Riskanter Alkoholkonsum im Alter

In der Altersgruppe vor Eintritt in den Ruhestand praktiziert in Stuttgart etwa jeder Fünfte einen riskanten Alkoholkonsum. Während der Anteil bei Männern über 65 Jahren auf etwa 30 % ansteigt, bleibt bei Frauen dieser Altersgruppe der Anteil mit einem riskanten Konsum etwa konstant und sinkt in der Altersgruppe 75 Jahre und älter auf 15 % ab.

Mit steigendem Einkommen steigt auch der Anteil an Personen mit einem riskanten Konsum. Bei allein lebenden Frauen zeigte sich seltener ein riskanter Konsum als bei Frauen, die mit anderen im Haushalt zusammen leben. Bei Männern verhält es sich umgekehrt: Hier scheint das Alleinleben ein Risikofaktor für einen riskanten Konsum zu sein. Das Bewusstsein, dass es sich um einen riskanten Konsum handelt, scheint bei vielen nicht ausgeprägt zu sein: Bei den Befragten mit einem riskanten Konsum hatte nur jeder Dritte schon einmal darüber nachgedacht, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Den ausführlichen Auswertungsbericht zum riskanten Alkoholkonsum im Alter finden Sie hier:

Riskanter Alkoholkonsum im Alter (PDF)

Was heißt das denn: Riskanter Konsum von Alkohol? Wir sprechen von Alkoholkonsum in gesundheitlich riskanter Form, wenn Männer mehr als zwei alkoholische Getränke (24 g reiner Alkohol) und Frauen mehr als eines (12 g reiner Alkohol) pro Tag konsumieren. Hinweise auf Kriterien des riskanten Alkoholkonsums finden sich auch bei Veränderungen der psychischen und/oder physischen Funktionen, bei Konsum zu unpassenden Gelegenheiten, z. B. im Straßenverkehr oder während der Arbeit, bei täglichem Konsum und bei gezieltem Trinken zum Abbau von Spannungen, Ängsten und Stress. Dieser riskante Konsum von Alkohol kann die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Frauen und Männer beeinträchtigen.

 

Ab wann gehöre ich persönlich nun zu der Gruppe, von der wir hier sprechen? Auf diese Frage kann keine allgemeingültige Antwort gegeben werden. Ältere Menschen sind - auch in Stuttgart - keine einheitliche Gruppe. Der gesundheitliche und körperliche Zustand, die familiäre Situation, die Finanzen, die Mobilität und das soziale Umfeld älterer Menschen können sehr unterschiedlich sein. Aber alle älteren Menschen haben gemeinsam, dass sich mit dem Älterwerden körperliche Veränderungen ergeben, aufgrund derer ein harmonischer und bewusster Umgang mit dem Alkohol ratsam ist:

 

Zum Beispiel nimmt mit dem Älterwerden der Wasseranteil des Körpers ab. Zugleich braucht die Leber länger für den Abbau des Alkohols. Dadurch kann die gleiche Menge Alkohol bei älteren Menschen zu einem höheren Alkoholpegel und auch schneller zu körperlichen Beeinträchtigungen führen. Wenn das der Fall ist, dann sollten Sie weniger trinken als früher gewohnt. Außerdem können durch einen riskanten Alkoholkonsum bereits bestehende Erkrankungen ungünstig beeinflusst werden. Auch eine Abhängigkeit kann sich schneller einstellen und es besteht die Gefahr für Unfälle unter Alkoholeinfluss im Haushalt oder bei der Teilnahme am Straßenverkehr.

 
 

Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen auf den Konsum von Alkohol verzichten müssen. Wer in Maßen trinkt, etwa bei einem geselligen Zusammensein mit Freunden, einer Feier oder zu einem feinen Essen, kann sich damit durchaus etwas Gutes tun.

Gegen einen harmonischen, genussvollen Alkoholkonsum ist nichts einzuwenden. Nur: Maß halten ist wichtig - auch im Alter. Jeder, der Alkohol trinkt, sollte sich daher mit der Frage beschäftigen, wo die eigenen Grenzen für einen riskanten Alkoholkonsum liegen, und auch auf alkoholfreie Tage achten.

 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterhält im Internet eine Informationsseite, mit wichtigen Informationen über den Alkoholkonsum und einem Online-Test für einen riskanten Alkoholkonsum. Die Internetseite ist über folgenden Link erreichbar:

 
 

Die Suchtberatungsstellen der Stuttgarter Suchthilfeträger finden Sie hier:

 
http://www.stuttgart.de Stichwort: Suchtberatung