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Eröffnung der "Fairen Woche" mit Produzent Mario Schwaab

11.09.2017 Aktuelles
Die Fairtrade-Stadt Stuttgart, die Stuttgarter Weltläden, POEMA Armut und Umwelt in Amazonien sowie der BUND Stuttgart begrüßen zur Eröffnung der "Fairen Woche 2017" am Montag, 18. September, von 19.30 Uhr bis 21 Uhr im Mittleren Sitzungssaal, viertes Obergeschoss des Rathauses, den langjährigen Produzentenpartner des "Regenwaldladens", Mario Schwaab von Sementes aus Porto Velho, Rondonia in Brasilien. Das Grußwort spricht der Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration, Werner Wölfle. Schwaab berichtet mit eindrucksvollen Bildern und mit einem Kurz-Film über seine Arbeit in Amazonien.

Mario Schwaab arbeitet mit traditionellen Bevölkerungsgruppen der Amazonasregion zusammen und ist mit seiner lokalen Produktion von Seifen und Körperpflegemitteln aus Regenwald-Ölen ein Beispiel dafür, wie Regenwälder durch eine nachhaltige Nutzung dauerhaft geschützt werden können.

Seine Arbeit und der Verkauf seiner fairen Produkte in den Weltläden und in Brasilien garantieren den dort lebenden traditionellen Bevölkerungsgruppen ein verlässliches und faires Einkommen zur Sicherung ihrer Existenz. Für den Wald bedeutet das größtmöglichen Schutz, denn wenn die Menschen vom Sammeln und Verarbeiten der Nicht-Holz-Rohstoffe aus den Wäldern leben können, wird der Abholzung die Grundlage entzogen.


Schwaab ist Partner der ersten Stunde des "Regenwaldladens" und Bindeglied zu vielen Sammlergemeinschaften in den Regenwäldern, die seine kleine Manufaktur mit den nötigen Rohstoffen versorgen, darunter aus Samen und Früchten von Regenwaldbäumen gepresste Öle und Fette. Gemeinsam mit ihm werden Rezepturen für Körperpflegemittel entwickelt, die lokal hergestellt werden.

Die Wertschöpfung vor Ort schafft und sichert Arbeitsplätze auch außerhalb der Rohstoffgewinnung und der Manufaktur, wie etwa in einer Druckerei, in Boten- und Transportdiensten, bei Verpackungsherstellern und in Grafikbüros.


Der Fokus von Schwaabs Arbeit liegt neben dem Export inzwischen auch auf den lokalen Märkten. Bis 2013 gingen die von ihm hergestellten Produkte ausschließlich in den Export nach Deutschland. Dann wurden die Produkte auch vor Ort verkauft. Die Mittelschicht-Brasilianer, die sich die vergleichsweise teureren Regenwaldprodukte leisten könnten, kaufen jedoch meist Körperpflegeprodukte als Statusprodukte aus der sogenannten "Ersten" Welt.

Hinzu kommt, dass die Thematik Regenwald in den städtischen Zentren außerhalb Amazoniens negativ besetzt ist und in weiten Teilen der Bevölkerung meist ein fehlendes Umweltbewusstsein besteht. Eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen als angewandter Regenwaldschutz findet kaum statt.