Konzept "Wohnen in Stuttgart"

Die Stadt braucht mehr Wohnungsbau und mehr bezahlbaren Wohnraum, vor allem für sozial Schwächere. Die Herausforderung am Wohnungsmarkt kann jedoch die Stadt nicht alleine lösen. Auch der Stuttgarter Wohnungsmarkt wird maßgeblich von den finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen definiert, die von Bund und Land gestaltet werden. Aufgabe der Stadt ist es, das Optimum für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt zu erreichen.

Ziele

  • Bezahlbarer Wohnraum für Familien mit Kindern
  • Mehr Sozialwohnungen und geförderter Wohnraum
  • Soziale Durchmischung erhalten und schaffen
  • Innenentwicklung hat Vorrang
  • In Stuttgart schneller Wohnungen planen und realisieren
  • Trend zum Wachstum der Wohnungsgrößen entgegenwirken
  • Wohnen und Arbeiten stärker zusammenlegen
  • Energetische Sanierung sozialverträglich voran­treiben
  • Barrierefreies und altersgerechtes Wohnen

Umsetzung

  • Verstärkung des Neubaus und Aktivierung von Baulücken, Ziel: jährlich 1800 Wohneinheiten.
  • Jährlich sollen 600 geförderte Wohneinheiten entstehen, verteilt auf verschiedene Programme: 300 im sozialen Wohnungsbau, 100 als Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher, 100 im preiswerten Wohneigentum und 100 im Familienbauprogramm.
  • Fortführung des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) und Erhöhung des Anteils von gefördertem Wohnungsbau auf städtischen Grundstücken über die 20-Prozent-Quote hinaus..
  • Höhere Anteile an gefördertem Wohnungsbau insbesondere in folgenden größeren Entwicklungsgebieten:
- Olgahospital-Areal, West, 200 bis 250 Wohneinheiten
- NeckarPark, Bad Cannstatt, 600 Wohneinheiten
- Bürgerhospital-Areal, Nord, 500 Wohneinheiten
- Killesberg "Rote Wand", Nord, 80 bis 100 Wohneinheiten
- Schoch-Areal, Feuerbach, 125 Wohneinheiten
- Langenäcker-Wiesert, Stammheim, 320 Wohneinheiten
- Mittlere Wohlfahrt, Mühlhausen, 90 Wohneinheiten
- Böckinger Straße, Zuffenhausen, 140 Wohneinheiten
  • Nachsubventionierung von Belegungsrechten.
  • Bei der Vergabe von kommunalen Flächen soll nicht nur der Preis, sondern auch das Konzept entscheiden.
  • Geeignete Flächen für Baugemeinschaften.

Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) als kommunales Wohnungsunternehmen leistet mit ihren gut 18.000 Wohneinheiten einen wichtigen Beitrag zur Wohnraumversorgung in Stuttgart. Sie ist ein Unternehmen der Stadt Stuttgart, das sich den in diesem Konzept dargestellten Zielen verpflichtet fühlt. Gerade bei der Schaffung und dem Erhalt von preisgünstigem Wohnraum ist die SWSG unverzichtbar.

Bei der Neuvermietung von nicht mit Mietpreisbindung versehenen Wohnungen wird sich die SWSG daher weiterhin konsequent an den Mittelwert der Mietspiegelmiete als Obergrenze halten. Um die Mieterhöhung bei Wohnungsmodernisierungen zu begrenzen, setzt die SWSG ein sozialverträgliches Mietmodell um. Grundsätzlich soll die
Modernisierung der Wohnungsbestände in wesentlichen Teilen im Wege
einer neubaugleichen Modernisierung erfolgen, da nur durch diese Vorgehensweise eine nachhaltige Sanierung unter technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten erreicht werden kann.

Um die Miethöhe danach abzumildern, soll eine dauerhafte Mietreduzierung
von monatlich einem Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für Bestandsmieter eingeführt werden. Unter Berücksichtigung der reduzierten Energiekosten führt dies zu effektiven Warmmietenerhöhung bei neubaugleicher Modernisierung auf 15 bis 20 Prozent - bei deutlich verbesserter Wohnqualität. Darüber hinaus wird die SWSG in den kommenden Jahren verstärkt im Neubau von Mietwohnungen tätig.

Lenkungskreis und Unterausschuss Wohnungsbau

Um insbesondere kurz- und mittelfristig eine verstärkte Neubautätigkeit zu
ermöglichen, wurde ein Lenkungskreis Wohnungsbau unter der Leitung des Oberbürgermeisters eingerichtet.

Der Lenkungskreis hat die Aufgabe, die verwaltungsinternen Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und bei bedeutenden Wohnbauprojekten auch die Klärung offener Themen mit Entwicklern und Investoren vorzunehmen.

Ein Unterausschuss Wohnungsbau soll den Gemeinderat frühzeitig in diese Prozesse einbinden. In gemeinsamen öffentlichen Sitzungen zum Thema Wohnen wird die Arbeit des Unterausschusses Wohnungsbau verbindlich umgesetzt.

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