Als Stadt nachhaltig, solidarisch und fair handeln

Mit den am 27. September 2015 verabschiedeten Nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals) adressieren die Staaten der Vereinten Nationen - nach einem Beratungsprozess mit Nichtregierungsorganisationen und internationalen Organisationen - in der sogenannten 2030-Agenda nun die strukturellen Herausforderungen der Weltgemeinschaft wie soziale Ungleichheit, Konsumverhalten oder die Bedrohung durch den Klimawandel.

Kommunen als Träger von Innovation und Kompetenz kommt eine entscheidende Rolle in der Umsetzung dieser Beschlüsse zu. So können sie, wie es der Deutsche Städtetag formuliert, mit ihren Bürgerinnen und Bürgern beispielsweise in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit vor Ort aktiv sein oder kommunale Strategien für ein Nachhaltigkeitsmanagement verfolgen, ihr Partnerschaftsnetz vertiefen, ihre Partnerstädte auf anderen Kontinenten durch kommunalen Erfahrungsaustausch unterstützen, beim Aufbau selbstverwalteter Strukturen beraten und dabei von innovativen Ansätzen und neuen Methoden ihrer Partner profitieren.

Die städtischen Themenfelder der Kommunalen Entwicklungspolitik, ergänzt durch kommunale Nachhaltigkeitsaspekte, betreffen verschiedene Ämter und Referate sowie vor allem zivilgesellschaftliche Einrichtungen. Der Abteilung Außenbeziehungen kommt hier eine vernetzende, beratende, koordinierende und impulsgebende Aufgabe zu.


ENGAGEMENT KOMMUNAL. VERANTWORTUNG GLOBAL.

Aktiv besetzt und breit vernetzt aufgebaut wurde das Thema z. B. im Gemeinschaftsprojekt ENGAGEMENT KOMMUNAL. VERANTWORTUNG GLOBAL., das im Auftrag des Städtetages Baden-Württemberg mit finanzieller Unterstützung des Landes sowie Engagement Global (EG) vom März 2014 bis Februar 2015 durchgeführt wurde (GRDrs 1389/2014). Hier war das Management mit projektfinanzierten zusätzlichen Personalressourcen bei der Abteilung
Außenbeziehungen angesiedelt und hatte zum Ziel, Kommunen für die kommunale Entwicklungspolitik zu sensibilisieren. Inhaltlich war die Landeshauptstadt mit Beiträgen zur aktiven Rolle der Migrantenvereine in der Stadtgesellschaft, dem Welcome Center sowie demFairen Handel vertreten.


Fair Trade

Nachdem 2013 mehr als zwei Drittel der Stuttgarter Stadtbezirke als Fairtrade-Stadtbezirke zertifiziert waren, wurde auch die Gesamtstadt als Fairtrade-Stadt zertifiziert und die Auszeichnung 2015 für weitere vier Jahre bestätigt. Ergänzt wurde dieser wichtige Schritt für eine nachhaltige Stadtpolitik z. B. durch die städtische Unterstützung bei der Einrichtung des Welthauses, einem von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Eine-Welt Gruppen und Migranten-Organisationen initiierten Zentrums für interkulturellen Austausch,globales Lernen und ein soldarisches Miteinander.


UNICEF-Städtepartnerschaft

Als weiteres aktuelles Beispiel ist die UNICEF-Städtepartnerschaft zu nennen, die Stuttgart 2015/2016 übernimmt: Bürgerinnen und Bürger sowie Kinder und Jugendliche sollen in diesem Jahr für globale Solidarität und entwicklungspolitische Zusammenhänge sensibilisiert werden. Im Mittelpunkt steht der Einsatz für die Rechte von Kindern in Krisenregionen. Mit dem Städtepartnerschaftsjahr werden konkrete Projekte von UNICEF unterstützt, die auch in einem Bezug zu Stuttgart stehen, z. B. in der Partnerstadt Kairo (Gesundheitsversorgung in Slums und illegalen Siedlungen), dem baden-württembergischen Partnerland Burundi (Innovationsprojekte in Bildung und Mobilität) sowie in der Region rund um die Stadt Mardin in der Türkei (Bildung für syrische Flüchtlinge).


Als Beispiel eines vernetzten thematischen Ansatzes in der partnerstädtischen Zusammenarbeit kann das XI. Stuttgarter Städtepartnerschaftstreffen 2014 gesehen werden: Ein lokales praktisches Thema (Eröffnung Welcome Center) wurde fachlich mit EU- und UN-Initiativen verbunden (dem Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 sowie der Weiterentwicklung der Millenium-Entwicklungsziele der UN), um gemeinsam mit Vertretern aus den Partnerstädten Fragen nachhaltiger Stadtentwicklung zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen.