Was kann ich bei Feinstaubalarm tun?

Während der Feinstaubalarm-Periode vom 15. Oktober 2016 bis 15. April 2017 hat die Stadt Stuttgart über die Social-Media-Kanäle, Messaging-Dienste, Vario-Tafeln an den innerstädtischen Ein- und Ausfahrtstraßen, Informationsanzeigen an der Autobahn, Verkehrsmeldungen im Radio und über die Websiten www.stuttgart.de und  www.feinstaubalarm.stuttgart.de über Beginn, Fortgang und Ende des Feinstaubalarms informiert.

Die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen

Die Stadt Stuttgart verfügt über ein dichtes und gut funktionierendes Netz an Bus-, Stadtbahn- und S-Bahnlinien.

Um die Kapazitäten weiter zu erhöhen, hat die Stadtbahnlinie U19 während der Feinstaubalarm-Periode bis zum 13. April die U2 entlastet und fuhr werktags zwischen 6 und 20 Uhr im 10-Minuten-Takt zwischen Neugereut und Neckarpark. Voraussichtlich ab Mitte Oktober wird die U19 den Verkehr wieder aufnehmen und ab dann dauerhaft betrieben.

Verbesserungen gab es auch im S-Bahn-Verkehr: Die S-Bahn Stuttgart erhöhte von Montag bis Freitag sowie an ausgewählten Wochenenden auf den Linien S1, S2, S3 und S5 bei bestimmten Zügen die Platzkapazitäten. Damit standen in Spitzenzeiten pro S-Bahn-Zug für die Fahrgäste rund 500 Plätze mehr zur Verfügung.

Die Verbesserungen auf der Stadtbahnlinie U13 zwischen Giebel und Hedelfingen gelten auch über die Feinstaubalarm-Periode hinaus: Die Bahnen fahren in der abendlichen Hauptverkehrszeit im 7,5- statt im 10-Minuten-Takt.

Für Pendler, die vom Pkw auf den ÖPNV umsteigen wollen, stehen im VVS-Gebiet das ganze Jahr über auf 106 Park-and-Ride-Anlagen (P+R) insgesamt 15.250 Stellplätze zur Verfügung. Auch beim Parkhaus "Österfeld" in S-Vaihingen gilt das einfache Prinzip "Parkschein = Fahrschein" (wie im Parkhaus "Albstraße" in Degerloch).

Den Komfort-Kamin auslassen

Das Land Baden-Württemberg hat im Januar 2017 eine Verordnung über Betriebsbeschränkungen für kleine Feuerungsanlagen (Luftqualitätsverordnung-Kleinfeuerungsanlagen) verabschiedet. Damit ist der Betrieb von sogenannten Komfort-Kaminen an Tagen mit Feinstaubalarm im Stadtgebiet Stuttgart verboten. Das Betriebsverbot ist am 24. Februar in Kraft getreten. Es gilt an Tagen mit Feinstaubalarm.

Komfort-Kamine sind Kamine oder Kaminöfen, die eher der Behaglichkeit als der Wärmeerzeugung dienen. Sie werden auch als Einzelraumfeuerungen bezeichnet, da sie nur einzelne Räume beheizen und oft nur als Zusatzheizung zu einer Gas- oder Ölheizung betrieben werden. Diese kleinen Holzfeuerungsanlagen haben häufig erhebliche Probleme mit Luftschadstoffen. Sie produzieren unzählige inhalierbare Staubteilchen - den Feinstaub. Grundsätzlich vom Feinstaubalarm ausgenommen sind Wohnungen, die ausschließlich mit solchen Feuerungen beheizt werden.

Ein erheblicher Teil der Feinstaub-Emissionen, die in Stuttgart gemessen werden, entstehen aus der Holzverbrennung. Laut einer Studie der LUBW macht das Heizen mit Komfort-Kaminen je nach Messstelle im Jahresmittel zwischen fünf und 32 Prozent der
Feinstaub-Belastung aus.

Zum Download: Flyer Betriebsverbot Komfort-Kamine (PDF)

Weitere Infos:

P+R-Plätze anfahren

Praktisch für Pendler, die vom PKW auf das Schienennetz umsteigen wollen: Im Gebiet der VVS stehen das ganze Jahr über auf 106 Park-and-Ride-Anlagen (P+R) insgesamt 15.250 Stellplätze zur Verfügung. Auch beim Parkhaus "Österfeld" in S-Vaihingen gilt das einfache Prinzip "Parkschein = Fahrschein" (wie im Parkhaus "Albstraße" in Degerloch).

Der für P+R zuständige Verband Region Stuttgart arbeitet kontinuierlich an einer Verbesserung des Angebots und testet zurzeit auf mehreren Parkplätzen die Ermittlung der Auslastung in Echtzeit durch Sensoren im Boden.

Eine Fahrgemeinschaft bilden

Ein Auto in Stuttgart ist im Durchschnitt nur mit 1,28 Personen besetzt. Fahrgemeinschaften sind deshalb ein sinnvolles Mittel, um den motorisierten Verkehr in Stuttgart und der Metropolregion zu reduzieren und das Auto effizienter zu nutzen. Denn: Mitfahren ist besser für die Umwelt als alleine fahren. Vermittlungsbörsen im Internet helfen dabei, den passenden Mitfahrer zu finden.

Mit dem Fahrrad oder Pedelec fahren

Radfahren hält nicht nur fit und ist gut für die Umwelt: Als Radfahrer ist man im Stadtverkehr oft schneller am Ziel. Mit einem Pedelec (Elektrofahrrad) werden sogar die Hügel in Stuttgart flach und selbst längere Strecken können problemlos bewältigt werden. Wer kein eigenes Rad hat, der kann von Leihsystemen Gebrauch machen: So stellt etwa die Bahn-Tochter DB Rent unter dem Namen Call a Bike an vielen Standorten in der Innenstadt 500 Mietfahrräder zur Verfügung, darunter 100 Pedelecs. Daneben gibt es in der Region auch die Möglichkeit, ein Fahrrad bei Nextbike zu leihen. Leihstationen gibt es in Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Schwieberdingen, Vaihingen an der Enz, Waiblingen, Herrenberg und Holzgerlingen.

An nahezu allen S-Bahn und DB-Stationen sowie an vielen SSB-Haltestellen gibt es insgesamt 9.565 Einstellplätze für Fahrräder, die oftmals überdacht sind. Auch die Fahrrad-Servicestationen in Bad Cannstatt, Feuerbach, Möhringen, Stuttgart-Vaihingen, Ludwigsburg und Kirchheim/Teck bieten gegen eine Gebühr an, Fahrräder wetterunabhängig, bewacht und überdacht abzustellen.

Ein (Elektro-)Auto oder einen E-Roller teilen

Emissionsfrei sparen: E-Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen dürfen in Stuttgart kostenlos auf den städtisch bewirtschafteten Parkplätzen parken. Wer kein E-Auto besitzt, kann sich auch erst mal eines mieten: Mit insgesamt 500 Elektro-Smarts betreibt car2go in Stuttgart die größte Elektro-Leihflotte Deutschlands. Auch die Carsharing-Anbieter Flinkster und Stadtmobil verfügen über emissionsarme Fahrzeuge, die man als Mitglied nutzen kann.

Neu in Stuttgart ist das E-Roller-Mietsystem stella der Stuttgarter Stadtwerke. Die E-Roller fahren 100 Prozent emissionsfrei mit Ökostrom der Stadtwerke. Sie können problemlos mit dem normalen Pkw-Führerschein genutzt werden (Helme werden mitgemietet, zulässige Höchstgeschwindigkeit 50 km/h).

Ab Ende April 2017 werden 75 Roller verfügbar sein. Dann kann man die Roller auch im gesamten Stadtgebiet abstellen. 

Einfach zu Fuß gehen

Stuttgart ist begehenswert! Über 25 Prozent aller täglichen Wege in Stuttgart werden zu Fuß zurückgelegt. Zu Fuß gehen ist gesund, umweltfreundlich und es kostet nichts. Außerdem ist man über die "Stuttgarter Stäffele" oft schneller am Ziel als man denkt. Und vor allem das Hinaufsteigen lohnt sich: Oben angekommen, bieten sich herrliche Ausblicke auf die Stadt.

Die Arbeit flexibel gestalten

Warum nicht früher oder später zur Arbeit fahren? Viele Unternehmen bieten Gleitzeit an und helfen damit, die öffentlichen Verkehrsmittel in den Hauptverkehrszeiten zu entlasten. Auch das Arbeiten von zu Hause aus ist in vielen Betrieben möglich. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an, ob Sie bei Feinstaubalarm flexibel reagieren können.

Den Freizeit-Verkehr reduzieren

Auch in der Freizeit kann man aktiv zu einer besseren Luft in Stuttgart beitragen. Der eigene Stadtteil bietet oft viele Möglichkeiten zum Sportmachen, Erholen und Entspannen. Nutzt man die Angebote vor Ort, stärkt man nicht nur den Stadtteil, sondern vermeidet auch längere Wege und damit Verkehr.