Gedichte von Mara Bohde (4. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2012)

Frühlingsruf

Frühling, Bote der Natur,
Zeig uns deiner Seele Klänge,
Küsse sanft die raue Flur
ziehe leuchtend durch die Hänge.

Lass zart die ersten Blüten sprießen,
Bäche rauschend neu erwachsen,
Glück durch unsre Herzen fließen,
schenk den Kindern wieder lachen.

Nachtgesang

Der Tag ist langsam ausgeklungen
Ein letzter Vogelruf erschallt
Und das Licht das er besungen
Zieht sich zurück aus Tal und Wald.

Die Dunkelheit schwingt ihre Flügel,
Voll Güte über Fluss und Flur
Und klarer Mond gießt über Hügel
Und Häuser seine Silberspur.

Die leise, bittersüße Trauer,
Vergangener Tage holt mich ein,
Und ich lieg wach im Sternenschauer,
und war noch niemals so allein.

Doch Nacht singt zarte Zauberworte,
Gewebte Träume mir ins Ohr
Und zeigt mir sagenreiche Orte,
Die heller Tag schon lang verlor.

Oh lege deine sanften Arme,
Um mich und nimm mich mit dir fort,
Zieh mich in die vergessenen Tiefen,
Und tröste mich mit stummen Wort.