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Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht

03.11.2017 Aktuelles
Zur Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 des nationalsozialistischen Regimes findet am Donnerstag, 9. November, 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung in der Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, Firnhaberstraße 9, statt. Seit einigen Jahren erinnern die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart (GCJZ) als Geste der interreligiösen Verständigung mit einer gemeinsamen Veranstaltung am Ort des Verbrechens an die Reichspogromnacht.

Neben Netanel Wurmser, Landesrabbiner für Württemberg, Susanne Jakubowski, Vorstandsmitglied der IRGW, und Staatssekretär Martin Jäger, Innenministerium von Baden-Württemberg, spricht auch der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, als Vertreter der Stadt und in seiner Funktion als evangelischer Vorsitzender und Sprecher der GCJZ.

Die Synagoge brannte in dieser Nacht vor 79 Jahren ebenso nieder wie die Synagoge in Bad Cannstatt. In ganz Deutschland wurden über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört. Etwa 400 Menschen wurden ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Am folgenden Tag wurden 30 000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

Die IRGW gedenkt gemeinsam mit vielen Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern alljährlich am 9. November dieser und aller diesem Pogrom nachfolgenden Menschheitsverbrechen an den deutschen und europäischen Juden. Zu der Veranstaltung ist jedermann eingeladen. Im Anschluss an die Gedenkstunde besteht die Möglichkeit, die Synagoge zu besichtigen. Männliche Besucher benötigen eine Kopfbedeckung.