Wandel & Wege: Alte Wege auf der Wangener Höhe entdecken und erhalten

Die Wangener Höhe und die Hänge des Dürrbachtals in Rohracker sind von einem dichten Netz historischer Pflasterwege mitsamt Trockenmauern und Natursteinstaffeln durchzogen. So romantisch diese "Wandel" oder "Gwandwege" genannten schmalen Fußpfade heute auch aussehen, einst dienten sie zur Bewirtschaftung und Erschließung der Flächen.

Das "Wandel-Projekt" Lockt auf die Wangener Höhe. Am 10. Juli 2014 wurde die Sanierung der alten "Wandel"-Wege abgeschlossen. 

14 Kilometer des ursprünglich weit verzweigten wirtschaftlichen Wegenetzes mit seinen reizvollen Ausblicken laden zu Spaziergängen und Entdeckertouren ein.

Die teilweise Jahrhunderte alten, schmalen Wege erschlossen einst die einzelnen Grundstücke, auf denen häufig Weinbau betrieben wurde. Sie bieten heute einen romantischen Ausflug in die Geschichte mit historischen Zeugen wie Grenzsteinen oder Pflaster und Naturmauern aus Travertin.

"Wir wollen mit dem Projekt auch zeigen, dass Natur-, Arten- und Landschaftsschutz mit den Erholungsinteressen der Bevölkerung einhergehen können", so Bürgermeister Hahn. Ziele des Projekts sind es, eine naturnahe Erholungsnutzung zu ermöglichen sowie verfallende Natursteinstrukturen zu erhalten und aufzuwerten. Sie dienen als Standort für besonders bedeutsame Farne und Moose sowie für Eidechsen und Wildbienen.

Im Rahmen des Projekts wurde ein großer Teil der Wege freigeschnitten, um sie wieder begehbar zu machen, und Mauern wurden repariert. Der Erhalt und die Sanierung dieser vielfältigen Lebensräume nutzen der Natur. Unter der Federführung des Amts für Umweltschutz arbeiten das Tiefbauamt, die Bezirksämter Wangen und Hedelfingen, Obst- und Gartenbauvereine sowie Landschaftsplanungsbüros zusammen.

Mehrere Jahre wurde an dem Vorhaben gearbeitet. Die Besucher genießen die Aussicht ins Dürrbachtal und aufs Neckartal. Wanderer treffen auf historische Zeugen, wie alte Grenzsteine, meisterhafte Trockenmauern mit Spannbögen und Fischgrätmuster, kunstvolle Pflasterbeläge aus Travertin, alte und neue Brunnen, die nachgebildete "Gruhbank" am Waldstücklesbrunnen und an der Friedrichsruh sowie auf Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg beim Leheneichle.

Weitere historische Begegnungen sind:

  • die Grenzsteine zwischen Rohracker und Wangen entlang des Grenzwandels
  • die alten Pflasterwege und Staffeln zum ehemaligen Lehenwald
  • der Holzweg an der früheren Waldgrenze
  • die Faultannenfurche, ein historischer Pflasterweg oberhalb des Friedhofs
  • sowie der Rohracker Kirchweg zwischen Rohracker und Wangen mit dem Rohracker Törle.
Neue Wegweiser mit der Aufschrift W&W und ein Faltblatt mit Wanderkarte bieten Orientierung im Labyrinth der Wege. Die Mitwirkung der Bürger und Gartenbesitzer ist wichtig. So sollten beispielweise überhängende Stücher und Büschen regelmäßig zurück geschnitten werden.

Die Stadt unterstützt die Eigentümer dabei, Natursteinmauern zu erhalten und zu restaurieren.

Finanziert wurden die Wandel-Wege mit Mitteln aus dem Naturschutzfonds des Landes Baden-Württemberg, durch Unterhaltungsmittel aus dem laufenden Etat städtischer Ämter, durch festgesetzte Ausgleichsmittel und einen Zuschuss des Verbands Region Stuttgart. Insgesamt standen 500 000 Euro zur Verfügung.


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