Anti-Gewalt-Training

Das Anti-Gewalt-Trainingsmodul der Dienststelle "Ambulante Maßnahmen der Jugendhilfe im Strafverfahren" ist ein Angebot an mehrfach mit Gewaltdelikten auffällig gewordene männliche Jugendliche und Heranwachsende. Themenschwerpunkte sind: Umgang mit Gewalt und Aggression, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Opfer- und Täterperspektive, Kommunikations-, Konfliktfähigkeit und Konfliktlösungsstrategien.

Das Training wird in zwei Modulen durchgeführt. Als erstes Modul dient der Soziale Trainings Kurs, der an anderer Stelle ausführlich dargestellt wird. Die Teilnahme am Sozialen Trainingskurs ist notwendig, um am hier beschriebenen Anti-Gewalt-Trainingsmodul teilzunehmen.

Die Jugendhilfe im Strafverfahren klärt mit den jungen Menschen zuvor die Teilnahmevoraussetzungen ab und schlägt dann, in der Hauptverhandlung dem Gericht vor, das Anti-Gewalt-Training als Weisung auszusprechen. Eine freiwillige Teilnahme, ohne Urteil, ist, unter bestimmten Voraussetzungen, nach individueller Absprache möglich.

Für junge Menschen mit akuter Drogen- und Alkoholabhängigkeit, psychischen Erkrankungen und gravierenden Defiziten im sprachlichen und kognitiven Bereich ist keine Teilnahme möglich. Dasselbe gilt für Personen, die Gewalt ausschließlich in Beziehungen/Partnerschaft oder im Familienkontext ausüben.

Ziel des Anti-Gewalt-Trainingsmoduls ist die Befähigung der Gruppenteilnehmer, sensibler mit dem Thema Gewalt umzugehen und über eine intensive Biographiearbeit, Auslöser für die eigene Gewalttätigkeit zu erkennen. Eigene Stärken und Schwächen zu ermitteln und einen sozial adäquaten Umgang mit diesen zu diskutieren und einzuüben. Zudem werden gewaltfreie Handlungsstrategien in der Gruppe entwickelt und erprobt. Ziel ist es auch, die Kommunikations-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit zu trainieren und ein gewaltfreies Leben als erstrebenswert zu betrachten.

Das Anti-Gewalt-Trainingsmodul wird in Form eines Gruppentrainings durchgeführt. Es werden bis zu acht junge Menschen aufgenommen. Das obligatorische Einzelerstgespräch dient der Information über das Training und der Teilnehmerauswahl. Das Trainingsmodul umfasst bis zu 10 Trainingseinheiten, mit einer Dauer von bis zu 3,5 Stunden pro Einheit. Es kann maximal 3 Gruppentreffen pro Woche geben. Zudem gibt es in der ersten Trainingshälfte an einem Wochenende einen erlebnispädagogischen Tag.

Insgesamt erstreckt sich das Training über einen Zeitraum von ca. zwei Monaten und umfasst etwa 32 Stunden.

Inhalte:

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie.
  • Auseinandersetzung mit der Straftat und Verantwortungsübernahme für die Tat und ihre Folgen.
  • Auseinandersetzung mit den individuellen Gewaltauslösern und den Rechtfertigungsstrategien.
  • Einüben von alternativen Handlungsstrategien zur Bewältigung kritischer Lebenssituationen.
  • Reflektion der Opferperspektive.
Dazu kommen Fragebögen, Plakatarbeit, Rollenspiele, Videoarbeit und Übungen. Ergänzend zur Gruppenarbeit werden je nach Bedarf Einzelgespräche angesetzt.

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