Gedichte von Frederik Hartmann (3. Preis beim Jugend-Lyrikwettbewerb 2013)

Rose

erwächst
aus dem Staub.
Aus dem Staub
wächst
eine Rose.
Habe mich nicht getraut zu glauben,
glaubte auch nicht mir selbst zu trauen,
es ist so seltsam anzuschauen:
Es wächst die Rose aus dem Staub.

Stirbt die Würde

An der Front im Schützengraben,
kann Menschlichkeit nicht ferner sein,
und Kindersoldaten haben,
ihre Eltern längst begraben,
zwischen Opium und Tod.

Haben die Fabrikarbeiter,
Arbeit für einen Hungerlohn,
unten an der Kastenleiter,
und die Armut schreitet weiter,
Zwangsarbeit, Prostitution.

In einer völlig anderen Welt,
wo Kaviar den Reis ersetzt,
Mastfleisch, Konsum und Bier gefällt,
nach alledem die Frage stellt:
Wo stirbt die Würde denn zuletzt?