2014 - Initiative Gedenkstätte Killesberg

Oberbürgermeister Fritz Kuhn überreichte am Dienstag, 25. Februar, im Großen Sitzungssaal des Rathauses die Skulptur an den Sprecher der "Initiative Gedenkstätte Killesberg", Fritz Röhm, der die Auszeichnung stellvertretend für die weiteren 18 Preisträger entgegennahm.

Gemeinsam mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) und der Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) würdigt die Landeshauptstadt Stuttgart mit der Otto-Hirsch-Auszeichnung 2014 erstmals keine Einzelperson, sondern eine Gruppe von ehrenamtlich engagierten Menschen.

Als Mitglieder der Initiative wurden ausgezeichnet

  • Ulrich Bracher
  • David Elsässer
  • Uli Hangleiter
  • Dr. Michael Kienzle
  • Joseph Klegraf
  • Walter Kümmerle
  • Beate Müller
  • Dr. Roland Müller
  • Gabriele Müller-Trimbusch Bürgermeisterin a.D.
  • Diakon Alfred Nicklaus
  • Professor Roland Ostertag
  • Pfarrerin Monika Renninger
  • Dr. Eberhard Röhm
  • Fritz Röhm
  • Christian Schwinge
  • Pfarrer Johannes Steinbach
  • Hermann Söhner
  • Jörg Titze
  • Sigrid Warscher.

Otto-Hirsch-Auszeichnung 2014 - Vertreter der Initiative Gedenkstätte Killesberg mit OB Fritz KuhnVergrößern
Otto-Hirsch-Auszeichnung 2014 - Vertreter der Initiative Gedenkstätte Killesberg mit OB Fritz KuhnMitglieder der Initiative Gedenkstätte Killesberg mit ihrem Vorsitzenden Fritz Röhm (3.v.l.) und OB Fritz Kuhn (4.v.l.). Foto: Leif Piechowski
Gedenkstätte Killesberg für die Opfer der DeportationVergrößern
Gedenkstätte Killesberg für die Opfer der Deportation
Gedenkstätte Killesberg für die Opfer der DeportationVergrößern
Gedenkstätte Killesberg für die Opfer der Deportation

In seiner Ansprache würdigte Oberbürgermeister Kuhn das "außergewöhnliche bürgerschaftliche Engagement und den eindrucksvollen Beitrag zur Pflege der Stuttgarter Gedenkstättenkultur" der Initiative.

Die Bürgerinitiative engagiert sich für die Erinnerung an die über 2000 jüdischen Bürger, die 1941 und 1942 von den damaligen "Sammellagern Killesberg" in Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Seit 1962 macht ein Gedenkstein im Höhenpark auf den Ort der Deportationen aufmerksam. 1989 fand die erste Gedenkfeier statt. Seitdem wird hier jedes Jahr am 1. Dezember der Opfer des Nazi-Regimes gedacht.


Für Fritz Röhm, den Gründer der Initiative Gedenkstätte Killesberg, war der Text auf dem Gedenkstein ein zeithistorisches Dokument, das mehr verhüllt, als offenbart. Darin ist die Rede von der "Zeit des Unheils", die Täter werden jedoch nicht genannt. 2008 gab Röhm den Impuls, der Gedenkstätte mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und eingehender über das Geschehen zu informieren. Er fand große Unterstützung und so bildete sich die Initiative, die einen Wettbewerb unter Studierenden der Bildhauerklasse der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ausgelobte. Am Ende fiel die Wahl auf den Beitrag "Erinnerungskörper" der türkischstämmigen Künstlerin Ülkü Süngün. Ausgehend vom eigenen Schultermaß konstruierte sie einen fiktiven Kreis und markierte ihn mit einem in den Boden eingelassenen Stahlring. Der Kreis umschließt eine Fläche, auf der 2000 deportierte Menschen stehen könnten.

Die Initiative schlug der Stadt vor, den künstlerischen Entwurf umzusetzen. Nachdem die Stadt einen Anteil von 30 000 Euro zugesagt hatte, ging Fritz Röhm auf die Suche nach Sponsoren. Mit insgesamt 42.000 Euro unterstützt wurde das Projekt vom Bürgerverein Killesberg, Fürst Developments, Paul Lechler Stiftung, Bertold Leibinger Stiftung, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller und der Stuttgarter Lehrhaus Stiftung für Interreligiösen Dialog.

Am 26. April 2013 wurde die neu gestaltete Gedenkstätte, zu der auch die beiden Informationsstelen gehören, feierlich eingeweiht.

Stele der Gedenkstätte Killesberg für die Opfer der DeportationVergrößern
Stele der Gedenkstätte Killesberg für die Opfer der Deportation
 
 

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