Neubau von Frauenklinik und Olgahospital

Olgahospital und Frauenklinik haben im Mai 2014 ihren neuen Standort in Stuttgart-Mitte bezogen.

Rund 347 Millionen Euro wurden in den Neubau und die Zusammenlegung von Olgahospital und Frauenklinik investiert. Etwa 2.500 Räume und eine Gesamtgeschossfläche von über 90.000 Quadratmetern stehen Patienten und Mitarbeitern künftig zur Verfügung.

Der Etat für die Neuordnung des Klinikums beträgt insgesamt über 950 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2022 wird mit der Zusammenführung der Zentren und Kliniken in einem Zentralen Neubau der Dreh- und Angelpunkt des Klinikum-Standortes Mitte geschaffen.

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Außenansicht Olgahospital und Frauenklinik. © Wolfram Janzer

"Olgäle" mit Eltern-Kind-Zimmern und Hightech

Von ambulanten und tagesklinischen bis hin zu stationären Angeboten, verfügt das "Olgäle" als eines der bundesweit größten Kinderkrankenhäuser nun über eine topmoderne Infrastruktur und Ausstattung. Dazu gehört, dass viele Räume als zeitgemäße Eltern-Kind-Zimmer konzipiert wurden.

Auch technisch rüstet das "Olgäle" mit zwei neuen Großgeräten auf. Das "Zentrum für Angeborene Herzfehler Stuttgart" nimmt sein Herzkatheterlabor der neuesten Generation in Betrieb.

Und das Radiologische Institut des Olgahospitals wird mit einem zweiten MRT, einem Hochfeld-MRT mit 3 Tesla neuester Generation, ausgestattet. So wird die Untersuchung aller Organsysteme mit optimierter Bildqualität und reduzierter Strahlenbelastung bei Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen möglich.

Beide Geräte wurden von der "Olgäle Stiftung für das kranke Kind e.V." mitfinanziert.

Im Olgahospital, vorher im Stuttgarter Westen beheimatet, werden jährlich rund 15.000 Kinder und Jugendliche stationär behandelt. Dazu kommen rund 100.000 ambulante Patientenkontakte.

Als hochspezialisiertes Krankenhaus der Maximalversorgung, reicht das Einzugsgebiet weit über Stuttgart und Baden-Württemberg hinaus. Nur wenige Kinderkrankenhäuser in Deutschland verfügen über dieses breite und hochdifferenzierte Leistungsspektrum auf universitärem Niveau.

Arche im Neubau des KlinikumsVergrößern
Die Arche. © Wolfram Janzer
Klinikum LichthofVergrößern
Lichthof Schmetterlinge. Künstlerin: Rosalie. © Wolfram Janzer
Klinikum Lichthof heckenlabyrinthVergrößern
Lichthof mit Heckenlabyrinth. © Wolfram Janzer

Frauenklinik mit umfassendem Leistungsspektrum

Im April 2004 war die Frauenklinik von Stuttgart-Berg ins Krankenhaus Bad Cannstatt umgezogen. Nun hat sie den neuen Standort bezogen.

Die Frauenklinik gehört zu den großen Frauenkliniken in Deutschland. Sie hat ein umfassendem Leistungsspektrum in Gynäkologie und Geburtshilfe mit Perinatalzentrum: Hier werden jährlich rund 2.700 Kinder geboren, 6.000 Patienten stationär und weitere 23.000 ambulant versorgt.

Profitieren werden auch Schwangere, die zur Entbindung in die Frauenklinik kommen. Die direkte Anbindung an das Olgahospital bietet für Mutter und Kind bei Komplikationen größtmögliche Sicherheit. 

Frauenklinik GeburtshilfeVergrößern
Frauenklinik Geburtshilfe. © Wolfram Janzer
Frauenklinik OperationssaalVergrößern
Frauenklinik Operationssaal. © Wolfram Janzer

Zentrum für Kinder, Jugend- und Frauenmedizin

Mit dem Neubau werden optimale Bedingungen für die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen geschaffen.

Im neuen Zentrum für Kinder, Jugend- und Frauenmedizin stehen 385 Betten, elf Pflegestationen, eine Wöchnerinnenstation, fünf Kreißsäle, drei Stationen für Früh-und Neugeborene, neun Operationssäle, Tageskliniken, die neue Pädiatrische Interdisziplinäre Notaufnahme (PINA) und Ambulanzen aller Disziplinen zur Verfügung.

Wichtige Fakten rund um den Klinikkomplex

Der neue Klinikkomplex am Fuß des Kriegsbergs wurde unter der Projektleitung des Hochbauamtes nach den Entwürfen der Architektengemeinschaft HPP Laage & Partner, Sorg und Frosch Planungs GmbH errichtet.

Mit der Projektsteuerung war die ARGE Klinikum Stuttgart (HWP Planungsgesellschaft in Kooperation mit Drees & Sommer) beauftragt.

Das Gebäudeensemble besteht aus einem mehrgeschossigen Sockelbau. Darauf befinden sich sechs versetzt angeordnete Pavillons. Mehrere Lichthöfe - teils mit Glas überdacht - sorgen für helle Räume.

Alle Dachflächen werden mit Blütenstauden, Gras und Kräutern begrünt und tragen so zu einer Verbesserung des Stadtklimas bei.

Der Neubau hat zehn Stockwerke, drei davon sind Tiefgeschosse. Eine Tiefgarage mit 476 Stellplätzen ergänzt den Gebäudekomplex. 

Stiftungen und Förderkreise

Stiftungen und Förderkreise engagieren sich für das Olgahospital. So investierte allein die "Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e.V." über 2,5 Millionen Euro in die kindgerechte Innengestaltung des Neubaus. Sechs bunte, lustige Tierfiguren aus allen Kontinenten, entworfen von dem Künstler Professor Andreas Hykade, begleiten die kleinen Patienten zu ihren Stationen.

Das Leitsystem wurde von Stefanie Larson (Totems Communication) entworfen. Bunte, thematisch unterschiedliche Wartebereiche, Innenhöfe mit Schmetterlingsmobile oder zum Ausruhen und frische Luft tanken, eine Bücherei mit Internetraum sowie eine große Arche der Hoffnung in der Eingangshalle und vieles mehr tragen zu einer kinderfreundlichen Atmosphäre bei.

Ein Abschiedsraum ermöglicht Familien verstorbener Kinder einen würdigen Rahmen für ihre Trauer und berücksichtigt die Bedürfnisse aller Religionen.

Weitere Besonderheiten sind der vom "Förderkreis krebskranke Kinder e.V." für 100.000 Euro eingerichtete Raum der Stille. Vom Künstler Nikolaus Koliusis gestaltet, ist es ein Ort der Meditation und des Gebets in der Eingangshalle.

Außerdem unterhält der Förderkreis mit dem "Blauen Haus" ein Familienhaus mit Wohnungen, in denen Eltern von krebskranken Kindern während der stationären Behandlung in unmittelbarer Nähe des neuen Olgahospitals wohnen können.

Darüber hinaus unterstützen eine ganze Reihe weiterer Fördervereine das Olgahospital und die Familien erkrankter Kinder. 

Rückblick

2002: Der Gemeinderat der Landeshauptstadt fasst den grundlegenden Beschluss zum Neubau seines Kinderkrankenhauses Olgahospital und der Frauenklinik direkt neben dem Katharinenhospitals.

Anfang 2007
: Startschuss für den Neubau von Olgahospital und Frauenklinik am Standort Mitte des Klinikums Stuttgart.

Juli 2008
: Grundsteinlegung.

Juli 2011: Richtfest.

September 2013
: Ein Waserschaden bei einer zentralen Leitung der Trinkwasserversorgung setzt das Gebäude über sechs Geschosse bis in die Tiefgaragenebene unter Wasser. Der für Anfang November 2013 geplante Umzug musste verschoben werden.

Mai 2014:
Umzug in den rund 347 Millionen Euro teuren Neubau an der Kriegsbergstraße. Der Betrieb beginnt.

Weitere Informationen:
www.klinikum-stuttgart.de/bautagebuch

Fotos zum download finden Sie unter
www.flickr.com/photos/stadt_stuttgart/