Lärm durch Kirchengeläut

Was früher zum Leben in der Gemeinschaft selbstverständlich dazu gehörte, wird heute teilweise als störend empfunden - das Läuten der Kirchenglocken.

Bei der Beurteilung von Kirchengeläut wird zwischen dem Zeitläuten und dem täglichen Gebetsläuten und liturgischem Glockengeläut unterschieden.

Die Dreifaltigkeitskirche in MünsterVergrößern
Foto: Manfred Engelmann

Zeitläuten

Das Zeitläuten (Stundenschläge) von Kirchenglocken wird als sogenanntes "nichtsakrales Geläut" behandelt; es unterliegt grundsätzlich den immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen, so dass dadurch keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden dürfen.

Schädliche Umwelteinwirkungen sind Immissionen, die geeignet sind, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft zu gefährden oder erheblich zu belästigen. Ob schädliche Umwelteinwirkungen vorliegen, ist unter Berücksichtigung der geltenden Lärmrichtwerte beziehungsweise der Gebietsart (wie allgemeines Wohngebiet, Mischgebiet) zu beurteilen.

Wir empfehlen, sich bei Lärmbelästigungen durch Kirchenglockengeläut zunächst direkt mit der betroffenen Kirche in Verbindung zu setzen.

Liturgisches Glockengeläut

Unter liturgischem Glockengeläut (Angelusläuten) ist das in der Regel drei Mal täglich (morgens, mittags und abends) stattfindende Gebetsläuten zu verstehen, das insgesamt aus drei mal drei Glockenschlägen und einem etwas längerem Abschlussgeläut besteht und in der Regel bis zu einigen Minuten dauert. In diesem Fall handelt es sich um ein sogenanntes "kultisches Geläut", das anders beurteilt wird, da hier die Kirchentradition das Ruhebedürfnis des Einzelnen überwiegen und eine zumutbare, sozialadäquate und ortsübliche Einwirkung darstellen kann.

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