Workshop "Stuttgarter (Weg zur) Flüchtlingskultur" (23. Februar 2016)

An dem Workshop "Stuttgart (Weg zur) Flüchtlingskultur" am Dienstag, 23. Februar, beteiligten sich mehr als 180 Vertreter von Theatern, Museen, Kunst-, Musik- und Literatureinrichtungen sowie Mitglieder der freien Träger und Freundeskreise. Der Workhop wurde vom Kulturamt gemeinsam mit dem Initiativkreis Interkulturelle Stadt (IKIS), dem Sozialamt und der städtischen Abteilung für Integration veranstaltet. Er knüpft an den Workshop von 2014 an.

Eröffnung Martin Kilgus

Vorstellung der Veranstalter * Arbeitsgruppen von 2014 führten zu Anforderungsliste, die von der Stadt abgearbeitet wurde * Heute: Mit konkreteren Punkten der Kulturarbeit mit Flüchtlingen beschäftigen * Es geht um Expertise, Fachwissen, Begleitung der Kulturschaffenden durch die Stadt.

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Martin Kilgus. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Dr. Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport

Kulturentwicklungsplan 2014 "Interkulturalität leben" * kubi-S-Programm "Willkommen Kultur* für FLüchtlingskinder * Musikschule interkultureller Instrumentalunterricht * Stadtbibliothek: Vorleseklassen, Interkulturelle Bibliothek * Migrationsgeschichte Schwerpunkt ovn Stadtmuseum und Stadtarchiv * Dank an Kultureinrichtungen * Partizipation ist Schlüssel zur Integration * Ämter- und Resosurcenübergreifende Zusammenarbeit * Integrative Kraft der Kultur * Begegnung auf Augenhöhe * Stabile Situation in Stuttgart ist täglich zu erarbeiten.

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Dr. Susanne Eisenmann. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Moderation Martin Kilgus

Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Leiterin des Kulturamts

Koordinierungsstelle im Kulturamt: Beratung, Förderung, Vernetzung * Homepages * Beratung bei Antragstellung * Gemeinderat hat Fördermittel von 25.000 auf 60.000 Euro erhöht * Überarbeitung der Richtlinien * Ressortübergreifene Zusammenarbeit * Geplant: Leitfaden für die kulturelle Arbeit mit Flüchtlingen * Hinweis auf Homepage * Dank für Zusammenarbeit

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Dr. Birgit Schneider-Bönninger. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Rolf Graser, Sprecher des IKIS, Leiter des Forums der Kulturen

Langfristigkeit herstellen * Deutschalnd war schon immer eine kulturell vielfältige Gesellschaft * Hinweis auf Tagungen * Multiperspektives Reinversetzen in andere nötig * Blick auf globale Situation ist notwendig / weltweites Auseinanderklaffen von arm und reich * antirassistischen Blick ist notwendig * Augenhöhe * soziale Aspekte

Rolf GraserVergrößern
Rolf Graser. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Moderation Martin Kilgus

Vorstellung der nächsten Gesprächspartner.

Dagmar Eckhardt, Abteilungsleiterin für Verwaltung im Sozialamt

Stand 8.1000 Flüchtlinge in 106 Flüchtlingsunterkünften dezentral in 23 Stadtbezirken verteilt * 68 Prozent Familien / 32 Prozent Alleinstehende / 35 Prozentunter 18 Jahren * Vergleich Flüchtlingszahlen 2014 / 2015 * 3.000 ehrenamtliche Betreuer * Kann Theater mit Flüchtling auf Tournee gehen? * Unfallversicherung bei Aufführung muss noch geklärt werden * Krankenversicherung

Dagmar EckhardtVergrößern
Dagmar Eckhardt. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Lucas-Johannes Herzog, Abteilungsleiter Erziehungshilfen im Jugendamt

Arbeit mit Flüchtlingen utner 18 Jahren * Jugendamt zuständig * Es gelten gleiche gesetzliche Standards wie für alle Jugendlichen * Krankenversicherung * Haftpflichsammelversicherung besteht * Betreuer für jeden Jugendlichen * außerdem: Paten und Ehrenamtliche * Beispiel Projekt von Frau Birkenberg * Eigene Musik, eigene Tänze oft über Staatengrenzen hinweg identisch * Jugendliche in bestehende Angebote integrieren * ehemalige Flüchtlinge als Mentoren

Lucas-Johannes HerzogVergrößern
Lucas-Johannes Herzog. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Brigitte Dethier, Junges Ensemble und Jameel Jamal

Zusammenarbeit mit Haus Martinus: Deutschkurse sind zunächst wichtiger als Theaterprojekte * Jemeel Jamal unterrichtet im Gegenzug Arabisch * Theaterprojekt mit Flüchtlingen und Schule * Film mit arabischen Untertiteln * Stück fast ohne Sprache entwickelt * Weihnachtsfeier - im Gegenzug arabisch Kochen * Handwerker beschäftigen? * Bericht Jemeel Jamal (erwähnt Deutschkurse, Vorstellungen, Workshops für Kinder, Exkursionen in Bibliothek, Stadtrundgänge usw.) * Im direkten Kontakt verflüchtigen sich alle Ängste

Brigitte Dethier - Martin Kilgus - Jemeel JamalVergrößern
Brigitte Dethier - Martin Kilgus - Jemeel Jamal. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Karin Rösler und Inka Jessen, Stadtbibliothek

Anbieten, was Flüchtlinge benötigen: Medien, Bücher in eigenen Sprache * geschützer Raum auch für Familien * Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertagesstätten * Benutzungsordnung usw. mit Piktogrammen * Bibliotheksausweise * elektronisches Angebot Press Reader wird genutzt * Internetführerschein auch für Flüchtlingskinder * Projekt "Leseheimat": Etwa 30 ehrenamtliche Lesepaten lesen vor

Karin Rösler - Martin Kilgus - Inka JessenVergrößern
Karin Rösler - Martin Kilgus - Inka Jessen. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Jama Maqsudi, stv. Geschäftsführter der AGDW e.V.*)

Erweitertes Führungszeugnis Voraussetzung für Arbeit mit Kindern * Gespräch mit Interessenten * Re-Traumatisierung vermeiden * Traumabehandlung ist Aufgabe von Spezialisten und nicht von Künstlern * Sozialräume sind notwendig * Beispiel: Ehrenamtliche und Kinder bauen Trommeln * Melancholie nach Verlassen der Heimat spiegelt sich auch in Kultur * Mischung der Kulturen z.B. in der Musik * Künstler sind nach der Flucht oft psychisch nicht in der Lage, ihre Kunst zu praktizieren

*) AGDW - Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e.V.

Jama MaqsudiVergrößern
Jama Maqsudi. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Ayse Özbabacan, Abteilung Integration

Bericht von Aufenthalt in Syrien * Integration findet hier statt über Sprachförderung, Bildung etc. * Traumatherapie, Zusammenarbeit mit Dolmetscherinnen * Kinder lernen schnell die Sprache, sind aufgeschlossen für Sport, Kultur, Freizeitangebote, Tanztherapien, Musiktherapien * Migranten wollen auch eigene Kultur vermitteln * Wertevermittlung explizit und imlizit in Deutschkursen, mit Ehrenamtlichen, in Sportvereinen * Publikationen * Angebote für Ehrenamtliche * Spende von Daimler für Kleinprojekte auf Stadtteilebene / Anträge beim Sozialamt stellen * Plakataktion auf Citylights * Willkommenskultur gilt für alle Neu-Stuttgarter * Homepage "Wir für Flüchtlinge"

Ayse ÖzbabacanVergrößern
Ayse Özbabacan. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Patrizia Birkenberg und Mohammad Ahmadi, Projekt "Labyrinth"

Labyrinth entstand aus Studium der Musikpädagogik * Theaterprojekt: Erstes Jahr in geschütztem Raum und Zweites Jahr Jugendliche aus Stuttgart und jugendliche Geflüchtete machen Straßenkunstfestival, auch Einbindung der Nachbarn * Mohammad Ahmadi: Auftritt von Labyrinth im Renitenztheater: Er singt persisch, spielt szenisch Theater, hat Realschulabschluss gemacht / jetzt Abendgymnasium * Gegenseitg lernen * Patrizia Birkenberg: Jeder gestaltet eigene Szene / Basis der Arbeit ist die persönliche Beziehung / ist Musikpädagogin und nicht Musiktherapeutin / eigen Grenzen kennen * Austausch mit Betreuern / Ausfahrten mit der Gruppe * Außenwirkung 

Patrizia Birkenberg - Martin Kilgus - Mohammad AhmadiVergrößern
Patrizia Birkenberg - Martin Kilgus - Mohammad Ahmadi. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Heidi Schäfer, Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingsarbeit, Sozialamt

Informiert über Versicherungsfragen, Haftpflicht, interkulturelles Wissen, Asylrecht * Vernetzung, Erfahrungsaustausch mit anderen Projekten / Good Practice-Beispiele * Gegenüber finden, dem man Projekt anbieten kann * auch: Begleitung von Flüchtlingen ins Ehrenamt * Migrationsverbände engagieren sich * Durch Projekte der Flüchtlinge selbst entstehen Sozialintegration udn Werteintegration * Zwischenruf Herr Maqsudi: Selbstverantwortung übertragen

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Heidi Schäfer. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Werner Schretzmeier, Theaterhaus

Erinnerung an große Integrationsleistung durch Oberbürgermeister Manfred Rommel und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster * Während Jugoslwienkrieg hat Stuttgart über 10.000 Menschen aufgenommen * erstes Theaterhaus 200 Meter von Asylantenheim entfernt - in 18 Jahren kein Vorfall * Es wird immer Rassisten geben * Respekt vor 3.000 Ehrenamtlichen. Ihre Arbeit geht tiefer und ist nachhaltiger * Große Freude zu helfen und zu teilen * monatliche Veranstaltungen Heimat X - Interkulturelle Künstlertandems aus Baden-Württemberg * Project Dance For Good: Jugendliche Flüchtlinge und Jugendliche aus dem Großraum Stuttgart erarbeiten Tanz- und Theaterstück / begleitend Sprachkurs * Fußball unter anderem in Theaterhaussorthalle * Flüchtlingskino im Theaterhaus für Familien mit Kindern * Theatercontainer von Lockstoff hinter dem Theaterhaus * Einladungen zu Probebesuchen bei Gauthier Dance * ermäßigteTickets * Partnerschaft mit Freundeskreisen und anderen Gruppen auf dem Pragsattel * Stücke im Repertoire * im Ensemble viele Nationen

Werner SchretzmeierVergrößern
Werner Schretzmeier. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Moderation Martin Kilgus

Bericht aus AG 5 - Einfach mal machen - Tipps für den Start

Dem Projekt ein Gesicht geben * In der Einrichtung sein: nicht wegen dem Projekt, sondern einfach dort sein, kleine Dinge tun * möglichst große Klarheit haben * Ansprechperson finden * Strukturierte Planung * Schöner Raum erforderlich * In Sprache der Flüchtlinge vermitteln * viele kleine Schritte in der Entwicklung * in die Herzen der Menschen kommen * Integrativ kann auch Gruppe aus Schule sein. Oder Mütter / Erwachsene dazu * Man muss die Leute selbst von dem Projekt überzeugen * Untereinander vernetzen, dass nicht jede Institution nur "eigenes" auf die Beine stellt * Ferienprogramm: Flüchtlingskinder brauchen am Anfang geschützten Rahmen

Uwe KühnerVergrößern
Uwe Kühner - Bericht aus AG 5. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Bericht aus AG 4 - Wirksamkeit & Kulturvermittlung

Wirksamkeit von Kultur nicht zu messen * Kultur eröffnet Räume * Begegnung sollte vor der Projektplanung stehen * Patenschaften zwischen Insitutionen und Unterkünften herstellen * Selbst zur lernenden Institution werden - eigene Fortbildungen durch Flüchtlinge * Ist eine Arbeit für Zielgruppen überhaupt sinnvoll oder sind Zielgruppen in einer diversen Gesellschaft alle Zielgruppen obsolet?

Caroline GritschkeVergrößern
Caroline Gritschke. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Bericht aus AG 3 - Kontinuität & Nachhaltigkeit

Interkulturelle Öffnung der Häuser * Sind eigene Fördertöpfe für Geflüchtete notwendig oder sollten die Mittel in die interkulturellen Fördertöpfe oder in Spartenfördertöpfe überführt werden? *  Normalität des Willkommens herstellen * Koordinatoren, Austauschplattformen, Newsletter erforderlich * Brauchen die Häuser Experten für Kulturarbeit mit Geflüchteten? * Strukturen für Dialog mit Geflüchteten auf Augenhöhe entwickeln

Rolf GraserVergrößern
Rolf Graser. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Bericht aus AG 2 - Flüchtlinge als Akteure in Kulturbetrieben

Beidseitiges Netzwerk zum Beispiel für Job-Börse suche/biete * über Schnupperpraktika, Praktika, Ausbildungsstellen Arbeitsplätze schaffen * Leitfaden der Dramaturgischen Gesellschaft: Wir sind nicht dein nächstes künstlerisches Projekt * Gewünscht: Arbeitsrecht für "Dummies" * Netzwerke schaffen

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Brigitte Dethier. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Bericht aus AG 1 - Unsere Haltung zu Migration, Flucht und Asyl

Vor allen Projekten steht Neugier und Begegnung * Kulturbegriffe: Über eigene im Klaren sein und diejenigen zu verstehen versuchen, mit denen man arbeitet * Auf Augenhöhe - deshalb auch Begriff "Flüchtling" hinterfragen * Geflüchtete nicht instrumentalisieren - sind nicht bloße Zielgruppe * Ehrlichkeit - Tugend desTeilens * Situation kann als bereichernd empfunden werden * transparent sein * sich selbst in den Strukturen kenntlich machen * keine Einbahnstraße * Kulturarbeit sollte eventuell auch nciht das erste sein * Pragmatisches Herangehen - eventuell kann Deutschkurs mehr bringen als ein Projekt

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Annette Krämer. Foto: Joachim E. Röttgers GRAFFITI

Schlusswort Martin Kilgus

Angebote an geschützten Orten als erster Schritt * Kontakte müssen zuverlässig und ehrlich sein * Geflüchtete nicht als Ressource sehen, sondern als Individuen nehmen * Vom Notfallmanagement zum Normalfall kommen * Plattform, Begegnungsstätten, Austauschorte notwendig: Im Internet und Treffen * Informationen zum Arbeitsrecht usw. notwendig * Motivation und Freude aufrecht erhalten

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