Gustav-Siegle-Haus: 1944 bis 1953

Auflösung der Gustav-Siegle-Stiftung

Die Gustav-Siegle-Stiftung wurde nach dem Krieg aufgelöst, da das Vermögen durch die Inflation als auch durch die Währungreform zu stark geschrumpft war. Die Ruine des Gustav-Siegle-Hauses und das Restvermögen der Stiftung wurden der Stadt Stuttgart übergeben.

Wiederaufbau

1950 und 1951 wurde die eiserne Dachkonstruktion und die Abdeckung des Gebäudes erneuert, um die Ruine vor weiterem Verfall zu schützen. Der Aufwand für diese Maßnahme lag bei rund 100.000 DM.

Über den Wiederaufbau des Gustav-Siegle-Hauses wurde schlussendlich in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 12. März 1953 abgestimmt. Dem Antrag Bürgermeisters Hirns auf Wiederaufbau wurde als dringendes Anliegen im kulturellen Gesamtinteresse zugestimmt.

Martin Elsässer wurde mit dem Wiederaufbau beauftragt. Er war ein Schüler Theodor Fischers, des Erbauers des Gustav-Siegle-Hauses. Auch die die Stuttgarter Markthalle, die Gaisburger Kirche und die Wagenburgschule stammen von Martin Elsässer.

Das Gustav-Siegle-Haus erhält ein neues Vordach, 1950Vergrößern
Das Gustav-Siegle-Haus erhält ein neues Vordach, 1950. Copyright: Stadtarchiv Stuttgart

Gestaltung des Neubaus

Beim Umbau des Gustav-Siegle-Hauses versuchte Martin Elsässer sich möglichst nah an die ursprünglichen Pläne Fischers zu halten.  Um das Gebäude weiterhin zeitgemäß zu halten, waren jedoch einige Änderungen notwendig. Beispielsweise hatten die zur Hauptstätter Straße zeigenden Giebel den Zweck, das Gebäude unter den anderen hervorzuheben. Da nach dem Krieg die Häuserfront jedoch stark ausgedünnt war, waren die Giebel nicht mehr notwendig und konnten verkleinert werden.

Der Neubau verfügte über einen Hauptsaal mit 930 Plätzen und drei kleinere Säle mit je 200 Plätzen. Die Volkshochschule erhielt neben Räumen für ihre Veranstaltungen auch kleinere Tagungsräume, in denen Abendkurse stattfinden konnten. An der Vorderseite des neuen Anbaus wurde ein neuer Brunnen geschaffen. Die halbrunde Brunnenschale mit der darauf thronenden Mädchengestalt bietet einen angenehmen Kontrast zur strengen Quaderung des restlichen Anbaus und ist noch heute neben dem Eingang des BIX zu sehen.

Wiederaufbau des Gustav-Siegle-Hauses, 1950Vergrößern
Wiederaufbau des Gustav-Siegle-Hauses, 1950. Fotos: Stadtarchiv
Nach dem Umbau, 1954Vergrößern
Nach dem Umbau, 1954. Foto: Arthur Wetzel. Copyright: Stadtarchiv

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