SIM - Das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell

Der Gemeinderat hat im April 2014 sowie im Mai 2019 beschlossen das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) fortzuschreiben.

Das SIM ist ein Mittel für eine sozial ausgewogene und städtebaulich qualifizierte Bodennutzung in Stuttgart. Im März 2011 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Einführung von SIM gefasst.

SIM ist zudem ein wichtiger Bestandteil des Konzepts "Wohnen in Stuttgart", das Oberbürgermeister Fritz Kuhn im vergangenen Dezember vorgestellt hat, um mehr Wohnraum, insbesondere Sozialwohnungen und geförderten Wohnraum, zu schaffen.

SIM trägt zur nachhaltigen und qualifizierten städtebaulichen Entwicklung sowie zur Transparenz und Gleichbehandlung bei den Investoren bei. Zudem sichert SIM dauerhaft Kontingente für den Wohnungsbau und schafft familiengerechten und zugleich preiswerten Wohnraum.

Zielbalance des SIMZielbalance des SIM. Bild: LHS

Was ist SIM?

In Stuttgart fehlen insbesondere Wohnungen für untere und mittlere Einkommensgruppen. Mit dem Stuttgarter Innenentwicklungsmodell werden Bauherren verpflichtet, einen bestimmten Anteil des Bauvolumens für Wohnungen und geförderten Wohnraum zu reservieren.

Wie wirkt SIM?

Konkret müssen 30 Prozent der für Wohnen neu geschaffenen Geschossfläche für die Wohnbauförderung gesichert werden. Bei städtischen Grundstücken beträgt der Anteil des geförderten Wohnungsbaus mindestens 50 Prozent.

Die erste geförderte Wohnung ist ab einer Größe von 450 Quadratmetern (das sind etwa fünf Wohneinheiten) neuer Geschossfläche, die Wohnzwecken dient, zu erstellen. Sobald das neue Planrecht eine neue Geschossfläche für Wohnen von 900 Quadratmetern (etwa zehn Wohneinheiten) ausweist, muss die erste Sozialmietwohnung gebaut werden.

Die Bauträger gehen noch eine weitere Verpflichtung ein: Sie müssen innerhalb von drei Jahren bauen.


Modell Stuttgart Innenstadt (Großansicht)Modell Stuttgart Innenstadt. Bild: LHS

Ersatz in der Nachbarschaft

Wenn besondere Gründe vorliegen, sind Ersatzmaßnahmen im Umkreis von 1000 Metern möglich. In diesem Fall erhöht sich allerdings die Förderquote von 30 auf 45 Prozent. Es müssen auf jeden Fall Wohnungen gebaut werden, eine Ablöse durch Geldzahlung ist nicht vorgesehen.

Stadtqualität und optimale Lebensbedingungen

SIM gibt für städtebauliche Verfahren - wie Wettbewerbe und Bauleitpläne - Planungsgrundsätze, Qualitätsziele und Standards bezogen auf Energieeinsparung, Konzeptvielfalt, Grünordnung, etc. vor.

Bauherren und Investoren müssen sich an den Kosten, zum Beispiel für Planung, Vermessung, Gutachter oder soziale Infrastrukturmaßnahmen, beteiligen.
Sie können auch verpflichtet werden, auf eigene Kosten eine Tageseinrichtung für Kinder zu bauen, die die Stadt dann mietet.

Auf Förderprogramme verteilen

Im Regelfall ist die Quote von 30 Prozent für den geförderten Wohnungsbau auf drei Förderprogramme zu verteilen: Preiswertes Wohneigentum (Bindungsfrist zehn Jahre), Mietwohnungen mittlere Einkommensbezieher (Bindungsfrist 15 Jahre) sowie Sozialmietwohnungen (Bindungsfrist 15 Jahre).
Diese Quote von 30 Prozent ist aufzuteilen in 20 Prozent für Sozialmietwohnungen
(SMW) sowie 10 Prozent für Mietwohnungen mittlere Einkommensbezieher (MME) und/oder Preiswertes Wohneigentum (PWE).

Während der Bindungsfrist dürfen Sozialmietwohnungen bei der Erstvermietung zu einer Monatsmiete von 7,50 Euro bis maximal 9,00 Euro je Quadratmeter vermietet werden. Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher dürfen während der Bindungsfrist bei der Erstvermietung von 9,00 Euro bis maximal 10,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Verfahren

Ansprechpartner:  Frau Christiane Schneider

Qualität durch Innenentwicklung

Ansprechpartner:  Frau Christiane Schneider

Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot

Ansprechpartner: 

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