Breuninger plant Dorotheen Quartier
Die Firma Breuninger plant, das Viertel am Karlsplatz im Zentrum der Stuttgarter Innenstadt umzugestalten und als lebendigen Platz mit Bars und Cafés neu zu interpretieren. Das Großprojekt Dorotheen Quartier soll mit hochwertigen Einzelhandels- und Gastronomieflächen, Wohnungen und Büros den Bereich zwischen Marktplatz und Schlossplatz stärken. Der Gemeinderat, die Stadtverwaltung sowie beteiligte Gremien müssen noch zustimmen.
Abgesehen von noch zu treffenden Realisierungsentscheidungen, Gremienbeschlüssen und Baugenehmigungen, dauern die Bauarbeiten rund drei Jahre. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt über 200 Millionen Euro.
"Wir möchten mit dem geplanten Dorotheen Quartier einen positiven Beitrag zur Stadtentwicklung leisten und einen zentralen Bereich der Innenstadt zum attraktiven Anziehungspunkt für die Stuttgarter Bürger und Besucher aus aller Welt gestalten", so Willem G. van Agtmael, Geschäftsführender Gesellschafter von Breuninger.
Mit dem Dorotheen Quartier besteht eine große städtebauliche Chance. Die funktionalen Mängel im Bereich zwischen Marktplatz und Karlsplatz werden beseitigt. Das historisch bedeutsame Umfeld erfordert einen sehr behutsamen Umgang mit den geplanten Baumassen.
Dazu Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: "Wir haben lange um diesen Vorschlag gerungen. Der jetzt vorliegende Entwurf setzt sich mit der historischen Situation konstruktiv auseinander. Mit dieser Architektur können wir den Karlsplatz durch eine zeitgemäße urbane Nutzungsmischung beleben. Zwischen Schlossplatz und Marktplatz kann eine neue Urbanität erlebbar werden. Durch diese zeitgemäße Neuinterpretation des Stadtbildes am Karlsplatz im historischen Kontext des Alten und Neuen Schlosses, der historischen Markhalle, des Waisenhauses und des Hotels Silber, gewinnt das gesamte Stadtquartier."
Zum Projekt
Seit dem internationalen Architektenwettbewerb im März 2010 wurde das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt. Die Planer haben die oberirdische Geschossfläche von 49 000 Quadratmeter auf rund 38 000 Quadratmeter reduziert. Der renommierte Stuttgarter Architekt Stefan Behnisch gestaltet einen zukunftsorientierten Entwurf, der die Sporerstraße mit dem Platz vor der Markthalle vereint. Das Architektur-Ensemble verfügt über Ecken und Kanten, eine topografisch bewegte Dachlandschaft als fünfte Fassade erscheint als markanter Orientierungspunkt der Stadt. Die Bebauung sieht in der Regel sieben bis neun Geschosse vor, der Hochpunkt liegt bei elf Geschossen und einer maximalen Traufhöhe von 23 Metern.
Um die Einbindung in das historische Umfeld zu sichern, wurde der alte Da Vinci Entwurf mit zwei Baukörpern nun in drei Gebäudeeinheiten zum neuen Dorotheen Quartier umgeplant. Die ehemalige Gestapozentrale, das Hotel Silber, bleibt entgegen der ursprünglichen Planung im Besitz des Landes und ist nicht mehr Teil des Projekts. Der Nutzungsmix des neuen Viertels wird ebenso aus niveauvollen Geschäften, gemütlichen Cafés, ausgesuchten Restaurants, innovativen Bars und kreativen Lounges bestehen, wie aus hochwertigen Büros und Wohnungen. Außerdem sind knapp 400 Tiefgaragen-Parkplätze vorgesehen. Breuninger wird im Dorotheen Quartier selbst keine Flächen nutzen.
Zeitnaher Baubeginn
Sofern sich die Rahmenbedingungen für das Projekt wie Baukosten, Finanzierungszinsen und Vorvermietungsstand als positiv erweisen, und der Gemeinderat, die Stadtverwaltung sowie beteiligte Gremien grünes Licht geben, soll mit dem Bau des Dorotheen Quartiers zeitnah begonnen werden.
Mit dem Dorotheen Quartier erhält die Stadt zwischen Alten Schloss, Rathaus und Markthalle ein zentrales Viertel zurück, das ihr die Geschichte entrissen hatte: Der Name erinnert an den ehemaligen Dorotheenplatz. Die Dorotheenstraße wurde 1811 nach Herzogin Friederike Dorothea Sophie von Württemberg, geborene Prinzessin von Brandenburg-Schwedt (1736-1798) benannt. Sie war die Gattin von Herzog Friedrich Eugen von Württemberg, der von 1795bis 1797 regierte, und die Mutter des ersten Königs von Württemberg, Friedrich I.





