Der sechste Soziale Marktplatz 2014

Lebhaft und bunt ging es im großen Sitzungssaal des Rathauses zu. Dort wo sonst der Gemeinderat über die Geschicke der Stadt Stuttgart diskutiert und entscheidet, verhandelten und feilschten gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen. Mit Schirmen, bunten Kleidern und Schubkarren begegneten sich die Akteure, um gemeinsam "gute Geschäfte" abzuschließen.

Am 24. Juni 2014 fand zum sechsten Mal der "Soziale Marktplatz" in Stuttgart statt. In Zusammenarbeit mit der mehrwert - Agentur für soziales Lernen, der Deutschen Bank AG und den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG AG und Curacon GmbH wurden gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen ins Rathaus eingeladen, um miteinander Vereinbarungen zu schließen.

Der Einladung folgten 28 Unternehmen und 32 gemeinnützige Organisationen aus den Bereichen Soziales, Kultur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Nach anderthalb Stunden regen Handels konnte mit 81 geschlossenen Kooperationsvereinbarungen und mit umgerechnet rund 1.190 Arbeitsstunden und zahlreichen Materialaustauschen an die Erfolge der letzten Sozialen Marktplätze angeknüpft werden.

Das Unternehmensengagement gewinnt immer größere Bedeutung. Denn auch Unternehmen tragen Verantwortung und engagieren sich gesellschaftlich. Ihnen stehen Mittel, Menschen und Möglichkeiten zur Verfügung, aus deren Einsatz auch die gemeinnützigen Einrichtungen einen Nutzen ziehen. Auch auf die Unternehmen selbst wirkt gesellschaftliches Engagement positiv.

Ein engagiertes Unternehmen findet leichter Personal, die Mitarbeiter sind motivierter, da sie stolz auf ihr Unternehmen sind, und auch für Kunden wird das Unternehmen attraktiver.

Wie wichtig das Thema Unternehmensverantwortung auch der Landesregierung ist, zeigt sich in der "Engagementstrategie Baden-Württemberg". Diese wurde am 23. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. In sechs verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsteams (FET) waren dort Handlungsempfehlungen und Konzepte entwickelt worden, um bürgerschaftliches Engagement zu stärken, neue Engagierte zu gewinnen und gemeinsam eine solidarische und vielfältige Gesellschaft zu gestalten.

Ein FET beschäftigte sich mit dem Thema "CSR - Unternehmerisches gesellschaftliches Engagement in Baden-Württemberg". Die Stadt Stuttgart schafft mit dem Sozialen Marktplatz eine Plattform für Unternehmen, auf der sie ihr Engagement zeigen und sie sich engagieren können. Handelsgüter sind Fachwissen, Arbeitskraft und Sachleistungen false Um beim Sozialen Marktplatz schneller ins Gespräch zu kommen, "verkleiden" sich viele der Teilnehmer und dekorieren ihre Stände. Das eigene Anliegen kann damit schneller transportiert werden und es lassen sich interessierte Gesprächspartner finden.

Der Marktplatz wurde in drei Bereiche unterteilt. In der ersten Handelsecke wurde "Arbeitseinsatz" zum Kernpunkt der Geschäfte. Von der Unterstützung bei Gartenarbeit, Veranstaltungen oder Ausflügen bis hin zu Renovierungen fand sich alles in der Angebotspalette.

Der zweite Bereich bildete die Kategorie "Fachwissen". Hier wurden Workshops, Bewerbertrainings und themenbezogene Vorträge angeboten und gesucht. Schließlich wurden im dritten Sektor "Sachleistungen" gehandelt. Es wurden Laptops vergeben, Werbeartikel gesucht und Kölsch Gläser verteilt.

Auch 2014 kamen viele unterschiedliche Vereinbarungen zustande.

  • Zum Beispiel bekommt die Deutsche Bank AG von der Evangelischen Gesellschaft eine Kiste Bio-Äpfel für eine Digitalkamera.
  • Den Druck von 2.000 Flyern übernimmt die Curacon GmbH und als Gegenleistung tritt "Hochadel 1860" mit seinen Kostümen bei ihnen oder einem Kunden auf.
  • Kinderkunstwerke schafft die Kindergruppe Nikolausstraße für das Büro der Komet Group GmbH; dafür sponsert das Unternehmen Malkreide, Hüpfseile und einen Rasenmäher.
  • Die euro engeneering AG tauscht mit der Arbeiter-Samariter-Jugend Laptop, Scanner und Bewerbungsseminar gegen 3 Kurse "Erste Hilfe am Kind" und einer Hüpfburg für zwei Betriebsfeste.
Das gute Ergebnis ist auch den Maklern, den Notaren und dem Organisationsteam zu verdanken. Die Makler bringen passende Verhandlungspartner zusammen, während die Notare die getroffenen Vereinbarungen in einen "Vertrag" fassen.

Die "Förderung Bürgerschaftliches Engagement" der Stadt Stuttgart veranstaltet seit 2007 erfolgreich den Sozialen Marktplatz, ein Konzept aus den Niederlanden.