Der siebte Soziale Marktplatz 2015

Laut dröhnt der Gongschlag durch das Rathaus. Blitzschnell strömen alle Anwesenden in den Großen Sitzungssaal, denn die Zeit drängt. In nur einer Stunde wollen sie so viele Kooperationen wie möglich ausloten. Mit dem Gongschlag eröffnete der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, Werner Wölfle, am 23. Juli den 7. Sozialen Marktplatz: "Angesichts der momentanen globalen Herausforderungen und Unsicherheiten ist bürgerschaftliches Engagement so nötig wie nie. Ich danke allen Teilnehmern für ihren Einsatz."

Die Idee des Sozialen Marktplatzes beruht auf einem Tauschgeschäft mit gegenseitigem Gewinn: Unternehmen haben das professionelle Know-how und die Ressourcen, die gemeinnützigen Organisationen oft fehlen. "Dafür informieren die Ehrenamtlichen die Unternehmen über ihre Arbeit und geben immaterielle Werte weiter", erklärte Kathrin Vogelbacher von der Agentur mehrwert, den Organisatoren der Veranstaltung. "Der Soziale Marktplatz bietet dabei eine Plattform, auf der in ungezwungener Atmosphäre Kontakte geknüpft werden können."

Das Projekt entstammt einer Kooperation zwischen der Stadt Stuttgart, der Deutschen Bank AG, Curacon GmbH und der Agentur mehrwert. Schirmherr des Marktplatzes ist OB Fritz Kuhn. Binnen kürzester Zeit bildeten sich kleine Grüppchen um die phantasievoll gestalteten Stände im Großen Sitzungssaal. Viele der Teilnehmer hatten kreative Outfits gewählt, um aufzufallen und auf ihre Projekte aufmerksam zu machen.


Die "Gute Sache"

Einige der 35 gemeinnützigen Organisationen hatten im Vorfeld bereits durch Fortbildungen der "Guten Sache" gelernt, welche Schritte bei der Kontaktaufnahme zu Wirtschaftsunternehmen und bei den Verhandlungen mit diesen wichtig sind. Durch die Unterstützung der Stadt Stuttgart, des Sozialministeriums Baden-Württemberg und der Stiftung PSD L(i)ebensWert der PSD Bank RheinNeckarSaar eG konnte die Agentur mehrwert das Qualifizierungsangebot "Gute Sache" im Oktober 2014 erstmals für gemeinnützige Vereine und Einrichtungen aus Stuttgart anbieten. "Oft haben wir ganz grundlegende Fragen geklärt: Mit welcher Strategie spreche ich ein Unternehmen am besten an?", erklärte Kathrin Vogelbacher. "Das Qualifizierungsprogramm dauerte rund neun Monate und umfasste drei Seminare, zwei Workshops und ein Praxisprojekt." Im Vorfeld des Sozialen Marktplatzes wurden acht beteiligte Organisationen mit Zertifikaten für ihre Teilnahme an der "Guten Sache" ausgezeichnet.

 

Beim Sozialen Marktplatz konnten sie ihr erworbenes Wissen gleich in die Praxis umsetzen. Ulrike Holch, Leiterin des Freiwilligenzentrums Caleidoskop des Caritasverbands, war bereits nach der Hälfte der Marktplatzzeit hochzufrieden: "Wir sind dank der 'Guten Sache' bestens vorbereitet und konnten  zwei Verträge abschließen."

Auch Jonas Stürtz von der Mobilen Jugendarbeit hatte einen erfolgreichen Abend: "Wir haben zwar erst ein konkretes Projekt vereinbart, aber es ist eine tolle Gelegenheit, um sich ein Netzwerk aufzubauen. Die 'Dunkelziffer' bei den Kooperationen ist hoch, da auch nach Ablauf der Zeit noch Vereinbarungen getroffen werden." So konnte sich die Mobile Jugendarbeit mit der Firma Paul Lange zusammentun, die nun für Ausflüge mit Kindern Fahrradhelme spendet.


 

Ein positives Fazit

77 abgeschlossene Verträge konnte Reinhold Halder, Leiter des Sachgebiets Förderung Bürgerschaftliches Engagement, am Ende des Tages vermelden: "Der Soziale Marktplatz zeigt, dass Stuttgart lebt. Es zählen nicht nur die abgeschlossenen Verträge, sondern der dritte Teil im Anschluss an die Veranstaltung ist genauso wichtig. Bei Wein und kleinen Snacks kommen häufig viele weitere tolle Kooperationen zu Stande."

 

 
 

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