Gedichte von Lisa Kunze (4. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2012)

tränen

ich atme deinen namen
ich schmecke ihn im wind
gleich einem traumessamen
dem tränen nahrung sind

ich höre deine farben
sie leuchten meinem traum
doch hinterlassen narben
die zeit verwischt sie kaum

Momentaufnahme

Bunte Schatten tanzen in der Dunkelheit,
Sonnenlicht steigt hell in mir empor
- bald wärmt es den Traum, der früher fror;
Leise Farben tropfen in die Helligkeit.

Ein gelber Ton, noch zitternd, tritt ans Licht,
steigt auf in kleinen Wolken voller Glück,
entschwebt, doch kehrt er irgendwann zurück
als Spiegel, der die Last der Blicke bricht.

Und Du stehst da und siehst mich lächelnd an,
Dein Blick so warm, dass ich nicht anders kann
als leben

und hoffen, dass Du irgendwann
beginnst, den Tag, den ich geträumt,
zu weben.