Presse
  •  

"Kindern eine Stimme geben" - Qualitätsstandards für Kommunen

21.09.2017 Aktuelles
Rund um den Weltkindertag gibt es zahlreiche Veranstaltungen, in denen Kinder das Wort haben - getreu dem diesjährigen Motto "Kindern eine Stimme geben!". Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland wollen über den Weltkindertag mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland schaffen. Einen wichtigen Impuls dazu hat auch die Änderung der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg zum 1. Dezember 2015 gegeben, die erstmals die Beteiligung von Kindern fordert.

Kinder bringen Ideen zum Rosensteinquartier einBei der Informellen Bürgerbeteiligung Rosenstein konnten Kinder ihre Ideen zum neuen Quartier durch Malen und Basteln visualisieren. Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart Demnach haben Kinder ein Recht auf Beteiligung. Doch wie muss diese ausgestaltet sein, um nachhaltig das Lebensumfeld von Kindern zu verbessern und in Prozessen von Politik und Verwaltung anschlussfähig zu sein?

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen Baden-Württemberg (LAG KieV) hat Qualitätsstandards für Kinderbeteiligung zusammengestellt, um diese Fragen zu beantworten. Zu den Qualitätsstandards zählt unter anderem, dass Kinder an allen wichtigen, sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden oder dass alleKinder partizipieren können, unabhängig von Herkunft oder sozialer Lage. Dabei sollen die Beteiligungsmethoden für Kinder attraktiv und altersangemessen sein.

Die LAG KieV versteht sich als Ansprechpartnerin für Kommunen und Institutionen, die verschiedenste Beteiligungsprojekte mit Kindern durchführen, von anlassbezogenen Workshops bis hin zum dauerhaften Kinderparlament.

Lange Tradition der Kinderbeteiligung in Stuttgart

Die Kinderbeauftragte der Stadt Stuttgart, Maria Haller-Kindler, sagt über ihre Erfahrungen in der Landeshauptstadt: "In Stuttgart gibt es glücklicherweise schon eine lange Tradition der Kinderbeteiligung. Seit über 20 Jahren gibt es den Stammheimer Kindergipfel und die ersten intensiven Kinderbeteiligungen bei der Spielplatzplanung. Kinderforen werden seit 2005 in den Stadtbezirken durch Kolleginnen des Jugendamts in Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern und zahlreichen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit durchgeführt. Heute beteiligen wir Kinder standardmäßig bei Neugestaltungen und größeren Sanierungen von Spielflächen, und es gelingt uns immer öfter, sie auch qualifiziert in Beteiligungsprozesse bei Stadtplanung und -sanierung einzubeziehen. Bei der Beteiligung zum Rosensteinquartier haben wir beispielsweise die Ideen von Kindern erhoben. Sie finden sich im Memorandum wieder, das der Planung wichtige Impulse geben soll. In Zukunft wollen wir Kinder regelmäßig in allen Stadtbezirken nach ihren Erfahrungen und Wünschen befragen. Das soll alle fünf bis sieben Jahre geschehen, also in jeder Kindergeneration."

Auch weitere Städte in Baden-Württemberg wie beispielsweise Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg und Sindelfingen haben bereits umfangreiche Konzepte entwickelt, um Kinder an Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise zu beteiligen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen Baden-Württemberg (LAG KieV) ist ein Netzwerk von kommunalen Kinderbüros und Kinderbeauftragten, Verbänden, Vereinen und Initiativen, die sich für Kinderinteressen stark machen.

Kontakt : Maria Haller-Kindler, E-Mail: maria.haller-kindler@stuttgart.de, Landesarbeitsgemeinschaft Kinderinteressen Baden-Württemberg (LAG KieV), Vorsitzende: Birgit Schreiber, E-Mail: birgit.schreiber@mannheim.de, www.lag-kiev.de.