Gesundheitsbericht Rauchen im Alter

Rauchen im Alter

 

Rauchverhalten im Alter, Bemühungen das Rauchen aufzugeben und tabakbedingte Sterblichkeit in Stuttgart

 

Ca. 25.000 Stuttgarterinnen und Stuttgarter im Alter von 50 Jahren und älter rauchen täglich. In der Altersgruppe ab 65 Jahren sind es mehr als 6.000. Diese Zahlen basieren auf einer Hochrechnung, die im Rahmen des Stuttgarter Alterssurveys 2012 durchgeführt wurde. Die Tatsache, dass der Anteil der Raucher mit dem Alter abnimmt, liegt an der vorzeitigen Sterblichkeit der Raucher, ist aber auch durch den erfreulichen Umstand mitbedingt, dass einige der Befragten in den Jahren vorher mit dem Rauchen aufgehört hatten.

 

Rauchen ist ungesund. So sind im Zigarettenrauch über 90 gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, die den Organismus nachweislich schädigen. Als Folge hiervon können unter anderem Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder der Lunge sowie Krebs auftreten. Im Auswertungsjahr waren in Stuttgart etwa 580 Todesfälle (11 %) dem Tabakkonsum zuzurechnen. Bei den tabakbedingten Todesfällen standen Krebserkrankungen mit über 280 Todesfällen an erster Stelle (v. a. Lungenkrebs), gefolgt von Herz-Kreislauferkrankungen (fast 210 Todesfälle) und Atemwegserkrankungen (etwa 90 Todesfälle). Männer und Frauen sind in unterschiedlich starkem Maß betroffen: Während bei den Männern 18 % aller Todesfälle dem Rauchen zuzurechnen waren, waren es bei den Frauen etwa 6 % der Todesfälle. Gegenüber dem mittleren Sterbealter aller Todesfälle starben Stuttgarter mit Lungenkrebs im Jahr 2012 im Mittel sechs Jahre früher.

 

Fast 60 % der befragten Raucherinnen und Raucher haben bereits versucht, das Rauchen aufzugeben, leider ohne Erfolg. So war es unter den Befragten nur etwa 3 % gelungen, in den 12 Monaten vor der Befragung mit dem Rauchen aufzuhören. Das Interesse, mit dem Rauchen aufzuhören, war hingegen groß: Etwa ein Viertel der befragten Raucher (sowohl Männer als auch Frauen) gab an, Interesse an Rauchentwöhnungsangeboten zu haben.

In Stuttgart wurden Nichtraucherschutz und Tabakkontrollmaßnahmen in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Es wird darauf geachtet, dass gesetzliche Regelungen zum Nichtraucherschutz, etwa ein Rauchverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden, Gaststätten oder an Arbeitsplätzen eingehalten werden.
Außerdem gibt es Aufklärungsmaßnahmen in Schulen und Hilfen bei der Tabakentwöhnung. Der Gemeinderat plant zurzeit, ein Rauchverbot zum Schutz von Kindern auf Spielplätzen umzusetzen. 

Das Rauchen aufzugeben fällt schwer 

Die hohe Zahl älterer Raucherinnen und Raucher in Stuttgart zeigt, dass es dieser Gruppe schwer fällt, auf den Konsum von Zigaretten zu verzichten. Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich aber in jedem Alter, denn die gute Nachricht ist: Bei vielen Erkrankungen wird das Risiko dadurch geringer und bereits bestehende Erkrankungen können sich sogar verbessern, wenn man es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Da vielen das alleine aber nicht gelingt, bieten die Mitgliedsinstitutionen des Arbeitskreises Tabakentwöhnung in Stuttgart wissenschaftlich fundierte, leitliniengerechte Entwöhnungskurse an. 

 
 

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