NAHVERSORGUNG KONKRET - Handlungskonzepte für Stadtteile und Stadtquartiere ohne Lebensmittelversorgung

In der Landeshauptstadt Stuttgart wohnen etwa 77 % der Bevölkerung fußläufig (d. h. in einem Entfernungsradius von 500 m) in einem Einzugsgebiet von einem Lebensmittelgeschäft. Im Umkehrschluss heißt dies, dass die verbleibenden 23 %, also über 130 000 Stuttgarterinnen und Stuttgarter, laut Definition nicht fußläufig nahversorgt sind. Durch die aktive planerische Steuerung des Einzelhandels sowie durch das intensive Engagement der Wirtschaftsförderung und des Stadtteilmanagements konnte die Nahversorgung in den letzten Jahren an zahlreichen Standorten der Stadt gesichert oder sogar fortentwickelt werden.
Andere Standorte verloren hingegen ihr Nahversorgungsangebot, allen voran die Nahversorgungsbereiche mit bereits geschlossenen BONUS-Lebensmittelmärkten aufgrund der geänderten staatlichen Arbeitsmarktförderung.

In 2014/15 wurden in Stuttgart stadtteil- und quartiersbezogene Handlungskonzepte zur Aufrechterhaltung bzw. Entwicklung von Angeboten zur wohnungsnahen Lebensmittelversorgung an nicht-versorgten bzw. strukturell unterversorgten Standorten im Stadtgebiet erarbeitet. Exemplarisch wurden zehn Handlungsräume ausgewählt. Da größere Flächenpotenziale in den Handlungsräumen in der Regel nicht vorhanden sind und auch der Bedarf nach großflächigen Lebensmittelmärkten durch die ortsansässige Bevölkerung in der Mehrheit nicht besteht, beziehen sich die örtlichen Empfehlungen auf die Aufrechterhaltung und Etablierung kleinflächiger Lösungen.

In 2016 sind bereits erste konkrete Maßnahmen der beschlossenen Handlungskonzepte NAHVERSORGUNG KONKRET umgesetzt worden.

Mit den vom Gemeinderat zur Verfügung gestellten Mitteln konnte das Pilotprojekt "Bonusmarkt light" in Stuttgart-Wolfbusch, das eine große Nahversorgungslücke schließt, initiiert und unterstützt werden. Ebenso erfuhr der gemeinnützige Bioladen "Plattsalat e.V." im Hallschlag im Stuttgart-Bad Cannstatt eine finanzielle Beteiligung an infrastrukturellen und werblichen Maßnahmen, die zu seinem Erhalt und damit zur Sicherung der Nahversorgung beitrugen. Darüber hinaus wurden den oftmals kleinen "Frischehändlern" in den Stadtteilen besondere Beratungsangebote unterbreitet.

Detaillierte Informationen haben wir für Sie im folgenden PDF-Dokument zusammengefasst: