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Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge beginnt

25.10.2017 Soziales
Der offizielle Auftakt für die landesweite Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zugunsten der Kriegsgräberstätten ist am Mittwoch, 8. November, um 12 Uhr auf dem Stuttgarter Marktplatz.

Die Haus- und Straßensammlung will dazu beitragen, dass der Volksbund seine Arbeit zur Anlage und Pflege von Kriegsgräberstätten fortsetzen kann. Den Schwerpunkt bildet dabei weiterhin Osteuropa. Im September dieses Jahres wurde auf der deutschen Kriegsgräberstätte im westrussischen Sebesh der neunhunderttausendste Kriegstote seit 1992 umgebettet. Der Volksbund finanziert seine Arbeit zu über zwei Dritteln aus Spenden.

"Jedes dieser Gräber ist ein Mahnmal gegen den Krieg. Alle diese Gräber rufen dazu auf, aktiv für den Frieden zu arbeiten und gegen das Vergessen anzugehen. Kriegsgräber sind Mahnung und Auftrag zugleich, sich für Völkerverständigung, Versöhnung und Frieden einzusetzen", sagt Oberbürgermeister Fritz Kuhn aus Anlass der Straßensammlung. Er ruft die Stuttgarterinnen und Stuttgarter auf, die Aktion zu unterstützen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge macht darauf aufmerksam, die schrecklichen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs zu vergessen, wäre eine nicht zu unterschätzende Gefahr dafür, dass sie sich wiederholen. In diesem Zusammenhang stehe die Arbeit des Volksbundes, welche neben der Grabpflege zugleich auch der Versöhnung über den Gräbern diene.

Auftaktsammlung am 8. November

Die Auftaktsammlung am 8. November eröffnen der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, Regierungspräsident a. D. Johannes Schmalzl als Landesvorsitzender des Volksbundes, Oberbürgermeister Hartmuth Holzwarth, Winnenden, als Bezirksvorsitzender des Volksbundes, sowie Vertreter der Bundeswehr, der Reservisten, des Landtages, des Gemeinderates der Stadt Stuttgart und weitere Freiwillige. Das Heeresmusikkorps Ulm spielt ab 12 Uhr vor dem Rathaus zur Unterstützung der Sammlerinnen und Sammler. Für den guten Zweck verkauft die Bundeswehr auf dem Marktplatz von 11 bis 15 Uhr Erbseneintopf aus der Feldküche. Schirmherr der Auftaktsammlung ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die diesjährige Straßensammlung beginnt in Baden-Württemberg bereits vor dem offiziellen Auftakt am 29. Oktober und dauert bis 19. November.

Als gemeinnütziger Verband, der seit 1954 im Auftrag der Bundesregierung tätig ist, betreut der Volksbund derzeit die Gräber von zirka 2,7 Millionen Kriegstoten auf 833 Soldatenfriedhöfen in 46 Ländern. In den vergangenen Jahren richtete der Volksbund mehr als 300 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 190 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg im Osten und Südosten Europas wieder her oder legte sie neu an. Ziel der Aktivitäten in Osteuropa ist aber auch die Identifizierung von Gefallenen sowie die Benachrichtigung der Angehörigen. Denn auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist es für diese immer noch wichtig zu erfahren, ob und wo der im Krieg Gebliebene ein Grab auf einem Friedhof gefunden hat.