Fair -Trade Stadt Stuttgart: "Raus aus der Berufsschule, rein in die Wirtschaft!"

Vom Berufsschüler zum Werbeprofi - dieser rasante Karrieresprung wurde für ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Bereiche Marketing und Verlagswesen an der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule zur Wirklichkeit.

Im Rahmen eines Projekts arbeiteten sie in Gruppen als eigenständige Werbeagenturen für zwei reale Kunden: Die Stadt Stuttgart und ein Zusammenschluss Stuttgarter Biohändler. In Kooperation mit der Firma Ströer entwickelten die Projektteilnehmer zwei Plakatkampagnen. Bei einer abschließenden Pressekonferenz, an der auch der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, Werner Wölfle, stellvertretend für den "Auftragsgeber Stadt" teilnahm, stellten die Jugendlichen die Aktion vor und informierten über den Ablauf und den Erfolg ihrer Werbekampagnen.

Bürgermeister Werner Wölfle sagte: "Ich konnte mir zuerst gar nicht vorstellen, dass Schüler in der Lage sind, ein solches Plakat zu entwerfen. Ihre Professionalität hat mich sehr überrascht. Das Endergebnis ist wirklich toll geworden."

Vom Briefing (Sammeln von Informationen) über einen Pitch (Wettbewerb um einen Werbeetat) bis zur Plakatierung übernahmen die Schülerinnen und Schüler das gesamte Projekt in Eigenverantwortung. Das nötige Wissen und Handwerkzeug erhielten die Jugendlichen in Workshops, geleitet durch Evelyn Lerche, Niederlassungsleiterin bei Ströer in Stuttgart und Rüdiger Storim, Geschäftsführer von Ströer. Aufgeteilt in acht konkurrierende Werbeagenturen, machten sich die Teams an die konzeptionelle und gestalterische Umsetzung der beiden Plakatkampagnen. Evelyn Lerche und Rüdiger Storim sorgten lediglich für den letzten Schliff.

Von der Qualität tief beeindruckt, fiel es den Kunden schwer anschließend ein Siegerplakat zu küren. "Wir waren so begeistert von den Ideen der Schüler, dass wir uns gleich für drei Plakate entschieden haben", sagte Volker Hummel, Bereichsleiter Personal und Marketing bei Naturgut, stellvertretend für den Zusammenschluss der Biohändler.

Auch die Schüler sind begeistert von dem Projekt

"Für das Briefing hatten wir nur drei Schultage Zeit, aber wir haben uns sehr reingehängt. Letztendlich hat es allen sehr viel Spaß gemacht", sagte die Schülerin Anne Stark, Mitglied des Gewinnerteams, bei der Pressekonferenz.

Die Plakate der acht Werbeagenturen sollen in Kürze im Rathaus zu sehen sein, kündigte Werner Wölfle abschließend an: "Diese gute und qualitativ hochwertige Arbeit der Jugend wollen wir einer breiten Öffentlichkeit präsentieren."

Die beiden Gewinnerplakate sind schon jetzt an vielen Stellen in der Stadt zu sehen und stechen mit den Slogans "Fairliebt, Fairlobt, Fairtrade" und "Wir haben die schärfsten - Kaufs im Bioladen" den Passanten ins Auge.

Die Landeshauptstadt will mit dieser Kampagne zum einen das Engagement der Stadt als Mitgliedkommune der Kampangne "Fairtrade Towns" des Vereins Transfair einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und zum anderen das Thema "fairer Handel" und wie jeder sich daran beteiligen kann noch mehr in das Bewusstsein der Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger bringen.