Gewalt in der häuslichen Pflege

Ähnlich wie die häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder oder bei der Gewalt in Partnerschaften findet die Gewalt in der häuslichen Pflege im engsten sozialen Umfeld statt. Die Ursachen und Ausdrucksformen sind sehr verschieden und reichen von finanzieller Ausnutzung über Vernachlässigung bis hin zur psychischen, verbalen oder körperlichen Gewalt.

Gewalt in der häuslichen Pflege

Das Thema "Gewalt in der häuslichen Pflege" ist heute meist noch ein Tabu und wird häufig nicht aufgedeckt. Auf Initiative der Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern und der Bürgerservice Leben im Alter der Landeshauptstadt Stuttgart wurde ein interdisziplinärer Fachaustausch zum Thema "Gewalt in der häuslichen Pflege" initiiert. Die Runde trifft seither etwa alle drei Monate zusammen.
In ihr wirken mit:

  • Ausbildungsbetriebe
  • Ärztekammer
  • Beratungsstellen und - dienste
  • Berufsverbände
  • Krankenkassen, Medizinischer Dienst der Krankenkassen
  • Pflegedienste
  • Pflegeheime
  • Polizei
  • Stadtseniorenrat
  • Städtische Ämter: Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern, Amt für öffentliche Ordnung, Gesundheitsamt, Sozialamt
Ziele des Fachaustauschs:
  • Das Thema "Gewalt in der häuslichen Pflege" zu enttabuisieren und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen.
  • Privat und professionell Pflegende für die Ursachen und Ausdrucksformen von Gewalt in der häuslichen Pflege zu sensibilisieren.
  • Abgestimmte Interventionsverfahren und eine zentralen Anlaufstelle entwickeln.

Beratungs- und Hilfetelefon

Ein wichtiges Ergebnis dieses Fachaustauschs war die Einrichtung des Beratungs- und Hilfetelefons der Landeshauptstadt Stuttgart

Telefon 0711 216-99880
Montag, Mittwoch und Freitag 9 bis 12 Uhr, Donnerstag 16 bis 17 Uhr.

Hier können Sie anrufen, wenn
  • Sie als Pflegebedürftige/r nicht mehr gut versorgt sind;
  • Sie als Pflegekraft oder pflegende Angehörige keine Kraft mehr haben;
  • es immer öfter zum Streit miteinander kommt;
  • der/die Pflegebedürftige aggressiv ist;
  • Sie pflegenden Angehörigen helfen wollen;
  • Sie bei anderen Streit oder Gewalt in der häuslichen Pflege sehen oder vermuten

Projekt Gewaltfreie Pflege

Stuttgart nimmt als eine von vier Regionen (Landkreis Bautzen, Landkreis Fulda, Stadt Oberhausen, Stadt Stuttgart) am Projekt "Gewaltfreie Pflege" des Medizinischen Diensts des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) teil. Ziel des Projekts ist es, in vier Kommunen unter wissenschaftlicher Begleitung Handlungspläne für Gewalt in der häuslichen Pflege zu entwickeln und modellhaft umzusetzen.