Gedichte von Ann-Sophie Braun (2. Preis beim Jugend-Lyrik-Wettbewerb 2014, Altersklasse 6 bis 12 Jahre)

Frühling

Im Frühling kann man Bienen hören.
Man lässt sich vom Duft der Blumen betören.
Stets lauschst du den Vögeln, die herrlich singen,
du siehst, wie sie ihre Flügelchen schwingen.
Man kann durch grüne Wiesen laufen,
doch bald schon fängst du an zu schnaufen.
Über dir der Himmel - so blau und klar.
Du glaubst, du träumst, doch es ist wahr!
Man kann die Sonne förmlich fühlen.
Braucht dennoch Winde, die dich kühlen!

 

Wir

Menschen laufen durch die Gassen,
schauen sich jedoch nicht an.
Tun, als würden sie sich hassen -
die meisten sind im Medienwahn.

Ihre Umgebung längst vergessen,
überstehn' sie Regen, Sonnenschein.
Wollen sich an anderen messen,
möchten alle Helden sein!

Aus den meisten Modeläden
dröhnen Bässe, kreischen Frauen.
Dünne Puppen an dicken Fäden
sieht man aus den Fenstern schauen.

Aus fast allen Essensständen
qualmt ein chemischer Gestank.
Arbeiter mit tausend Händen
bekommen wenig Lohn als Dank.

Wie Schafsherden auf kaltem Stein
sind wir von der Erde gefangen.
Und jeder will was Bessres sein.
Jeder will nur Macht erlangen!