Doppelhaushalt 2016/2017: Bürgerhaushalt

Anliegen der Stuttgarter umgesetzt: Viele Vorschläge aus dem Bürgerhaushalt jetzt Teil des Haushaltsplans für die Jahre 2016 und 2017

Bei den Beratungen des Doppelhaushalts 2016/2017 hat der Gemeinderat eine ganze Reihe von Vorschlägen aufgegriffen, die die Stuttgarterinnen und Stuttgarter im Rahmen des Bürgerhaushalts gemacht haben. Insgesamt nahmen im Februar und März über 38 300 Einwohner an dem Verfahren teil. Dabei kamen mehr als 3100 verschiedene Vorschläge und über 1,2 Millionen Bewertungen zusammen.

Chemie- und Physikräume im Königin-Charlotte-Gymnasium werden umgebaut

Viele Anregungen bezogen sich auf das Thema Schule: Das von den Bürgern am häufigsten bewertete Anliegen war die Sanierung und Umstrukturierung des naturwissenschaftlichen Bereichs am Königin-Charlotte-Gymnasium in Möhringen. Die Chemie- und Physikräume, die eine Fläche von 570 Quadratmetern umfassen, sind über 40 Jahre alt und haben kein Tageslicht. Die Pläne für den Umbau liegen bereits vor. 4863 Stuttgarter sprachen sich dafür aus, nun auch die erforderlichen Mittel bereit zu stellen. Die Stadträtinnen und Stadträte haben für das Vorhaben 3,59 Millionen Euro bewilligt.

Körschtalschule und Paracelsus-Gymnasium

2198 Einwohner plädierten für den Neubau einer Mensa für die Körschtalschule und das benachbarte Paracelsus-Gymnasium in Plieningen (Platz 3). Der Gemeinderat hat Mittel in Höhe von 3,35 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Die Entscheidung für welche Maßnahmen die Mittel konkret verwendet werden, ist im ersten Quartal 2016 vorgesehen.

Mittel für Geschwister-Scholl-Gymnasium bewilligt

Für das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sillenbuch hat der Gemeinderat Planungsmittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro beschlossen. Beim Bürgerhaushalt haben die Teilnehmer mit 1178 Stimmen den Neubau des Gymnasiums gefordert. (Platz 5). Ob die Planungsmittel für einen Neubau oder die Generalsanierung verwendet werden, wird ebenfalls im ersten Quartal des kommenden Jahres entschieden.

4,342 Millionen Euro für Schul- und Mehrzweckhalle

Umgesetzt wird der mit 1774 Stimmen auf Platz 6 des Bürgerhaushalts gelistete Vorschlag, eine neue Schul- und Mehrzweckhalle in Uhlbach zu bauen. Die Stadträtinnen und Stadträte bewilligten 4,342 Millionen Euro. Das Gebäude wurde 1907 errichtet und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Planungsmittel für Campushaus in Vaihingen bereitgestellt

Der Schul-Campus Vaihingen, bestehend aus Pestalozzi-Schule, Verbundschule Rohr, Robert-Koch-Realschule und Hegel-Gymnasium, soll ein Campushaus bekommen (Platz 9). Für die erforderlichen Planungsmittel haben im Bürgerhaushaltsverfahren 1269 Einwohnerinnen und Einwohner plädiert. Der Gemeinderat hat 1,35 Millionen Euro bereitgestellt.

Für die von 958 Einwohnerinnen und Einwohnern unterstützte bauliche Erweiterung der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule (Platz 12) gibt es Planungsmittel in Höhe von 950 000 Euro.

Investitionen in Stuttgarts Sportinfrastruktur

Viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter haben sich im Bürgerhaushalt für die Sportinfrastruktur eingesetzt. So zum Beispiel sprachen sich 2032 Bürger dafür aus, den Tennenplatz der SG Weilimdorf in einen Kunststoffrasenplatz mit granulatgefüllter Polschicht umzubauen (Platz 4). Der Gemeinderat hat dafür 800 000 Euro bewilligt.

Berücksichtigt wird auch der von 1497 Stuttgartern befürwortete Vorschlag, den sanierungsbedürftigen Tennenplatz des TSV Heumaden in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln (Platz 8). Der Gemeinderat entschied, für das Vorhaben 560 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Der Kunstrasenplatz des SV Sillenbuch wird für 250 000 Euro erneuert. 1137 Einwohnerinnen und Einwohner (Platz 11) hatten sich für die Maßnahme eingesetzt.

Nicht zuletzt werden für den Neubau einer Sporthalle mit Bewegungslandschaft auf der Waldau in Degerloch 8,66 Millionen Euro bewilligt. Das Projekt wurde im Bürgerhaushalt von 602 Einwohnern (Platz 31) für gut befunden.

Sanierung der Wagenhallen

Dem Anliegen, den Kunst- und Kulturstandort Wagenhallen dauerhaft zu erhalten, wird ebenfalls nachgekommen. 914 Einwohnerinnen und Einwohner (Platz 13) sprachen sich im Bürgerhaushalt dafür aus, die entsprechenden Finanzmittel bereitzustellen. Nachdem schon in den letzten Haushaltsberatungen für die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen 5,5 Millionen Euro beschlossen worden waren, hat der Gemeinderat jetzt weitere Sanierungsmittel in Höhe von 24,5 Millionen Euro bewilligt.

Förderung des Radverkehrs

Thema im Bürgerhaushalt war auch das Radfahren: 696 Stuttgarterinnen und Stuttgarter (Platz 23) haben sich dafür eingesetzt, den Fahrradverkehr stärker zu fördern. Der Gemeinderat hat nun zusätzliche Mittel in Höhe von 3,6 Millionen Euro für Investitionen in den Ausbau der Radinfrastruktur bewilligt.

Planungsmittel für Umgestaltung des Neckarufers bereitgestellt

Auch für die Umgestaltung des Neckarufers sprachen sich viele Teilnehmer des Bürgerhaushalts aus (zum Beispiel Platz 34 und 36). Für einen Masterplan Neckar und die Weiterführung der vorhandenen Einzelpläne beschloss der Gemeinderat 600 000 Euro Planungsmittel.

Unterstützung der Nahversorgung

Unterstützt wird auch die Nahversorgung: Wie von 415 Stuttgartern im Bürgerhaushalt befürwortet (Platz 366), hat der Gemeinderat 100 000 Euro Planungsmittel für ein Handlungskonzept für Stadtteile ohne Lebensmittelversorgung bewilligt. Für einen Bonus-Markt in Weilimdorf wurde ein Einrichtungszuschuss in Höhe von 70 000 Euro beschlossen.

Einen ausführlichen Überblick, wie die Vorschläge des Bürgerhaushalts insgesamt im Doppelhaushalt 2016/2017 berücksichtigt worden sind, veröffentlicht die Stadtkämmerei ab Ende Januar unter www.buergerhaushalt-stuttgart.de.