Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

Die Landeshauptstadt Stuttgart schreibt seit 1955 jährlich einen Kompositionspreis aus. Ziel des Wettbewerbes ist es, Komponistinnen und Komponisten zu fördern und ihnen und der zeitgenössischen Musik den Weg ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu ebnen. Der Kompositionspreis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und kann in bis zu zwei Teilen vergeben werden. Eine vom Gemeinderat berufene Jury wählt die Preisträger aus.

Die ausgezeichneten Werke werden im darauffolgenden Jahr beim Preisträgerkonzert im Rahmen des Festivals ECLAT aufgeführt - für die Preisträger eine Chance, sich der Öffentlichkeit zu stellen und mit einem professionellen Ensemble zusammen zu arbeiten.

Es war Prof. Dr. Hans Schumann, der damalige Kulturamtsleiter, der Mitte der 1950-er Jahre die Idee hatte, einen Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart für zeitgenössische Musik auszuschreiben. Sicherlich auch aus regionalem Kalkül - stammten doch die ersten Preisträger allesamt aus Stuttgart: Thomas Christian David, der Sohn von Johann Nepomuk David, Hans Otte (1955), der später als Musikchef von Radio Bremen das dortige Festival Pro Musica installierte, dann Hans Günter Mommer und Erhard Karkoschka, der spätere Kompositionsprofessor an der Musikhochschule Stuttgart.

Doch zunehmend wuchs die regionale und überregionale Bedeutung: Mit Rudolf Kelterborn (1961) wurde zum ersten Mal ein Schweizer ausgezeichnet, mit Aribert Reimann (1966) erhielt ebenfalls ein Komponist von internationalem Bekanntheitsgrad den Preis.

1968 wurde Helmut Lachenmann ausgezeichnet - zwar nicht mit dem ersten Preis jedoch mit dem zweiten. 1974 war Wolfgang Rihm einer der vier Träger des ersten Preises. Als erste Frau erhielt 1980 die koreanische, in Deutschland lebende Komponistin Younghi Pagh-Paan den ersten Preis. 1981 folgte ihr Susanne Erding und 1982 Adriana Hölszky.

Der älteste Förderpreis der Landeshauptstadt Stuttgart genießt national ein hervorragendes Renommee - spiegeln doch die prämierten Werke die stilistische Entwicklung der Neuen Musik in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wider.

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