2017 - Cotta-Literaturpreisträgerin Dr. Petra Strien-Bourmier

Petra Strien-Bourmer, geboren in Solingen, ist promovierte Romanistin. An verschiedenen Universitäten leitete und leitet sie regelmäßig Seminare für spanische und lateinamerikanische Literatur und literarisches Übersetzen mit dem Schwerpunkt Lyrik. Darüber hinaus ist sie seit vielen Jahren als freie Übersetzerin spanischer und lateinamerikanischer Prosa und Lyrik tätig. Sie war verschiedene Male Mitglied der Jury des Reina-Sofía-Preises für spanische und lateinamerikanische Lyrik. Zurzeit arbeitet sie als Mitherausgeberin an einer vierbändigen Anthologie der spanischen und lateinamerikanischen Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart, ein Projekt des Beck-Verlags (in Zusammenarbeit mit den Herausgebern Martin von Koppenfels, Susanne Lange, Horst Weich, Johanna Schumm).

Sie übersetzte unter anderem von Enrique Vila-Matas die Romane "Bartleby & Co. (Nagel und Kimche, 2000), "Dublinesk" (Die Andere Bibliothek, 2013) und "Kassel: Eine Fiktion" (Die Andere Bibliothek, erscheint 2017) sowie von Silvina Ocampo / Adolfo Bioy Casares "Der Hass der Liebenden" (Manesse, 2010), Macedonio Fernández "Das Museum von Eternas Roman" (Die Andere Bibliothek, 2014) und von Miguel de Cervantes "Die Irrfahrten von Persiles und Sigismunda" (Die Andere Bibliothek, April 2016) und zusammen mit Javier Gómez-Montero den Lyrikband "Du kamst, Vogel, Herz, im Flug. Spanische Lyrik der Gegenwart" (Suhrkamp, 2004) sowie die Übersetzungen "Perdidos en familia. Fremd in der Familie" von Tamara Kamenszain (Teamart, 2010) und Gedichte für den von Delmira Agustini herausgegebenen Lyrikband "Flores nocturnas. Nächtliche Blüten" (Teamart 2013).

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Petra Strien. Foto: privat

Begründung der Jury

Gewürdigt wird eine unermüdliche Vermittlerin auf dem Gebiet der spanischen und lateinamerikanischen Literatur, die zum einen durch ihre Lehrtätigkeit als promovierte Romanistin, vor allem aber als unermüdliche Übersetzerin seit Jahrzehnten Anteil daran hat, einen der größten Sprachräume der Weltliteratur literarisch zu kartographieren.

Die Entscheidung der Jury stützt sich namentlich auf ihre wunderbare Übertragung von Miguel de Cervantes' Roman "Die Irrfahrten von Persiles und Sigismunda" von 2016. Das wenig bekannte letzte Werk des spanischen Nationaldichters präsentiert sich in einer auch vom berühmten Vorgänger "Don Quijote" unerreichten Vielfalt der Stimmen, Gattungen und Stile, der Petra Strien-Bourmier eine elegante, im Ton behutsam historisierende, dabei aber mutig zupackende, nie manieristische oder sich artistisch überhebende Version in deutscher Sprache an die Seite gestellt hat, die in atemloser Spannung die vierhundert Jahre überbrückt, die uns vom Zeitpunkt ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 1617 trennen.

Nicht unerwähnt bleiben sollen die besonderen Verdienste, die sich Petra Strien-Bourmier um die spanische und lateinamerikanische Lyrik erworben hat; als jüngster Beleg dafür gelten mag ihre Arbeit als Übersetzerin und Mitherausgeberin der monumentalen vierbändigen Anthologie spanischer und lateinamerikanischer Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart, die derzeit beim C.H. Beck-Verlag in Vorbereitung ist.