Bürger sammeln Ideen für das Rosensteinviertel

Bei der zweiten Öffentlichen Veranstaltung der Informellen Bürgerbeteiligung Rosenstein haben die Bürgerinnen und Bürger an Thementischen Ideen entwickelt, wie das zukünftige Leben und Arbeiten im Stadtquartier aussehen könnte. Pro Tisch moderierte ein Gastgeber und informierte über die bisherigen Ergebnisse.

"Eine Bürgerin hat den öffentlichen Raum als Wohnzimmer der Stadt bezeichnet", sagte die Gastgeberin Tina Hekeler, die die Arbeitsgruppe 'Öffentlichen Raum' betreute. "Deshalb sollten wir diesen attraktiv gestalten. Allen Teilnehmern war wichtig, dass es großzügige Plätze und Freiflächen gibt, die für alle Bürger offen sind. Daneben forderten viele eine gute Fahrradinfrastruktur für das neue Viertel und ausreichend Parkmöglichkeiten für Elektroautos."

Thementisch Bürgerbeteiligung RosensteinRosen aus aller Welt für das Rosensteinviertel? An den Thementischen standen konkrete Ideen und Wünsche im Mittelpunkt . Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart

Wie wäre es mit Alleen und einem Bildhauerwettbewerb?

An den Thementischen diskutierten die Beteiligten Inhalte wie Mobilität im Viertel, Kulturelle Einrichtungen, Wohnen, Freizeit, Sport und Erholung. Lebhafte Diskussionen gab es am Tisch 'Natur': "Meiner Ansicht nach sollte der schöne Begriff Rosenstein versinnbildlicht werden", sagte Christian von Holst, der ehemalige Direktor der Staatsgalerie Stuttgart. "Man könnte einen internationalen Bildhauerwettbewerb ausrichten und eine große Steinskulptur schaffen. Um diese herum könnten Rosen aus aller Welt gepflanzt werden. Das wäre dann ein Identifikationsort und ein Erkennungsmerkmal für das neue Viertel."

Daneben plädierte er für ein grünes Viertel voller Alleen. "Wir brauchen Plätze und Aufenthaltsräume, die zu Treffpunkten für alle Generationen werden." Andere forderten urbane Gärten, die Bürger auf Zeit mieten können. Mit den Berger Sprudlern als Vorbild wurde zudem der Wunsch nach Springbrunnenanlagen laut.

Thementisch Bürgerbeteiligung RosensteinAlleen, urbane Gärten, Springbrunnenanlagen: Intensiver Austausch von Bürgerinnen und Bürgern an den Thementischen zum Rosensteinviertel. Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart

Treffpunkt für alle Generationen, Kulturen, Einkommensschichten

Am Tisch 'Soziales Miteinander' votierten die Bürger einmütig für einen sozialen Wohnungsbau im Viertel. "Daneben benötigen wir Cafés und Bistros, in denen sich ältere Bürger treffen können", sagte Gisela Gaßner. Sabine Fleck ergänzte: "Diese sollten aber von ihrer Einrichtung und ihrem Angebot her für Menschen jeden Alters gestaltet sein. So könnten diese zu Treffpunkten für alle Generationen werden." Zudem wünschen sich die Bürger Altenheime im Viertel und verschiedene Formen des betreuten Wohnens.

Auch ein Kräutergarten, den Bürger jeden Alters gemeinsam benutzen können, wurde angeregt. "Schön wäre es, Räume der interkulturellen Begegnung zu schaffen", sagte Gisela Gaßner. "Hier könnte man neue Sprachen lernen, andere Kulturen erleben oder ein Sprachtandem finden. Gleichzeitig könnten hier Flüchtlinge schnell integriert werden. Ich wünsche mir auch, dass es im neuen Stadtviertel für jeden Bewohner zehn Minuten vor seiner Haustür eine Grünanlage gibt."

"Hochinteressante Chance"

Manche Bürger, wie Volker Schmidt, hatten bereits an der ersten Öffentlichen Veranstaltung zum Rosensteinviertel teilgenommen. "Die Chance, ein neues Stadtviertel mitzugestalten, ist hochinteressant. Mir hat schon die erste Öffentliche Veranstaltung gefallen und deshalb bin ich nun wieder dabei. Die Idee der Thementische finde ich gut. So kann sich jeder seine Interessensgebiete heraussuchen und versuchen, neue Ideen einzubringen." 

Thementisch Bürgerbeteiligung RosensteinAuch Orte und Räume der Begegnung für das neue Viertel waren den Beteiligten beim Austausch im Rathaus wichtig. Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart

Vielfalt, Wohnen, Natur

Insgesamt wurde deutlich, dass für viele Stuttgarter die Themen Vielfalt und Wohnen am wichtigsten sind. Die Teilnehmer wünschen sich eine soziale Mischung im neuen Viertel mit einem Austausch der Kulturen und einem generationsübergreifenden Miteinander. Abwechslungsreiche Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und ein Wochenmarkt stehen ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste.

Auch die Natur soll bei der Gestaltung des neuen Quartiers berücksichtigt werden. So wurde angeregt, Naturerlebnisse im urbanen Raum zu ermöglichen und naturnahe Flächen zu schaffen, die Rückzugsräume für Tiere bilden. Vielen geht es darum, Orte und Räume der Begegnung zu schaffen. Die Diskussionen zeigten, dass die Beteiligten nach Ansätzen suchen, wie die unterschiedlichen Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen sind.