Präventionsprojekt für Kinder und Jugendliche bei häuslicher Gewalt "Hinschauen - Erkennen - Handeln"

Präventionsprojekt für Kinder und Jugendliche bei häuslicher Gewalt "Hinschauen - Erkennen - Handeln"

Unter häuslicher Gewalt versteht man in der Regel Gewalt in Ehe und Partnerschaftsbeziehungen. Schätzungen zum Auftreten von häuslicher Gewalt in Familien gehen von 10 bis 30 % aus. Demnach wären in Stuttgart zwischen 5.500 bis 16.500 Familien betroffen. Zahlen, die nachdenklich machen, denn das Thema "Häusliche Gewalt" wird auch zwölf Jahre nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes immer noch tabuisiert oder nach Möglichkeiten geheim gehalten bzw. als Privatangelegenheit abgetan. Es wird weiterhin weggeschaut, nicht hingehört oder das Thema nicht ernst genommen. Entsprechende Hilfsangebote erreichen so nur einen kleinen Teil der Betroffenen, ob Opfer oder Täter/-innen.

Hier setzt unser Präventionsprojekt im Bereich Häuslicher Gewalt "Hinschauen -  Erkennen - Handeln: Wir alle können etwas tun!" an. Kinder und Jugendliche übernehmen als Erwachsene oft die in der Familie erlebten Verhaltensmuster der Eltern und damit - meist genderspezifisch - die entsprechende Opfer- oder Täterrolle. Zudem sorgt das (Mit-) Erleben von Häuslicher Gewalt für erschwerte Entwicklungsbedingungen und Benachteiligung.

In diesem Projekt geht es deshalb vor allem darum, durch eine systematische und institutionell abgestimmte Sensibilisierung und Vernetzung des sozialen Umfelds von Kindern und Jugendlichen in einem Stadtbezirk den jeweiligen Akteuren Möglichkeiten des Erkennens und Handelns aufzuzeigen. Die Kinder und Jugendlichen sollen entsprechend gestärkt werden, sich entweder als Betroffene selbst Hilfe zu holen oder Betroffene in ihrem Umfeld zu unterstützen. Allgemein soll eine Kultur und Haltung des Hinschauens und Verantwortungsübernahme geschaffen werden. Dazu bedarf es insgesamt vielschichtige und sensible Methoden und Instrumente (Sensibilisierungstrainings, Schulungen und Veranstaltungen, Theaterpädagogik, Social Media u.a.), die im Rahmen des Projekts in Kooperation mit Experten/-innen und Fachstellen zum Thema häusliche Gewalt entwickelt und eingesetzt werden.

Ziele des Projekts

  • Kinder und Jugendliche altersgerecht über häusliche Gewalt aufklären und informieren, wo und wie sie für sich oder andere Hilfe holen können
  • Mädchen und Jungen befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, in ihren eigenen, späteren Partnerbeziehungen keine Gewalt auszuüben oder zu erdulden
  • Sensibilisierung des sozialen Umfeldes (Schule, Kita, offene und mobile Jugendarbeit, religiöse und kulturelle Zentren, Vereine, Öffentlichkeit) von Kindern und Jugendlichen zum Thema Häusliche Gewalt
  • Handlungsmöglichkeiten und -strategien zur Präventionsarbeit für Multiplikatoren zu vermitteln
  • Enttabuisierung und "Entprivatisierung" von Häuslicher Gewalt bzw. Partnergewalt
  • Vernetzung aller relevanten Träger, Einrichtungen und Organisationen im Stadtteil
  • Nachhaltigkeit durch Implementierung der laufenden Ergebnisse bei den zuständigen Institutionen und politischen Gremien.

Handlungsfelder und Angebote Kinder und Jugendliche:

  • Workshops zu Selbstbehauptung und Peer-Unterstützung in den Klassenstufen 5 - 7
  • Workshops zum Thema "Gewalt in jungen Liebesbeziehungen - respektvoller Umgang!" in den Klassenstufen 7 - 12

Handlungsfelder und Angebote Fachkräfte und Multiplikatoren

  • Schulungen, Workshops und Fachtage für Fachkräfte
  • Kita
  • Schule
  • Offene und mobile Jugendarbeit und Jugendhilfe
  • und andere Institutionen und Beratungsstellen

Handlungsfelder und Angebote Öffentlichkeitsarbeit

  • Informationsveranstaltungen
  • Aktionen und Vorträge
  • Informationsmaterial
  • Pressearbeit
Zum Download:

Flyer_Partnergewalt (PDF)

Dokumentation Auftaktveranstaltung Präventionsprojekt Hinschauen Erkennen und Handeln (PDF)

Angebote für Schulen (PDF)

Angesiedelt bei der Stadt Stuttgart, durchgeführt durch die Abteilung Individuelle Chancengleichheit für Männer und Frauen, wird dieses Projekt finanziert von der Robert-Bosch-Stiftung und der Europäischen Kommission

Kontaktdaten