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Wohnungsbau: 2016 erneut hohes Niveau

29.08.2017 Bauen
Das Monatsheft Nummer 8/2017 des Statistischen Amtes dokumentiert in zwei Beiträgen die Wohnbautätigkeit des vergangenen Jahres sowie eine Analyse der Neubaubezieher.

Erste Ergebnisse zur Wohnbautätigkeit 2016 wurden bereits im Juni 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt. 2016 wurden 2125 Wohnungen fertiggestellt, abzüglich der Abrisse und Nutzungsänderungen wuchs damit der Wohnungsbestand in Stuttgart effektiv um 1906 Wohnungen. 40 Prozent der neu gebauten Wohngebäude entfallen auf Ein- und Zweifamilienhäuser (99 Wohneinheiten), die restlichen auf Mehrfamilienhäuser und Wohnheime. In Wohnheimen entstanden 626 Wohneinheiten; die meisten dieser neuen Wohneinheiten sind Flüchtlingsunterkünfte.

Die durchschnittliche Wohnungsgröße in neu errichteten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern liegt wie 2015 bei 84 Quadratmetern. Vor fünf Jahren betrug die Durchschnittsgröße der neuen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern noch 88 Quadratmeter. Den Beitrag ergänzen Angaben zum Wohnungsneubau 2016 im Bestand, zur Verteilung der Bautätigkeit auf die einzelnen Stadtbezirke und zur Art der Wärmeversorgung im Neubau.

Wer sind die Bezieher von neugebauten Wohnungen in Stuttgart, wo kommen sie her? Darüber Aufschluss geben Daten aus dem Melderegister aller Personen, die zwischen 2010 und 2015 in neue Wohnungen oder Häuser in Stuttgart eingezogen sind. Der Auswertung zufolge waren es rund 6100 Haushalte mit 15.500 Personen.

Neubaubezieher sind, so die Ergebnisse der Studie, deutlich größere Haushalte (2,58 Personen je Haushalt) als im Stadtdurchschnitt (1,87 Personen je Haushalt). Nur jeder fünfte Haushalt (20 Prozent), der einen Neubau bezieht, wird von einer alleinstehenden Person bewohnt (Stuttgart: 52 Prozent).

In neuen Mehrfamilienhäusern ziehen am häufigsten Paare ohne Kinder (41 Prozent aller Haushalte) ein. Dabei steigt der Anteil der Paarhaushalte ohne Kinder an, je größer das Wohngebäude ist. Familien mit Kindern ziehen hingegen eher in kleine Wohngebäude oder in Einfamilienhäuser, wo sie 75 Prozent der Neubaubewohner stellen. In Zweifamilienhäuser stellen Familien 58 Prozent der Neubaubewohner.

Die größte Altersgruppe der Bezieher von neuen Wohnungen sind die 30- bis 45-Jährigen. Eine weitere Auffälligkeit ist: Während nichtdeutsche Einwohner zwar insgesamt deutlich mobiler sind  35 Prozent aller Personen, die 2016 in Wohnungen zugezogen sind, haben keinen deutschen Pass  liegt der Ausländeranteil bei Neubaubeziehern bei nur 17 Prozent (Gesamtanteil der Ausländer in Stuttgart: 23 Prozent).

29 Prozent der Neubauwohnungen wurden von Personen bezogen, die aus dem gleichen Stadtbezirk stammen. 44 Prozent kommen aus dem übrigen Stadtgebiet Stuttgarts, so dass insgesamt fast drei Viertel aller Neubaubezieher schon vorher in Stuttgart gewohnt haben. Auswärtige Neubaubezieher kommen am häufigsten aus der Region Stuttgart (11 Prozent).
Ein weiterer Beitrag zur Einwohnerentwicklung Stuttgarts legt offen, dass der Zuwachs von insgesamt 6919 Einwohnern (plus 1,1 Prozent) im Jahre 2016 sich zu einem guten Viertel auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückführen lässt, die in Unterkünften untergebracht sind. Ohne diesen Flüchtlingszuzug wäre die Einwohnerzahl um 0,8 Prozent gestiegen.

Zahlen zu Übernachtungstourismus

Das Monatsheft veröffentlicht zudem Zahlen zum Übernachtungstourismus im vergangenen Jahr. Dazu wurden erste Ergebnisse im März 2017 der Öffentlichkeit präsentiert. 2016 war wieder ein Erfolgsjahr für das Stuttgarter Übernachtungsgewerbe. 4,1 Prozent mehr Übernachtungen wurden gezählt, insgesamt waren es mehr als 3,7 Millionen im ganzen Jahr. Im Unterschied zum Vorjahr entwickelten sich 2016 die Übernachtungszahlen der Gäste aus dem Inland (plus 5,2 Prozent) deutlich besser als die der Gäste aus dem Ausland (plus 1,6 Prozent). Das Verhältnis zwischen inländischen und ausländischen Gästen blieb aber konstant bei 69 zu 31. Das wichtigste Herkunftsland der ausländischen Übernachtungsgäste sind weiterhin die USA, zumal bei US-Amerikanern die Übernachtungszahlen mit plus 20 Prozent besonders kräftig gestiegen sind. 25 Prozent der Übernachtungen aus den USA in Baden-Württemberg entfallen allein auf Stuttgart.

Das Monatsheft Nr. 8/2017 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de sowie unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem erhältlich. Es kostet vier Euro.