Sozialplanung für ältere Menschen

Grundlagen

Eine Partizipative Altersplanung unterstützt und fördert folgende Rahmenzielsetzung in der Landeshauptstadt Stuttgart,

  • Die Einwohnerinnen und Einwohnern sollen die Möglichkeit erhalten, aktiv, selbstbestimmt und bedürfnisorientiert, auf Basis einer Angebotsvielfalt, abgesichert älter zu werden.
     
  • Eine Partizipative Altersplanung ist ein kontinuierlicher Planungsprozess. Er begleitet dialogorientiert die Entscheidungsfindung auf Regionen bezogener Ebene. Die Grundlage bildet die systematische Einbeziehung aller Beteiligten.
     
  • Eine Partizipative Altersplanung verbindet die Kompetenz sozialer Organisationen des bürgerschaftlichen Engagements und der kommunalen Institutionen. Dadurch können die verschiedenen Verantwortungsbereiche den demografischen Wandel besser und innovativer gestalten.
     
  • Im Rahmen der Partizipativen Altersplanung wird die Stuttgarter Kreispflegeplanung fortgeschrieben. Deren Ziel ist die Sicherstellung einer wohnortnahen Pflegeinfrastruktur.

Kooperationspartner

Trägerforum Altenhilfe e.V.
Arbeitskreis Begegnungsstätte für Ältere, Treffpunkt 50plus
Palliativ Netz Stuttgart
StadtseniorenRat e.V.
Netzwerk Demenz

Beteiligungssstrukturen

Partizipation, Vernetzung und Quartierskonzepte sind in den letzten Jahren zu Schlüsselbegriffen in der kommunalen Altersplanung geworden. Die Weiterentwicklung der traditionellen Altenhilfeplanung zu einer Partizipativen Altersplanung bedeutet, dass die Potentiale und Möglichkeiten der älteren Einwohnerinnen und Einwohner in ihrem Wohnumfeld in den Mittelpunkt gestellt werden.

Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige

In Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige nach dem Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz Baden-Württemberg (WTPG) leben Menschen mit Pflegebedarf zusammen in einer familienähnlichen Umgebung. Das Leben ist durch alltägliche Verrichtungen und nicht durch pflegerische Maßnahmen geprägt.

Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige benötigen häufig eine 24-stündige Versorgung. Eine Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige ist eine Alternative zu einer stationären Versorgung. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaft sollten bis zum Tod in der Wohngemeinschaft leben und versorgt werden können.

Begegnungsstätten für Ältere

Begegnungsstätten für Ältere sind Orte, an denen die Bedürfnisse der älteren Menschen nach Kommunikation und Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben, realisiert werden. Durch umfangreiche Angebote wie Mittagstisch, Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte, Bildungs- und Sportkurse haben Begegnungsstätten eine besondere soziale und gesundheitsfördernde Bedeutung. Der Einsamkeit und der Isolation älterer Menschen werden durch diese Angebote entgegengewirkt. In fast jedem Stuttgarter Stadtbezirk gibt es mindestens eine Begegnungsstätte für Ältere.

Begegnungsstätten der Landeshauptstadt Stuttgart

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Personen mit einem Pflegegrad 1 bis 5 erhalten von der Pflegekasse einen Beitrag in Höhe von 125 Euro nach § 45 b SGB XI . Dieser Betrag kann unter anderem für Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45 a SGB XI eingesetzt werden:

  • Betreuung der Pflegebedürftigen in Form von Einzel- oder Gruppenangebote
  • Angebote zur Entlastung und Beratung von pflegenden Angehörigen
  • Angebote zur Entlastung der Pflegebedürftigen im Alltag
Die Angebote unterstützen bei den täglichen Aufgaben, die nicht mehr selbstständig erledigt werden können. Weitere Informationen und die Adressen der Ansprechpartner sind bei den Pflegestützpunkten oder den zuständigen Sozialdiensten der Landeshauptstadt Stuttgart erhältlich.

Liste der anerkannten Angebote in der Landeshauptstadt Stuttgart:
Unterstützungsangebote nach § 45 SGB XI
Unter der Rubrik "Formulare" finden Sie die Anträge und die Tätigkeitsberichte.

Quartierskonzepte

Quartierskonzepte unterstützen den Wunsch der älteren Menschen möglichst lange in ihrem Wohnumfeld zu bleiben, um die gewohnten Alltagsstrukturen beizubehalten, wie z.B. bestehende Bekanntschaften zu pflegen, Begegnungsorte zu besuchen und abgestimmte Hilfeleistungen in Anspruch zu nehmen.

Schwerstkranke und sterbende Menschen

Gemäß der Leitlinie "ambulant vor stationär" ist die Landeshauptstadt Stuttgart bestrebt, dass schwerkranke oder sterbende Menschen in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung so lange wie möglich wohnen bleiben.
Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert das Angebot der ehrenamtlichen Sitzwachengruppen, die Sterbende begleiten. Die Sozialplanung begleitet die Arbeit der drei Hospize und des Palliativ Netzes.