Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen

Stuttgarter Kindertageseinrichtungen mit einem Anteil von 50 Prozent und mehr erhalten zusätzliche städtische Mittel zur gezielten Sprachförderung. Diese findet auf der Grundlage eines zwischen den großen Trägern abgestimmten Konzeptes, den Stuttgarter Leitlinien zur ganzheitlichen Sprachförderung, statt. Im September 2009 wurde eine Evaluationsstudie zur Sprachförderung abgeschlossen, durchgeführt von der Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaften.

Seit 2011 nehmen 70 städtische Kitas am Bundesprogramm "Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teil. Einrichtungen mit einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und mit Gruppen für 0-3-Jährige erhalten zusätzliche Stellenanteile für die gezielte sprachliche Förderung von Kindern unter 3 Jahren.

Dieses Projekt hat zu einer deutlichen Qualitätsentwicklung der alltagintegrierten Sprachförderung in den einzelnen Kitas geführt. Hintergrund dafür ist die Integration einer zusätzlichen Sprachexpertin, die durch regelmäßige Weiterqualifizierung und professionelle Beratung in ihrer Arbeit unterstützt wird. Ihr Aufgabenbereich unterteilt sich in drei Schwerpunktbereiche:

1. Fachliche Beratung, Qualifizierung und Unterstützung der Fachkräfte in der Kita:

Durch Theorie-Inputs, Reflexion des Sprachverhaltens der Fachkräfte und Überprüfung der sprachanregenden Alltagsgestaltung hat sich die Spracherziehung und -förderung in den Schwerpunktkitas zu einer bewussten, dialogischen und kompetenzorientierten Haltung weiter entwickelt. Diese Inhalte werden von der zusätzlichen Fachkraft in Absprache mit der Einrichtungsleitung kontinuierlich in Einzel-, Klein- und Großteambesprechungen thematisiert.

2. Beratung, Begleitung und fachliche Unterstützung des Teams für die Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder:

Durch regelmäßige Sprachstanderhebungen werden die sprachlichen Kompetenzen des Kindes wahrgenommen und dokumentiert. Diese sind Grundlagen für das Entwicklungsgespräch zwischen Eltern und Fachkräften, das gemeinsam mit der Sprachfachkraft vorbereitet werden kann. Sie steht den Eltern als Ansprechperson zur Verfügung und initiiert motivierende Bildungs- und Gesprächsangebote für Familien.

3. Sprachpädagogische Arbeit mit Kindern:

Sie unterstützt sprachanregende Projekte, beobachtet und dokumentiert die kindlichen Interaktionsprozesse und achtet gezielt auf förderliche Sprachbildungssituationen.

Mit diesem Aufgabenprofil ergänzt die zusätzliche Sprachexpertin das Fachkräfteteam. Gemeinsam verankern sie die alltagsintegrierte Spracherziehung und -förderung als einen Schwerpunkt der Konzeption in der Kita. Unter der Koordination und Begleitung der Einrichtungsleitung entwickelt sich so ein multiprofessionelles Team in den Stuttgarter Kitas. Mehr zum Einstein-Konzept.