61. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

Der 61. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2016 geht an Yair Klartag und Ricardo Eizirik. Der Preis wird in ununterbrochener Folge seit 1955 jedes Jahr verliehen.

Um den 61. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2016 hatten sich 14 Komponistinnen und 50 Komponisten mit insgesamt 120 Werken beworben. Yair Klartag wird für sein Werk "Nothing to express" mit dem 1. Preis ausgezeichnet, und Ricardo Eizirik wird für sein Werk "junkyard piece I" mit dem 2. Preis. Die Preise sind mit 7.000 Euro beziehungsweise 5.000 Euro dotiert.

Die beiden ausgezeichneten Kompositionen werden beim Preisträgerkonzert im Rahmen des Festivals Neue Musik Stuttgart ECLAT 2017 aufgeführt. Im Rahmen des Preisträgerkonzerts findet auch die Preisverleihung mit der Übergabe der Urkunde an den Preisträger statt.

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Yair Klartag

"Nothing to express" von Yair Klartag verbindet den Klang einer elektrischen Gitarre und eines Streichqartetts. "Klartag bringt eine instrumentale Neuheit ins Quartett. Es gelingt ihm, eine homogène Gesamtheit zu bilden", stellt die Jury fest. "Er entwickelt einen musikalischen Ausdruck mit wenigen Figuren und gibt der Begegnung mit viel Intelligenz eine stringente musikalische Form.

Yair Klartag wurde 1985 in Israel geboren. Im Alter von dreizehn Jahren erhielt er erstmals Klavierstunden und mit fünfzehn Jahren folgte der erste Kompositionsunterricht mit dem Komponisten Michael Shenhav. Von 2006 bis 2009 studierte er Komposition bei Ruben Seroussi an der Buchmann-Mehta Musikhochschule (Universität Tel Aviv), seit 2010 setzte er seine Studien an der Hochschule für Musik Basel bei Georg Friedrich Haas fort. Derzeit ist er Doktorand an der Columbia University in New York.

Klartag besuchte Meisterkurse unter anderem bei Brian Ferneyhough, Mark Andre, Beat Furrer, Rebecca Saunders, Pierluigi Billone und Fabien Panisello. Seine Werke wurden von führenden Ensembles aus dem Bereich der Neuen Musik aufgeführt, unter ihnen das Münchener Kammerorchester, die Tokyo Sinfonietta, Tongyeong Music Festival Orchestra (Südkorea), Ensemble Phoenix Basel, Ensemble Moto Perpetuo (New York), Ensemble Proton (Bern), Ensemble Zafraan (Berlin), Meitar Ensemble (Israel) und Solisten von den Ensembles Recherche und Ictus.

Klartag erhielt für zahlreiche Kompositionen Auszeichnungen, darunter den 31. Irino Prize (Japan), den 1. Platz des "1st Ireneu Segarra International Composition Competition" (Spanien), Aufenthaltsstipendium am Herrenhaus Edenkoben (Juror: Prof. Peter Eötvös , gefördert durch die Heinrich Vetter-Stiftung), den 2. Platz des "7eme Concours Dutilleux" (Frankreich) und den Publikumspreis des "Isang Yun Kompositionswettbewerb" (Südkorea).

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Yair Klartag. Foto: privat

Ricardo Eizirik

 Ricardo Eiziriks "Junkyard piece I" basiert auf wenigen tragenden Figuren und entwickelt diese sehr konzentriert. Die Orchestrierung ist sehr durchgedacht und integriert ungewöhnliche Objekte gut ins Zusammenspiel mit traditionellen Instrumente", stellt die Jury fest.

Ricardo Eizirik, geboren 1985 in Brasilien, ist ein schwedisch-brasilianischer Komponist. Er studierte Musik und Komposition bei Antonio C. B. Cunha an der Bundesuniversität von Rio Grande do Sul (Brasilien), Komposition bei Isabel Mundry und Transdiziplinarität an der Zürcher Hochschule der Künste. Derzeit promoviert er an der Kunstuniversität Graz und der Zürcher Hochschule der Künste.

Eizirik hat an mehreren Workshops und Meisterkursen mit Komponisten, Musikern und Künstlern wie Helmut Lachenmann, Klaus Lang, Manos Tsangaris, George Aperghis, Peter Ablinger, Simon Steen-Andersen, Dmitri Kourliandski und Beat Furrer teilgenommen und mit Musikern und Ensembles wie dem Ensemble Recherche, dem Collegium Novum Zürich, den Neuen Vocalsolisten Stuttgart und der Internationalen Ensemble Modern Akademie gearbeitet. 2009 und 2010 war Ricardo Produktionsdirektor des Festivals Contemporaneo-RS.

2013 leitete er die am Institute for Computer Music and Sound Technology der Zürcher Hochschule der Künste gegründete Konzertreihe "Generator". 2014 gründete er zusammen mit Michelle Ziegler die Konzertreihe für aktuelle Musik "Kompakt am Montag" in Zürich; diese fördert experimentelle Musik aller Arten in einem unkonventionellen Raum.

Neben seiner musikalischen Arbeit hat er mit verschiedenen Künstlern und Komponisten bei der Erstellung von Installationen, Performances und "site-specific"-Aktionen mitgearbeitet.

Ricardo Eizirik, Träger des 61. Kompositionspreises der LHS Stuttgart, 2. PreisVergrößern
Ricardo Eizirik. Foto: privat

Die Jury

Mitglied der Jury waren

  • Björn Gottstein (Vertreter des Südwestrundfunks)
  • Prof. Martin Schüttler (Vertreter der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart)
  • Prof. Dr. Angela Ina De Benedictis (Musikwissenschaftlerin)
  • Prof. Frederic Durieux (Komponist)
  • Dr. Michael Kunkel (Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Hochschule für Musik Basel)
  • Prof. Younghi Pagh-Paan (Komponistin)
  • Prof. Mike Svoboda (Komponist und Posaunist)
Den Vorsitz hatte die Leiterin des Kulturamts, Dr. Birgit Schneider-Bönninger.