Gedichte von Diana Fiedler (2. Preis beim Jugend-Lyrik-Wettbewerb 2014, Altersklasse 13 bis 20 Jahre)

Die weisse Taube

Das Eisen fest in der Hand
Im Taumel der Angst gefangen
In diesem Niemandsland
Sind schon so viele gegangen

Feuerrot, Ein Knall, ein Beben,
Die Augen sind blind vom Staub.
Ein Hoffnungsschimmer: einfach leben
Kein Ton, die Ohren sind noch taub

Zehn Tage später, nach langer Nacht
Tanzt die weisse Taube im Licht
Man liegt sich in den Armen, lacht
Und weint, endlich ist Friede in Sicht.


Ohne Titel:

Ein wildes Tanzen durch die Wellen
Angst um mein Leben
"gleich wird unser boot zerschellen!"

Das Wasser bäumt sich voller Stolz
Eine Welle wirft mich auf das Deck
Ich suche Halt am nassen Holz

Doch seht! Die Wellen glätten sich
Und unter uns glitzert die See
Verträumt und es scheint unwirklich:

Das Licht bricht durch die Wolken nieder
Der raue Sturm ist nun vorbei
Ermattet schliesse ich die Lider

Eine Brise umspielt neckisch den Mast
Und ein Lächeln tritt mir auf die Lippen
Als mein Aug' das Licht erfasst.

Noch in der vagen Welt gefangen
Ein schnelles haschen nach dem Traum
Doch leichtfüßig ist er gegangen...