Stadtwerke Stuttgart

Der Stuttgarter Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 26. Mai 2011 beschlossen, die Stadtwerke Stuttgart GmbH zu gründen. Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt zur Versorgung mit Energie und Wasser aus kommunalen Händen.

Die Konzessionsverträge für Strom, Gas, Wasser und Fernwärme laufen am 31. Dezember 2013 aus. Bislang liegen sie bei der EnBW AG. Die Stadt hat bereits im Jahr 2010 beschlossen, sich mit der Gründung eines eigenen Stadtwerks zu befassen.

Für dieses Vorhaben hat sich die Landeshauptstadt eng mit Experten und Bürgern abgestimmt und bei der Managementberatung Horváth & Partners ein Gutachten in Auftrag gegeben, um konzeptionelle Überlegungen zur Gründung eines Stadtwerks zu untersuchen. Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster legte beim gesamten Verfahren großen Wert auf Transparenz. Alle Phasen des Gutachtens wurden in öffentlichen Gemeinderatssitzungen und bei Informationsveranstaltungen für die Stuttgarter Bürger diskutiert.

Derzeit führt die Landeshauptstadt mit der EnBW Verhandlungen zur Überlassung der Versorgungsnetze für Strom und Gas.

Vertrieb: Stadt Stuttgart setzt auf Kooperation mit EWS

Die Stadtwerke Stuttgart GmbH werden gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) eine glaubwürdige und authentische Stuttgarter Energiemarke aufbauen. Der Aufsichtsrat hat deshalb am 17. Februar 2012 den Auftrag erteilt, mit der EWS abschließend über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für den Vertrieb von Strom und Gas in der Landeshauptstadt zu verhandeln.


Die Stadtwerke Stuttgart werden an der neu zu gründenden Vertriebsgesellschaft die
Mehrheit besitzen. Bereits ab Herbst 2012 soll sie ausschließlich Strom aus regenerativer Erzeugung anbieten.

Ziel der Stadtwerke Stuttgart ist es, im Jahr 2015 mindestens 40.000 Haushalte mit Ökostrom und 15.000 Haushalte mit Biogas zu versorgen. Zudem setzen die Kooperationspartner darauf, dass die bisher 10.000 EWS-Kunden in Stuttgart ihren Strom künftig von dem neuen Gemeinschaftsunternehmen beziehen.

Wasserversorgung

Der bestehende Eigenbetrieb Stadtentwässerung soll um die Wasserversorgung erweitert werden, so dass ein kommunaler Eigenbetrieb "Kommunale Wasserwerke Stuttgart (KWS)" entsteht. Spätestens ab 2014 muss die Stadt die Wasserversorgung selbst betreiben. Die Landeshauptstadt führt mit der EnBW entsprechende Verhandlungen zur Übernahme der Wasserversorgung einschließlich der Wasserbezugsrechte.

  
Eine Übernahme der Fernwärmeversorgung verfolgt die Stadt nicht weiter, da um eine solche Versorgung aufzubauen, auch die Erzeugungsanlagen der EnBW zu einem hohen dreistelligen Millionenbetrag abgekauft werden müssten.

Stadtwerke Stuttgart GmbH im Überblick

  • Mit der Zustimmung zum Gesellschaftsvertrag sowie der Bestellung des Gründungsgeschäftsführers und des Aufsichtsrats durch den Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. Juli 2011 sowie der zwischenzeitlich erfolgten Eintragung in das Handelsregister, sind die Stadtwerke Stuttgart GmbH formal gegründet. Damit ist ein entscheidender Schritt zu einer möglichen künftigen Energieversorgung aus kommunaler Hand gemacht.
     
  • Als Gründungsgeschäftsführer haben die Stadträtinnen und Stadträte Martin Rau bestellt, der unter anderem den Geschäftsführungen der Objektgesellschaft Schleyer-Halle und Neue Arena mbH & Co. KG, der Stadion Neckarpark GmbH & Co. KG und der Objektgesellschaft Veranstaltungen und Märkte Stuttgart im Verbund mit der in.Stuttgart-Veranstaltungsgesellschaft und der Märkte Stuttgart GmbH angehört. Rau hat bereits an der Gründung dieser städtischen Tochterunternehmen erfolgreich mitgewirkt und ist bei den Stadtwerken für die Kaufmännischen Angelegenheiten und den Vertrieb zuständig.
     
  • Michael Maxelon wird ab Mitte 2012 der Technische Geschäftsführer der Gesellschaft. Der 42-jährige promovierte Physiker wird die Bereiche Netze und Investitionen in Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien verantworten. Maxelon bringt Erfahrungen entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette mit. Seine Erfahrungen im Konzessionswettbewerb und bei Kooperationen werden für den Aufbau der Stadtwerke Stuttgart ebenso wertvoll sein, wie seine Kenntnisse in den Bereichen Energievertrieb, erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

  • Der Aufsichtsrat setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. Vier Mandate werden von der Stadtverwaltung wahrgenommen und elf vom Gemeinderat. Als Mitglieder der Stadtverwaltung gehören Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, Erster Bürgermeister Michael Föll sowie die Bürgermeister Matthias Hahn und Dirk Thürnau dem Aufsichtsrat an. Die in den Aufsichtsrat entsandten Gemeinderatsvertreter sind Gabriele Munk, Peter Pätzold, und Jochen Stopper (Grüne), Philipp Hill, Alexander Kotz und Fabian Mayer (CDU), Roswitha Blind und Manfred Kanzleiter (SPD), Konrad Zaiß (Freie Wähler), Matthias Oechsner (FDP) und Hannes Rockenbauch (SÖS/Linke).
     
  • Die neuen Stadtwerke sind eine Tochter der Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (SVV), die sich im alleinigen Eigentum der Stadt befindet. Den erforderlichen Änderungen des Gesellschaftsvertrags der SVV hat der Gemeinderat am 27. Juli ebenfalls zugestimmt.
     
  • Das Stammkapital der neu gegründeten Stadtwerke Stuttgart GmbH beträgt fünf Millionen Euro.

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