Modell "Stuttgarter Gewerbegebietsmanagement PLUS"

Die Transformation ist in vielen Stuttgarter Gewerbegebieten in vollem Gange. Sich veränderte Arbeits- und Produktionsbedingungen nehmen Einfluss auf Standortanforderungen und Flächenbedarfe von Unternehmen. Der wirtschaftliche Strukturwandel verändert die Nutzungsstruktur und Prägung in vielen Arbeitsstättengebieten, das erfordert strukturelle Anpassungsprozesse. Häufig fehlt vor Ort eine klare Vision, eine definierte und abgestimmte Entwicklungsperspektive, insbesondere für die Gewerbestandorte, die zunehmend hochqualifizierte Beschäftigte beherbergen. Der daraus resultierende Anspruch der Unternehmen und weiterer Akteure an den jeweiligen Gewerbestandort muss definiert werden, und diese Quartiere müssen - zum Erhalt und zur Stärkung der Wirtschaftskraft des Standorts Stuttgart - zeitgemäß weiterentwickelt werden. Dies erfolgt u.a. durch die Erarbeitung von räumlichen Masterplänen, eine städtebauliche Qualifizierung und die Anpassung der Infrastruktur. Die proaktive Begleitung, Steuerung und das Management der Gewerbestandorte, aber auch mögliche Kooperationen und Synergien der Akteure vor Ort stellt eine weitere Herausforderung dar.

Mit der Entwicklungskonzeption Wirtschaftsflächen für Stuttgart (EWS) wurden von 2014 - 2016 die strategischen Grundlagen für die Sicherung, Mobilisierung und Entwicklung von Gewerbeflächen für die Stadt Stuttgart aufgearbeitet, so wurde ein neuer "produktiver Blick" auf die Stadt ermöglicht. Die EWS ist ein handlungsorientiertes, gesamtstädtisches, sektorales Konzept, sie ist Teil der integrierten Stadtentwicklungsplanung. Ausgehend von einer Analyse der wirtschaftlichen und der räumlichen Situation wurden Ziele und Handlungsfelder definiert, Entwicklungen und Maßnahmen für Teil- bzw. Fokusräume erarbeitet sowie Leitprojekte und ein Handlungsprogramm entwickelt. Darunter findet sich auch das Leitprojekt "Gewerbegebietsmanagement/ Standortinitiativen".

Vor diesem Hintergrund erarbeiten derzeit das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung und die Abteilung Wirtschaftsförderung gemeinsam mit privaten Partnern (WIV e.V. und GHV Feuerbach) das Modell eines Stuttgarter Gewerbegebietsmanagements als Orientierungsrahmen und Arbeitsgrundlage für die (sehr) großen Gewerbestandorte in Stuttgart. Die Vorbereitungsphase für ein spezifisches Gebietsmanagement zeigt jeweils die Handlungserfordernisse auf und erarbeitet im Dialog mit lokalen Akteuren Lösungswege und Ansätze sowohl für die jeweiligen Gewerbequartiere als auch für das Gewerbegebietsmanagement. Zudem wird die Vorbereitungsphase zur Aktivierung und Sensibilisierung der Unternehmen genutzt.

Die Vorbereitung eines Gewerbegebietsmanagements wird aktuell in zwei aus dem Handlungsprogramm der Entwicklungskonzeption Wirtschaftsflächen für Stuttgart (EWS) abgeleiteten Teilräumen durchgeführt. Als mit rund 40.000 € gefördertes Modellprojekt wird in den Jahren 2016 - 2018 das "Gewerbegebietsmanagement SynergiePark PLUS" für das Gewerbequartier SynergiePark Stuttgart in Vaihingen/ Möhringen erarbeitet. Als weiteres Projekt verfolgen die Partner die Etablierung eines kooperativen Gewerbegebietsmanagements im Arbeitsstättengebiet Feuerbach-Ost.

Das "Stuttgarter Modell Gewerbegebietsmanagement PLUS" verbindet das Planen, Lenken, Umsetzen und Stärken von Standorten, Akteuren, Projekten, Maßnahmen etc. zum Erhalt, zur Weiterentwicklung und zur Qualifizierung von Wirtschaftsflächen. Der Mehrwert, sozusagen das "Plus" dieses Managementansatzes sind einerseits die intensive Kooperation der Partner sowie der Aufbau auf bestehende Strukturen und Initiativen vor Ort, andererseits die Verknüpfung der planerisch-räumlichen Entwicklungsperspektive mit den klassischen wirtschaftsfördernden Tätigkeiten. Mitunter wird durch ein Gewerbegebietsmanagement als Vermittler und "Sprachrohr" zwischen öffentlichen und privaten Akteuren die kooperative Stärkung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Stuttgart wie auch der einzelnen großen Gewerbequartiere verfolgt. Dieser Entwicklungsansatz, verstärkt durch ein kooperatives Vorgehen, erzeugt einen Mehrwert für alle Beteiligten (Standortsicherung, Umfeldqualifizierung, verbesserte Angebotssituation, Mitarbeiteraquirierung, etc. ...).

Handlungsfelder eines Gewerbegebietsmanagements werden standortspezifisch definiert, i.d.R. werden folgende Themenbereiche fokussiert:

  • Steuerung von Kommunikations-, Netzwerk- und Kooperationsprozessen
  • Verkehr und Mobilitätsmanagement
  • Städtebauliche Aufwertung
  • Standortentwicklungsleitbild (räumliche Entwicklungsperspektive/ Masterplan)
  • Flächen(entwicklungs)management/ Standortentwicklung
Ein wesentliches Merkmal des PLUS-Ansatzes ist es zudem, die Unternehmen in den betreffenden Gewerbequartieren in die Umsetzung des Gewerbegebietsmanagements einzubeziehen. Die kooperative Erarbeitung von standortspezifischen räumlichen Entwicklungsperspektiven und die gemeinsame Definition der jeweiligen Handlungsfelder eines Gewerbegebietsmanagements ist Voraussetzung dafür, sodass die Ideenentwicklung und letztlich auch die Umsetzung von allen Beteiligten vor Ort mitgetragen werden.

Das Stuttgarter Modell Gewerbegebietsmanagement PLUS wird als dauerhafte Aufgabe in den großen Gewerbequartieren angesehen. Es werden sowohl strategische als auch operative Aufgaben wahrgenommen. Die operative Zuständigkeit der Umsetzung des Gewerbegebietsmanagements liegt bei der Abteilung Wirtschaftsförderung. Modelloptionen zur Organisation des Stuttgarter Modells Gewerbegebietsmanagement PLUS sind standortspezifisch auszurichten. Die jeweiligen Modelle sind im weiteren Projektverlauf für einzelne Modellstandorte zu klären sowie mögliche Kooperationspartner zu identifizieren.

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