Informationen zur nachhaltigen Mobilität

Wo kann ich mich informieren?

Die Mobilitätsberatung im i-Punkt, Königstraße 1A, bietet Stuttgarter Bürgern sowie Besuchern der Stadt einen persönlichen, kostenlosen Service an. Beraten wird zu Anfragen im Bereich umweltfreundliche Mobilität und auf Wunsch werden individuell angepasste Routen- und Wegeempfehlungen angeboten. Im Rahmen des Beratungsangebots rund um eine umweltfreundliche Mobilität in Stuttgart werden Interessierte auch zu den Themen Carsharing, Fahrgemeinschaften, Parken und der Polygo-Card informiert.

Königstraße 1A
70173 Stuttgart
S-Mitte
+49 711 216-88900
mobil@stuttgart.de

Öffnungszeiten

Mo-Fr 09:00 - 20:00

Sa 09:00 - 18:00

Was tut die Stadt für die Radfahrer? (Neu)

Das Stuttgarter Fahrradwegenetz ist inzwischen 185 Kilometer lang. Allein in den letzten zehn Jahren wurden insgesamt über 100 Kilometer neue Radwege im Stuttgarter Stadtgebiet gebaut. Im Doppelhaushalt 2016/2017 wird die Stadt zusätzliche rund sechs Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Fahrradverkehrs investieren. In der Umsetzung sind unter anderem der weitere Ausbau der Hauptradroute 2 (S-Ost-Wangen-Hedelfingen), der Neubau weiterer Radabstellanlagen und die Vorbereitung neuer Fahrradstraßen.

An nahezu allen S-Bahn und DB-Stationen sowie an vielen SSB-Haltestellen gibt inzwischen Einstellplätze für Fahrräder, die oftmals überdacht sind. Auch die Fahrrad-Servicestationen in Bad Cannstatt, Feuerbach, Möhringen, Stuttgart-Vaihingen, Ludwigsburg und Kirchheim/Teck bieten gegen eine Gebühr an, Fahrräder wetterunabhängig, bewacht und überdacht abzustellen. Während der Parkzeit montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr kann man sein Fahrrad auch putzen und warten lassen. Die Fahrrad-Service-Stationen haben außerdem Leihfahrräder im Angebot.

Besonders beliebt sind auch die Fahrradboxen am Hauptbahnhof und an der Haltestelle Schwabstraße. Die Fahrradboxen können für 50 Euro im Jahr bei der Mobilitätsberatung im i-Punkt gemietet werden.

Leihfahrräder gibt es auch bei der Bahn-Tochter DB Rent: Die stellt unter dem Namen Call a Bike an verschiedenen Standorten in der Innenstadt, Stuttgart-West, Stuttgart-Süd, Stuttgart-Nord, Stuttgart-Ost, Mühlhausen, Degerloch, Hedelfingen, Sillenbuch, Vaihingen. Zuffenhausen und Bad Cannstatt 400 Mietfahrräder zur Verfügung, darunter auch 100 elektrisch betriebene Fahrräder (Pedelecs). Ab 2017 sollen auch in allen anderen Stadtbezirken Fahrradverleihstationen dazukommen.

Daneben gibt es in der Region Stuttgart auch die Möglichkeit ein Fahrrad bei Nextbike zu leihen. Leihstationen gibt es zum Beispiel in Ludwigsburg, Waiblingen und Schwieberdingen. Gerade die äußeren Stadtgebiete von Stuttgart lassen sich damit gut erreichen.

Welche Verbesserungen gibt es im ÖPNV? (Neu)

Über 600.000 Menschen nutzen täglich den öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart - und die Fahrgastzahlen steigen. Das Angebot wird daher kontinuierlich ausgebaut. Zusätzlich zu den neuen verkehrlichen Angeboten bei Feinstaubalarm (siehe "Was kann ich bei Feinstaubalarm tun?") wird es 2017 weitere Verbesserungen für die Fahrgäste geben.

So wird ab Spätsommer 2017 die Stadtbahnlinie U12 vom Hallschlag bis nach Remseck verlängert und mit der Haltestelle Budapester Platz eine neue Anbindung des Europaviertels geschaffen. Zudem werden dort tagsüber erstmals 80-Meter-Züge (Doppeltraktions-Züge) eingesetzt. Somit erhöht sich auf der gesamten Strecke zwischen Remseck und Dürrlewang deutlich die Kapazität, was sich insbesondere auf den Innenstadtbereich entlastend auswirkt. Zudem verringert sich die Fahrzeit vom Stadtbezirk Mühlhausen und von der Nachbarkommune Remseck in die Innenstadt um fünf Minuten im Vergleich zur U14. Langfristig soll bis Ende 2018 zudem die U5 von Leinfelden/Bahnhof zur Markomannenstraße verlängert werden. Zum Jahresfahrplan 2020 soll nach Plänen der SSB die U6 bis zur Messe/Flughafen fahren.

Dem Ansatz, durch Linienüberlagerung Stadtbahnangebote zu verstärken, soll ab 2019 auch die zusätzliche Stadtbahnlinie U16 dienen, wenn ausreichend Fahrpersonal und Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Ihr Linienweg Giebel - Feuerbach - Pragsattel - Wilhelmsplatz Bad Cannstatt - Augsburger Platz - Fellbach wird hochbelastete Teile der U13 und der U1 überlagern. Die U16 wird zu den Hauptverkehrszeiten mit einem 10-Minuten-Takt fahren, sodass dann westlich und östlich des ÖPNV-Verknüpfungspunkts Wilhelmsplatz Bad Cannstatt ein 5-Minuten-Takt angeboten werden kann.

Verbesserungen gibt es auch im S-Bahn-Verkehr. So soll nach einem Beschluss der Regionalversammlung beispielsweise bis Dezember 2020 stufenweise der 15-Minuten-Takt ausgedehnt werden. Ab Frühjahr 2017 sollen darüber hinaus einzelne S-Bahn-Züge in den Randzeiten verlängert werden. Außerdem soll der Flughafen ab spätestens Ende 2018 bereits gegen 5 Uhr, und damit eine Stunde früher als heute, mit der ersten S-Bahn erreichbar sein.

 

Auch der Busverkehr wird weiter ausgebaut:  Am 11. Dezember startet das neue Expressbuss-System "RELEX" des Verbands Region Stuttgart, das größere Städte und wichtige Standorte in der Region (z. B. Flughafen/Messe, Universitäten, Arbeitsplatzschwerpunkte) direkt verbindet. Die ersten drei Linien starten zwischen Kirchheim (Teck) - Stuttgart Flughafen/Messe, Waiblingen - Esslingen und Leonberg - Stuttgart Flughafen/Messe.



 

Wie umweltfreundlich sind die Busse?

Die SSB betreibt derzeit 253 Busse, darunter zwölf Hybrid-Gelenkbusse, drei Hybrid-Solobusse sowie vier Brennstoffzellen-Hybridbusse. Alle konventionell angetriebenen Busse sind mit Partikelfiltern ausgestattet. Die Erfahrungen werden aktuell in eine EU-Studie eingebracht, in der ermittelt wird, was es bedeutet, größere Flotten emissionsfrei zu betreiben. Die SSB hat grundsätzlich ein Interesse, den emissionsarmen bzw. -freien Betrieb kontinuierlich auszubauen. Dies ist aber abhängig von der Finanzierbarkeit der einzelnen Maßnahmen.

Warum steigen die Kosten für den ÖPNV?

Der VVS würde die Preise lieber stabil halten oder gar senken. Nur steigen auf der anderen Seite ständig die Kosten. Hier geht es vor allem um Personalkosten und steigende Kosten für den Bau und die Unterhaltung der Infrastruktur sowie die Beschaffung von Bussen und Stadtbahnwagen.

Auf der anderen Seite soll das Angebot im öffentlichen Nahverkehr ja auch verbessert werden. In der Region Stuttgart hat man sich in einem ÖPNV-Pakt darauf verständigt, dass der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden soll, um die Nachfrage in den nächsten zehn Jahren um mindestens 20 Prozent zu steigern. Zudem kommen neue Abschnitte im Stadtbahnnetz hinzu. Gleichzeitig muss der Fuhrpark größer, neuer und umweltfreundlicher werden.

Einen Teil dieser Kostensteigerung muss an die Kunden weitergeben werden. Denn der öffentliche Nahverkehr ist nicht kostendeckend: Nur etwas mehr als die Hälfte wird unmittelbar durch den Kunden über den Fahrpreis getragen, den Rest zahlt die öffentliche Hand. Deshalb kann man in einer Zeit, in der investiert und das Angebot ausgebaut wird, die Preise nicht senken. Der VVS versucht trotzdem, die Preisanpassungen moderat zu gestalten.

Was ist die polygoCard?

Ob nun Carsharing, Rad-, Bus- oder Bahnfahren: Um die verschiedenen Angebote einfacher miteinander kombinieren zu können, gibt es in Stuttgart nun die polygoCard. Die polygoCard ist eine Multifunktions-Chipkarte: Sie dient als E-Ticket für den ÖPNV, als Bibliotheksausweis oder zur Nutzung von Carsharing-Flotten, Leihfahrrädern und vielem mehr. Diese unterschiedlichen Leistungen sind Angebote, die sich polygo-Nutzer individuell zusammenstellen können. Alle Optionen sind auf der Karte technisch bereits vorhanden, müssen vom Nutzer aber aktiv freigeschaltet werden.

Die polygoCard ersetzt die Kombination aus Verbund- und Mobilpass mit Wertmarke und wird zum neuen Vertragsjahr zugeschickt. VVS-Neukunden erhalten die polygoCard mit dem Abschluss eines Abos.

https://www.mypolygo.de/

Wie komme ich an ein Firmen-/Jobticket? (Neu)

Das VVS-FirmenTicket ist ein Jahres-Abo, mit dem die VVS-Verkehrsmittel nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit zu guten Konditionen genutzt werden können. Es kann von Mitarbeitern bestellt werden, deren Arbeitgeber eine entsprechende FirmenTicket-Vereinbarung mit der SSB oder DB abgeschlossen haben und mindestens 50 Tickets bestellen. Bezahlt der Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss von mindestens zehn Euro pro Monat, kann er zur Erreichung der Mindestbestellmenge an einer Sammelbestellung teilnehmen und der FirmenTicket-Rabatt verdoppelt sich sogar von fünf auf zehn Prozent. Ein monatlicher Einstieg über das jeweilige Unternehmen ist jederzeit möglich. Das FirmenTicket wird nach Hause geschickt und die Bezahlung erfolgt per Abbuchung.

Mehr als 450 Unternehmen in Stuttgart und Region bezuschussen inzwischen ihren Mitarbeitern ein Firmenticket. Die Stadtverwaltung und das Klinikum ermöglichen ihren Mitarbeiten das vergünstigte Fahren mit Bus und Bahn mit dem so genannten Jobticket schon seit April 2014. Aktuell nutzen rund 11.200 Mitarbeiter der Stadt das von der Stadt bezuschusste Ticket (Stand Juli 2016).

www.vvs.de/firmenticket/

Wie umweltfreundlich sind gasbetriebene Fahrzeuge?

Bei den Emissionen von Fahrzeugen unterscheidet man grundsätzlich zwischen den Luftschadstoff-Emissionen (z.B. Feinstaub, Stickstoffdioxid) und den Treibhausgas-Emissionen (z.B. Kohlendioxid, Methan).

Bezüglich der Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Emissionen sind Erdgas-(CNG)-PKW vergleichbar mit Benzin-PKW der jeweiligen Schadstoffklasse. Technisch gesehen handelt es sich auch um den gleichen Verbrennungsmotortyp (Ottomotor), wobei viele PKW sogar bivalent sind, also wahlweise mit Erdgas oder mit Benzin betrieben werden können.

Da moderne Ottomotoren aus Gründen der Energieeffizienz höher verdichtet werden, stoßen sie sowohl im Benzin- als auch im Erdgasbetrieb im Vergleich zu früheren Modellen mehr Stickstoffdioxid aus. Dennoch emittieren Erdgas- und Benzin-PKW im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen deutlich weniger Stickstoffdioxid.

Bezüglich Feinstaub-Emissionen sind auf Basis der Abgasnorm Euro 5 Erdgas-, Benzin- und Diesel-PKW auf einem Niveau*. Ab Euro 6 gilt dies theoretisch auch für die Stickstoffdioxid-Emissionen, allerdings sind die realen Emissionen bei Diesel-PKW, vereinzelt aber auch bei Benzinern insbesondere im Stadtbetrieb, deutlich höher als Euro 6-Standard dies verlangt. Der Stickstoffdioxid-Ausstoß von Erdgas-PKW ist hier vergleichsweise geringer.

Flüssiggas-(LPG)-PKW sind bezüglich der Schadstoff-Emissionen ebenfalls auf Benziner-Niveau (Euro 5 und Euro 6), allerdings haben sie im Vergleich zu Erdgas deutlich höhere Kohlendioxid-Emissionen (CO2) und noch höhere als Diesel-PKW.

Hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen gibt es bei Erdgas-Fahrzeugen im Gegensatz zu allen anderen geringfügige Methan-Emissionen, die sich aber durch einen angepassten Katalysator reduzieren lassen. Generell gilt aber u.a. nach einer Studie des TÜV Saarland zu "Kohlendioxid-Emissionen von gasbetriebenen Personenkraftfahrzeugen", dass motorleistungs-unabhängig Erdgas-(CNG)-Fahrzeuge den geringsten CO2-Ausstoß haben, dann folgen Diesel-, Flüssiggas(LPG)- und Benzin-Fahrzeuge.

* (CNG und LPG - Potenziale dieser Energieträger auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energieversorgung des Straßenverkehrs, Kurzstudie im Auftrag des BMVBS, 2013).

Kann man mehr Expresszüge einsetzen?

Bei den auf Stuttgart zulaufenden Bahnstrecken müssen sich die Regionalzüge die Gleise mit dem Fernverkehr und teilweise auch mit der S-Bahn und dem Güterverkehr teilen. Der spontane Einsatz eines zusätzlichen Zuges auf einer Linie ist - zumindest in den Hauptverkehrszeiten - wegen der Trassenkonflikte mit anderen Zügen kaum möglich. Um einen zusätzlichen Zug fahren zu lassen, müssen die Fahrpläne mehrerer Linien angepasst werden. Das ließe sich deshalb nur langfristig umsetzen. Das Land Baden-Württemberg als Verantwortlicher für den Regionalzugverkehr beabsichtigt jedoch im Zuge der Vergabeverfahren für die Regionalzüge rund um Stuttgart die Neuordnung des gesamten Angebots mit verbesserten Fahrplänen. Damit könnten beginnend ab etwa 2018 auch mehr Züge eingesetzt werden.

Ziel für den Raum Stuttgart ist ein vertaktetes Metropol-Express-System mit den Endpunkten Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen, Tübingen, Geislingen an der Steige, Horb und Pforzheim, das ganztägig im 30-Minuten-Takt betrieben werden soll. Der ÖPNV-Pakt, den das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart und die VVS-Landkreise Anfang 2014 geschlossen haben, sieht vor, dieses System schrittweise bis spätestens 2025 einzuführen.

Wie steht es um den städtischen Fuhrpark?

Auch die Stadtverwaltung leistet einen Beitrag zur Reduzierung der Luftschadstoff-Belastung. So hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn bereits 2013 einen Elektro-Smart übernommen, mit dem er z. B. Dienstfahrten innerhalb Stuttgarts zurücklegt.

Zudem wird der städtische Fuhrpark schrittweise vollständig auf emissionsfreie bzw. emissionsarme Antriebsarten umgestellt. Aktuell sind acht Hybridfahrzeuge, neun vollelektrische Pkw, vier vollelektrische Kleintransporter, 16 E-Roller und 25 Pedelecs im Einsatz. Bis zum Ende des Jahres 2017 wird die Stadt weitere 45 vollelektrische Pkws erwerben. Es handelt sich dabei um turnusgemäßen Ersatz für ältere Fahrzeuge.

Zudem werden aktuell drei elektrische Lastenräder als Pilotprojekt im Garten-, Friedhofs- und Forstamt erprobt. Seit April 2016 nimmt die Stadt zudem an einem Flottentest mit Fuso E-Canter teil. Diese vollelektrischen Leicht-Lkw von Mercedes-Benz werden in verschiedenen Ämtern auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft.

 

Kann man die Ampelschaltung fußgängerfreundlicher machen?

Die Planung von Ampelschaltungen erfolgt immer unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten. Diese stehen aber meist in Konkurrenz zueinander. Jede Verkehrsart, ob Fußgänger, Radfahrer, Stadtbahnen, Busse und der Kfz-Verkehr, soll möglichst schnell und lange Grün bekommen, um Wartezeiten zu minimieren und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Eine längere Grünzeit zum Beispiel für Fußgänger bedeutet aber immer automatisch, dass einem anderen Verkehrsteilnehmer Grünzeit genommen werden muss. Deshalb wird jede einzelne Ampelanlage sehr differenziert betrachtet, zum Teil mit unterschiedlicher Gewichtung der Grünzeiten für die einzelnen Verkehrsarten je nach Tageszeit.