänger, den Auto- und Fahrradverkehr dargestellt hatten und deshalb ­gefällt werden mussten.
"Bevor ein Baum gepflanzt werden kann, gibt es für die Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts einiges zu ­planen und zu organisieren", sagt Amtsleiter Volker Schirner. "Wir prüfen, ob der Baum vor Ort einen geeigneten Lebensraum vorfindet oder ob angrenzende Gebäude und Bewohner beeinträchtigt sind." Deshalb gilt es, die Bedingungen vor Ort abzuklären: Finden die Wurzeln ausreichend Platz? Ist eine Baumpflege möglich? Kann der Baum ausreichend bewässert werden? Hinzu kommen Aspekte, die sich vor allem auf Pflanzungen im Straßenraum beziehen. "Wird ein Baum im Straßenraum angesiedelt, muss vorab geklärt werden, ob Strom-, Gas-, Wasser- oder auch Telefonleitungen betroffen sind. Ist das der Fall, machen wir uns Gedanken über eine mögliche Verlegung der Leitungen oder einen zusätz­lichen Schutz", so Schirner.

Positiv fürs Klima

Auch auf Parkplätzen, im Bereich von Zufahrten oder an Flächen, an denen die Feuerwehr im Notfall Leitern anlegen muss, können Bäume ein Hindernis darstellen. Hier ist ebenfalls eine Überprüfung notwendig.

Rund 38 000 Straßenbäume, also Bäume, die sich im ­direkten Straßenraum befinden, gibt es in Stuttgart. Durch ihren Standort sind sie besonderem Stress ausgesetzt. Außer durch Hitze, Abgase und einen knappen Wurzelraum droht ihnen auch Gefahr durch Stamm- und Wurzelschäden.

Klar ist: Bäume sind in der Stadt unverzichtbar - vor allem mit Blick auf den Klimawandel: Sie filtern Schadstoffe wie Staub aus der Luft und verbessern so die Lufthygiene. Durch ihr dichtes Blätterwerk verhindern sie, dass sich Gebäude und Straßen übermäßig aufheizen und ­tragen somit auch dazu bei, dass diese nachts weniger Wärme abgeben. Die Folge: die Luft kühlt nachts besser ab. Zusätzlich kann über dem Wurzelraum Regenwasser versickern und in den natür­lichen Wasserkreislauf zurückkehren. Auf diese Weise sorgen Stadtbäume auch für mehr Grundwasser.


Baumpate werden

Ihnen liegen die Bäume im Stadtgebiet am Herzen? Dann werden Sie Baum­pate. Als Patin oder Pate kümmern Sie sich um Abfall, der am Baum hinterlassen wurde, oder melden Baumschäden, die Ihnen auffallen. Um eine aus­reichende Bewässerung des Baumes kümmert sich die Stadt. Unterstützt werden Sie bei Ihrer Patenschaft vom Pro Stuttgart Verkehrsverein. Der Verein prüft, ob ­eine Patenschaft für einen gewünschten Baum möglich ist und vermittelt alle notwendigen Informationen. Interessenten können sich unter Telefon 295000 oder info@ProStuttgart.de melden.

Zusammen mit der Stadt Stuttgart rief der Verein 1993 die Initiative Baum­patenschaften ins Leben. Inzwischen engagieren sich rund 183 Baumpaten für über 500 Bäume und bepflanzte Bereiche.

Donnerstag, 27.07.2017