INCORE - Integriertes Konzept zur Grundwassersanierung

Titel

INCORE (Integral Groundwater Remediation)

Programm 5. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union
Zeitraum 39 Monate (April 2000 bis Juni 2003)
Projektsumme 3,5 Mio. EUR, davon Stuttgart 0,44 Mio. EUR
EU-Zuschuss 2,5 Mio. EUR, davon Stuttgart 0,35 Mio. EUR
Beteiligte Partner

Verwaltung:
Landeshauptstadt Stuttgart
Stadt Mailand
Stadt Straßburg
Umweltbundesamt Wien

Wissenschaft:
Universität Tübingen
Universität Straßburg
Polytechnische Hochschule Mailand
Institut für Ökologie von Industriegebieten, Kattowitz

Planung:
UW Umweltwirtschaft GmbH, Stuttgart
Forschungsreinrichtung für Geologie und Mineralogie, Straßburg
Politechnisches Geologisches Institut, Warschau







INCORE - Projektgebiet NeckartalVergrößern
Komplexe Schadstoffsituation im Stuttgarter Neckartal. Grafik: Stadt Stuttgart

Wozu INCORE?

Die schrittweise Untersuchung und Sanierung von Schadensherden einzelner Standorte hat sich bei der isolierten Bearbeitung von Einzelstandorten bewährt. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass diese Methode für eine effektive Sanierung alter Industrie- und Gewerbegebiete ungeeignet ist, da sich hier durch die Überlagerung von potentiellen Schadensherden komplexe Verunreinigungen des Untergrundes entstanden sind. Hier leistet die Sanierung von Einzelstandorten trotz erheblicher Kosten nur einen geringen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Grundwasserqualität. In diesen Fällen ist es effektiver, benachbarte Standorte zeitgleich zu untersuchen und zu sanieren.

Inhalte und Ergebnisse

Komplexe Boden- und Grundwasserverunreinigungen in Industriegebieten wurden in INCORE integral, d.h. standortübergreifend und zeitgleich bearbeitet. Durch die Untersuchung des Grundwassers, das aus den Teilgebieten abströmt, wurde die Schadstoff-Emission aller Schadensherde erfasst. Mit Hilfe neuer Messmethoden konnte die Lage einzelner Schadensherde im Betrachtungsraum ermittelt werden. So konnten selbst in großen Arealen einzelne Schadstoffeintragsbereiche, von denen großräumige Grundwasserverunreinigungen ausgehen, identifiziert und mit der Sanierung begonnen werden.

Die integrale Methode des EU-Projekts INCORE wurde an fünf Standorten getestet. Neben den beiden Projektgebieten in Stuttgart wurden integrale Untersuchungen in Mailand, Linz (A) und Bydgoszsc (PL) in unterschiedlichen Maßstäben durchgeführt.

Arbeitspakete bei INCORE

Das Projekt INCORE gliederte sich in folgende Arbeitspakete (AP):

  • AP1 Datenerfassung
  • AP2 Integrale Grundwassererkundung
  • AP3 Integrale Grundwasserbewertung
  • AP4 Lokalisierung und Identifizierung von potenziellen Schadstoffquellen
  • AP5 Risikobewertung der Grundwasser- und Bodenverunreinigungen
  • AP6 Kontrollierter natürlicher Rückhalt und Abbau der Schadstoffe und Einsatz kombinierter Sanierungstechniken
  • AP7 Entwicklung von administrativen Konzepten

INCORE in Stuttgart

In Stuttgart wurden zwei belastete Gebiete untersucht: der Talkessel und das Neckartal. Im Talkessel konnte trotz schwieriger hydrogeologischer Verhältnisse mit dem verhältnismäßig geringen Aufwand von acht neuen Bohrungen, aus 22 Verdachtsflächen ein wirklich gravierender Schaden herausgefiltert werden.

Es handelt sich um eine frühere chemische Reinigung in der Nesenbachstraße. Hier ist immer noch die Quelle einer großen CKW-Verunreinigung des Grundwassers. Wegen der hohen Konzentrationen muss zum Schutz der Heilquellen dringend etwas getan werden. Die Sanierungen sind bereits angelaufen. Im Neckartal gelang es mit Hilfe der Untersuchungen, die wesentlichen Eintragsstellen von 80 Verdachtsflächen und Altlasten zu finden.

Die Landeshauptstadt richtete die internationale Abschlusskonferenz des EU-Forschungsprojekts INCORE am 25. und 26. Juni 2003 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart aus. Die Ergebnisse wurden über 250 Experten aus dem In- und Ausland vorgestellt.

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