Höhenpark Killesberg

Der Killesberg, wie die Stuttgarter den Höhenpark meist einfach nennen, ist mit Seenterrassen, Tierwiese, Freibad etc. die abwechslungsreichste Grünanlage Stuttgarts und ein bedeutendes Gartendenkmal. Einen Überblick über das abwechslungsreiche Gelände erhalten die Besucher am besten vom Killesbergturm oder bei einer Rundfahrt mit der Kleinbahn.

Der Höhenpark Killesberg ist Bestandteil des "Grünen U", des Grünverbunds, der seit der Internationalen Gartenschau 1993 verschiedene Park- und Grünzüge der Stadt verbindet. Vom Schlossplatz aus gelangen Spaziergänger über Schlossgarten, Rosensteinpark, Leibfriedschen Garten und Wartberg auf den Killesberg.

Der Killesbergturm

Der Killesbergturm ist eine Herausforderung - zumindest für die nicht Schwindelfreien. Über 174 Stufen geht es aufwärts. Die Belohnung ist eine herrliche Aussicht. Dass der Turm leicht mitschwingt, ist kein Zeichen für Baufälligkeit, sondern durchaus Wunsch des Ingenieurs Professor Jörg Schlaich. Für seine geniale Konstruktion wurde er mehrfach ausgezeichnet. Ein zentraler Mast und ein aus 48 Spiralseilen bestehendes Netz tragen die Treppen und vier Plattformen. Von der obersten genießen die Besucher einen Panoramablick von der Schwäbischen Alb über die Festung Hohen Asperg bis zum Schwäbischen Wald, das Remstal und den Stromberg. Mit 400 Meter über dem Meeresspiegel ist der Turm der höchste Punkt des Killesbergs.

Der Verschönerungsverein Stuttgart e.V. finanzierte den Turmbau mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger, in dem sie sich mit ihren Namen auf den Treppen verewigen konnten. Seit seiner Einweihung im Jahr 2001 entwickelte sich der Turm schnell zum Wahrzeichen und ist mittlerweile aus dem Park nicht mehr wegzudenken.

Zwölf Monate Blütenzauber

30 Gärtnerinnen und Gärtner sorgen dafür, dass der Killesberg das ganze Jahr über blüht. Kaum ist der Winter vergangen, strecken Krokusse, Blausternchen, Anemonen und Winterlinge ihre Köpfe ins Licht. Im Frühling blühen tausende Tulpen und zehntausende Stiefmütterchen, Narzissen und Hyazinthen. Im Primeltal findet der Besucher im April und Mai ein buntes Blütenmeer aus über 40 verschiedenen Primelarten.

In der warmem Jahreszeit leuchtet die Sommerblumenwiese in allen Farben: Neben bekannten Sommerschönheiten wie Begonien und Fleißigen Lieschen blühen hier unter vielen anderen auch Ziersalbei, Verbenen und Tagetes. Im Winter überziehen violette, rosa und weiße Blüten den Erikahang. Die Polsterstauden unterhalb des Höhencafes sind ganzjährig eine Augenweide.

Im Tal der Rosen können ab Ende Mai bis in den September tausende Rosen in ihrer Blütenpracht bewundert werden.

Auch die Bäume tragen ihren Teil zur Blütenpracht bei: Im März/April beeindrucken die leuchtend weißen Magnolienblüten im Tal der Rosen, Mitte Mai zeigt der Taschentuchbaum am Rande des Primelgartens seine ungewöhnlichen weißen Blüten.

Internationale Pflanzenwelt

Die Seenterrassen sind sowohl gärtnerisch als auch gestalterisch ein Hingucker. Auf drei großen, parallel angelegten Flächen wachsen Stauden aus drei Kontinenten. Die unterste beheimatet ostasiatische Beet- und Wildstauden wie Taglilien, Iris- und Herbtsanemonen. Auf der mittleren wachsen Pflanzen aus den gemäßigten Breiten Des nordamerikanischen Kontinents wie Phlox, Goldrute und Rudbeckie und vor allem Astern dominieren die oberste Seenterrasse. Ein Bach verbindet alle drei Terrassen. Ihn säumen Frauenmantel, Storchschnabel, kriechendes Pfennigkraut und Günsel.

Wahl der schönsten Dahlie

Wer ist die Schönste im ganzen Park? Diese Fragen stellen sich die Besucher jährlich bei der Wahl der Königin des Herbstes, der schönsten Dahlie. Die Antwort fällt nicht leicht, denn im Dahliengarten blühen von Mitte August bis in den Oktober auf 2.500 qm rund 200 Sorten: kugelrunde Pompondahlien, Cactus-Dahlien mit zugespitzten Blütenblättern oder Miniaturzüchtungen.

Damit bietet der Höhenpark Killesberg neben der Insel Mainau die größte Sortenvergleichschau Süddeutschlands. Nachdem die neue Schönheitskönigin gekürt wurde, verkaufen Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes am ersten Sonntag im Oktober mehrere hundert Dahliensträuße für einen karitativen Zweck. Dabei kamen zwischen 1978 und 2014 etwa 65.000 Euro für soziale Einrichtungen in Stuttgart zusammen.

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Räume für Bäume

Da das Gelände des Höhenparks Killesberg früher als Steinbruch diente, siedelten sich auf den Schuttflächen als Pioniergehölze bestimmte Bäume an: Robinien und Birken dominieren den Park an vielen Stellen, zum Beispiel in der Umgebung des Primelgartens und der Freilichtbühne.

Als Kontrast zu deren hellen Blätterdach pflanzten die Landschaftsarchitekten dunkle Eiben und Buchsbäume an. Nur wenige Flächen waren nicht vom Gesteinsabbau betroffen, etwa die alte Obstwiese. Diese wird heute als Streuobstwiese gepflegt. Abgestorbene Bäume behalten ihren Platz, damit Spechte und Insekten einen Lebensraum finden.

Im alten Musterfriedhof, der von einer sehenswerten Natursteinmauer und einer Kapelle ebenfalls aus Naturstein umrahmt ist, stehen mächtige Buchen.

In der Nähe des Cannstatter Eingangszeigt das Arboretum, eine Gehölzsammlung, die die ganze Vielfalt der Laub- und Nadelgehölze. Unter anderem stehen hier Lebensbäume und ein Mammutbaum der Baumschulleistungsschau von 1939.

Die Grüne Fuge

Der neue Parkteil bildet nun den Abschluss des großen zusammenhängenden Grünzugs "Grünes U" und verbindet den Höhenpark Killesberg mit der Umgebung.

Knapp ein Meter hohe "Rasenkissen" verbinden alle Bereiche der Grünanlage und öffnen Blickachsen in den Park und die umgebende Stadtlandschaft. Gleichzeitig wirken die erhöhten Rasenfelder wie eine große Grünfläche. Die kleinteilige Wegeführung erschließt sich erst bei einem Spaziergang durch das Gelände. Das Parkkonzept ist eine gestalterische Verbindung zweier Themen, die den Killesberg prägen: weiche, naturnahe Landschaften sowie Steinbrüche als harte Topografie.

Die nachhaltige Umgestaltung des Geländes zeigt sich auch im Wassermanagement. Das gesamte Niederschlagswasser der befestigten Flächen und Dächer wird gesammelt und in einer Zisterne mit einem naturnahen See zusammengeführt. Hier wird das Brauchwasser gereinigt, um für den Bachlauf sowie als Gießwasser verwendet zu werden.

Die gestalterische Umsetzung der Grünen Fuge im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart übernahmen die Landschaftsarchitekten Prof. Rainer Schmidt aus München und Ulf Roeder aus Stuttgart.

Das Video zur Eröffnung der Grünen Fuge 2012:

Geschichte des Höhenparks

Die Anfänge des Höhenparks liegen im Jahr 1939. Zur Reichsgartenschau gestalteten Landschaftsarchitekt Hermann Mattern und Hochbauarchitekt Gerhard Graubner das ehemalige Steinbruchgelände neu. Den Planern war es wichtig, an die Vergangenheit des Killesbergs zu erinnern. Deshalb betonten sie die charakteristischen roten Felswände beim Tal der Rosen durch Pflanzen am oberen Hangrand und am Fuß.

1941 begann das dunkle Kapitel des Parks: von hier aus wurden Juden in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Gedenksteine erinnern daran. 1949 wurde der im Krieg zerstörte Killesberg wieder aufgebaut und schon 1950 eröffnete Bundespräsident Theodor Heuss die erste Deutsche Gartenbauausstellung. Der Denkmalgeschützte Park wurde 1993 zur Internationalen Gartenbauausstellung grundlegend nach den alten Plänen saniert und ist deshalb ein Beispiel für die Gartenbaukunst der 30er- und 50er- Jahre.

Nach dem Umzug der Landesmesse 2007 auf die Fildern entstanden auf dem ehemaligen Messegelände am Killesberg ein neues Wohngebiet und weitläufige Grünanlagen. Ein breiter Grünzug, die Grüne Fuge, verbindet seit 2012 den Höhenpark Killesberg mit dem Landschaftsschutzgebiet Feuerbacher Heide.

Lieblingsorte: Jedem sein Plätzchen

Jeder Besucher wird seinen Lieblingsflecken finden - ob nahe einer plätschernden Fontäne, bei versteckten Brunnen in der Hainbuchenlaube, unter der kleinen Brücke im Rehtal oder im ehemaligen Friedhof, der mit dem mächtigen Baumbestand viel Ruhe ausstrahlt. Erholsam ist auch das Sitzen auf den Baumelbänken, die so hoch angebracht sind, dass die darauf Sitzenden gar nicht anders können, als die Füße baumel zu lassen. Die große Wiese im Tal der Rosen lädt ebenfalls zum Erholen ein.

Das "Bähnle": Mit Dampf durch den Park

Von April bis Oktober dampft, zischt, quietscht und rattert es auf dem Killesberg: Dann ist Kleinbahn-Saison. Die Dampfloks "Tazzelwurm" und "Springerle" sowie die Dieselloks "Blitzschwoab und "Schwoabapfeil" schnaufen über die 2 km lange Strecke. Das "Bähnle" ist seit 1939 auf dem Killesberg unterwegs, seit 1995 steht es unter Denkmalschutz.

Für Kinder bietet der Höhenpark Killesberg noch mehr: die große Tierwiese mit Ponys, Eseln, Minischweinen, Lamas, Schafen und Ziegen, Puppenspiel im Theater der Badewanne, Karussellfahren auf dem historischen Jahrmarkt oder Toben auf dem 3.000 m² großen Spielplatz.

Lichterfest und Freilichtbühne: Lauschige Sommernächte

Im Sommer laden Pop-, Rock-, Jazz- und klassische Konzerte zur Freilichtbühne Killesberg. Beliebt bei Einheimischen und Gästen ist auch das jährlich im Juli stattfindende Lichterfest. Zehntausende ziehen dann in den Park, breiten ihre Decken aus und genießen das Feuerwerk und die Atmosphäre.

Kulinarisch ist die Auswahl bei jeder Gelegenheit groß. Die Höhenpark-Besucher können Hunger und Durst in den nahegelegenen Cafés und Restaurants stillen.

Schwimmen am Berg

Das Höhenfreibad Killesberg fügt sich nahtlos an den Park an. Mit seiner Hanglage und den vielen alten Bäumen ist es eines der schönsten Freibäder Stuttgarts. Die kleinen und großen Besucher können sich im kombinierten Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken mit mehrteiliger Sprunganlage sowie attraktivem Kinderbereich mit Nichtschwimmerbecken, Planschbecken, Wasser- und Matschspielplatz vergnügen.

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